Rollenspiel

Uhrwerk-Verlag und Feder & Schwert insolvent

Zu großem Bedauern musste heute der Uhrwerk-Verlag seine Insolvenz bekanntgeben. 2009 von Patrick Götz gegründet, hat der Uhrwerk-Verlag leider keinen schönen Anlass, sein zehnjähriges Jubiläum zu feiern. In seiner Zeit war der Uhrwerk-Verlag zu einer namhaften Größe im deutschsprachigen Rollenspielraum geworden. Zahlreiche bekannte Rollenspiele wie Splittermond, Numenéra und FATE waren Teil seines Sortiments. Wie es jetzt weitergeht, wird sich erst nach der Sichtung der Situation durch den Insolvenzverwalter / die Insolvenzverwalterin zeigen. Hierzu kann das Personal vom Verlag ebenfalls noch kaum etwas sagen, bemüht sich aber in seiner Mitteilung so viel Informationen wie möglich zu geben. Zahlreiche vielversprechende Crowdfunding Projekte müssen jetzt auf ihre Realisierbarkeit geprüft werden. Auch war der Uhrwerk-Verlag Mitausrichter der Eulencon, eine neue offene Convention für alle Verlage und Spielsysteme, deren Stattfinden nun auf Messers Schneide steht.

Tragischerweise hat die Insolvenz des Uhrwerk-Verlags auch die Zahlungsunfähigkeit der Feder&Schwert GmbH zur Folge, die offenbar durch eine Querfinanzierung noch vom Uhrwerk-Verlag abhängig war (das war mir bis dato unbekannt). Der Verlag Feder & Schwert war ebenfalls eine feste Größe im Rollenspielbereich aber auch Phantastik-Literaturbetrieb. Begonnen hatte die Reise 1989 als Rollenspielverlag, der dann Bücher im Phantastiksektor schwerpunktmäßig verlegte. Feder & Schwert konnte ebenfalls tolle Projekte wie Roll Inclusive (an dem ich mich übrigens auch beteiligt habe) oder die geplante Buchreihe Wicked Queens vorweisen. Der Messeauftritt bei der dieses Jahr erstmalig stattfindenen CCXP (in die die RPC integriert wurde) und das damit verbundene Lesecafé kann offenbar wie geplant durchgeführt werden.

Mit einem Streich verliert die Szene zwei Größen und es bleibt zu hoffen, dass es vielleicht doch noch irgendwie weitergehen kann. Eine Insolvenz heißt nicht zwangsläufig, dass der Betrieb geschlossen werden muss, aber über die Möglichkeit einer Fortführung wird im Rahmen des Insolvenzverfahrens entschieden. Das kann je nach Umfang durchaus Monate dauern (manchmal sogar Jahre), was aber hier nicht zu erwarten ist. Ich drücke beide Daumen und alle meine Rollenspielwürfel, dass es nicht das endgültige Aus bedeutet.

Vanilla World of Warcraft

Back in the days: World of Warcraft Sunken Temple & Zul’Farrak

Als World of Warcraft (WoW) Anfang 2005 in Europa startete, ahnte ich nicht, wie intensiv mich dieses MMORPG beschäftigen würde. Viele Spielstunden, rückblickend betrachtet sicherlich etwas zu viel, habe ich in Azeroth zugebracht, über eine Gilde Spielfreundschaften geschlossen. Gemeinsam haben wir die Welt erkundet, Quests erledigt und auch einige Bossgegner bezwungen. Als die erste große Erweiterung kam, ging meine Zeit in WoW zu Ende. Ich habe noch unzählige Screenshot, zum Glück thematisch sortiert, aus den Anfangstagen des beliebtesten Multiplayer-Online-Spiels und möchte euch nach und nach einige davon präsentieren.

Temple of Atal’Hakkar

Der Temple of Atal’Hakkar ist auch unter der Bezeichnung Sunken Temple bekannt und eine Stätte der Anbetung des Blood God Hakkar the Soulflayer. Um zu verhindern, dass der dunkle Gott nach Azeroth gelangen konnte, versenkte Dragon Aspect Ysera den Tempel in die Tiefen des Swamp of Sorrows. Jedoch war dies eher eine Hilfe, da nun die Atal’ai die Beschwörung Hakkars ungestört vorantreiben konnten. (Quelle und weitere Infos) Die Screenshots stammen aus August 2005.

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Zul’Farrak

Zul’Farrak ist eine Trollstadt der Sandfury und im Nordwesten von Tanaris zu finden. Frühere Generationen von Trollen passten sich an die unwirtliche Gegend an und wurden Sand Trolls. (Quelle und weitere Infos) Die Screenshots stammen aus Juli 2005.

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Hier geht es weiter mit: Qnyxias Lair & Zul’Gurub

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Rollenspiel

Ersteindruck: [explorers] – Du bist entbehrlich

Für die Teilzeithelden habe ich mir das Science-Fiction-Rollenspiel [explorers] näher angesehen. Hierfür lag mir die PDF-Ausgabe des Werkes vor. In [explorers] übernehmen die SpielerInnen die Rolle von Klonen, die auf gefährliche Missionen am Rand des Galactic Human Empire entsandt werden. Meist handelt es sich um die namensgebenden Erkundungsmissionen, aber auch andere Storyinhalte lassen sich unterbringen. Neben vielen guten Aspekten im Regelwerk gibt es aber auch einige Schwachstellen.

Im Universum hat sich die Menschheit über tausende Sternsysteme ausgebreitet. Die Grenzen des Imperiums müssen bewacht und neue Welten erforscht werden. Um die kostbaren Menschenleben zu schützen, wird auf eine Alternative zurückgegriffen: Klone. [explorers] stammt aus dem Hause Not Very Professional Games – ein tolles Sci-Fi-Rollenspiel, oder ist der Name Programm?

Lest hier den ganzen Artikel.

 

 

Vanilla World of Warcraft

Back in the days: World of Warcraft Scholomance & Maraudon

Als World of Warcraft (WoW) Anfang 2005 in Europa startete, ahnte ich nicht, wie intensiv mich dieses MMORPG beschäftigen würde. Viele Spielstunden, rückblickend betrachtet sicherlich etwas zu viel, habe ich in Azeroth zugebracht, über eine Gilde Spielfreundschaften geschlossen. Gemeinsam haben wir die Welt erkundet, Quests erledigt und auch einige Bossgegner bezwungen. Als die erste große Erweiterung kam, ging meine Zeit in WoW zu Ende. Ich habe noch unzählige Screenshot, zum Glück thematisch sortiert, aus den Anfangstagen des beliebtesten Multiplayer-Online-Spiels und möchte euch nach und nach einige davon präsentieren.

Scholomance

Scholomance ist eine Ausbildungsstätte für angehende Nekromanten, die der Geißel dienen wollen. Die unheimliche Akademie ist unter den Ruinen der Festung Caer Darrow zu finden. (Quelle und weitere Infos) Die Screenshots stammen aus Oktober 2005.

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Maraudon

Maraudon befindet sich im Valley of Spears in Desolace. Es ist eine Mischung aus antikem Zentaurenfriedhof und Tempel zu Ehren des Elements Erde. (Quelle und weitere Infos) Die Screenshots stammen aus August 2005.

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Der erste Blogpost zu dieser Reihe ist hier zu finden: MMORPG – Ich war dabei. Dort könnt ihr auch eines meiner InGame-Videos von WoW ansehen, und nachlesen, welches MMORPG ich vor WoW gespielt habe. 😉

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RPG-Blog-O-Quest #44: Regelwerke

Nach längerer Pause bin ich wieder mal bei der RPG-Blog-O-Quest dabei, die auch gleichzeitig die erste auf meiner neuen Seite ist. 🙂 Der Podcastpartner von Greifenklaue, Christophorus, hat sich die Fragen für die RPG-Blog-O-Quest  Nr. 44 ausgedacht, die sich um Regelwerke dreht. Hier kommen die Fragen und meine Antworten:rpg-boq-logo

1) Umfassend komplex, aufs Nötigste reduziert oder kreativ verpackt: Wie sollte für dich das optimale Regelwerk aussehen?

Generell schätze ich mittlerweile weniger komplexe Spielsysteme. Das gilt überwiegend aus Zeitgründen, denn sich in ein komplexes Regelsystem einzuarbeiten dauert logischerweise erheblich länger und setzt auch voraus, sehr regelmäßig dieses System zu bespielen, um die Regeln auch wirklich parat zu haben. Zum Beispiel schließen sich Oneshots und komplexe Regeln meines Erachtens nach eigentlich aus. Wenn zwischen den Spielterminen durchaus zwei bis drei Wochen vergehen, wird ein umfangreiches Regelsystem nur mäßigen Spaß bringen. Andererseits darf ein gewisser Anspruch durchaus da sein, d. h. zu simpel sollte es auch nicht sein, um nicht zu langweilen. Ein schönes Regelwerk kann auch mit stimmungsvollem Design aufwarten und besitzt Dank klugem Textlayout eine angenehme Lesbarkeit. Handelt es sich um eine Printausgabe, sollte die Druckqualität auch stimmen.

Bei Romanen werde ich wohl zukünftig zunächst auch auf kürzere Werke setzen müssen. Bis ich ein 640-Seiten-Werk wie Die Schicksalsbrecherin (*) geschrieben habe, dauert es viel zu lange – ich bin als nebenberuflicher Autor einfach zu langsam. Aber mit dem Gedanken, zumindest vorerst eher Kurzromane zu verfassen, kann ich mich sehr gut anfreunden. Sie sind weniger Aufwand, schneller beendet, man kann eher etwas Neues beginnen und hat Abwechslung – und ein (finanzieller) Misserfolg fällt nicht so schwer ins Gewicht wie bei einem jahrelangen Herzensprojekt …

2) Welche Regelwerke haben dich bisher am meisten überrascht, und weshalb? (Positiv wie negativ)

Positiv überrascht hat mich zuletzt aus dem Warhammer-40k-Universum das Regelwerk Deathwatch. Hier bin ich zwar unwissentlich an ein bisweilen sehr komplexes Regelsystem gestoßen, aber das Gesamtwerk ist einfach großartig. Es wird ausführlich auf die spannenden Hintergründe des WH40k-Universums eingegangen, auch auf Space Marine Orden, Raumregionen, etc. Eigentlich ist das Buch Regelwerk und Quellenband in einem. Negativbeispiel war leider Knights & Legends, welches ich mir für die Teilzeithelden angesehen habe. Hier liegt so manches im Argen, aber lest selbst.

3) Verwendet ihr Hausregeln, um Regelwerke nach euren Vorstellungen umzuformen?

Kurz und bündig: derzeit nicht. Grundsätzlich bin ich offen für Hausregeln, manchmal erscheinen sie sogar unumgänglich, um das Regelsystem den Bedürfnissen der Spielrunde anzupassen. Lobend erwähnen möchte ich hier die fünfte Edition von Dungeons & Dragons, bei der mittels D&D-Beyond sehr viel Homebrew-Content generiert werden kann.

4) Lest ihr lieber das fremdsprachige Original, oder kauft ihr (auch) die lokalisierte Fassung?

Mittlerweile lese ich in Deutsch wie auch in Englisch gleichermaßen. Wenn gut übersetzt wurde, dann gerne auch auf Deutsch. Wurde hier jedoch gespart, ist das Ergebnis oft katastrophal, dann nehme ich lieber das Original. Kaufen würde ich nur eine Fassung, nicht beide.

5) Hattest du schon einmal die Idee, ein eigenes Rollenspiel-Regelwerk (und ggf. damit verbunden, ein eigenes System) auf die Beine zu stellen? Wenn ja: Was ist daraus geworden?

Das hatte ich tatsächlich mal, bin aber relativ schnell wieder davon abgekommen. Der Arbeitsaufwand ist enorm, und ich muss einfach meine Zeit einteilen und Prioritäten setzen. Auch an ein Open-Source-Werk hatte ich mal gedacht, habe aber auch diese Möglichkeit nicht mehr weiterverfolgt. Das Angebot an RPG ist so groß – wer würde da meines lesen und spielen wollen?

Wie steht ihr zu Regelwerken in Rollenspielen?
Gern ein dicker Wälzer oder kurz und bündig? 🙂

Vanilla World of Warcraft

MMORPG – Ich war dabei

Ich greife mal wieder die aktuelle Folge des Eskapodcasts auf, die da heißt „Massive! Multiplayer! Online!“ und in der Spielejournalist Jürgen Horn von mein-mmo.de interviewt wird. Auf dieser Seite war ich gerade zum ersten Mal – ihr merkt, ich bin da noch voll drin im Thema. 😀 Meine Zeit bei den MMORPG ist schon lange vorbei, nichtsdestotrotz kann und will ich diese Vergangenheit nicht leugnen und habe tatsächlich schon länger damit geliebäugelt, einen Beitrag hierzu zu schreiben. Natürlich war ich auch bei World of Warcraft am Start, aber das war nicht mein erstes MMORPG. Allerdings war ich hier am aktivsten, insbesondere in der Anfangszeit des Spiels, und habe große Mengen an Screenshots von früher gefunden. Mein Glanzstück war sogar ein In-Game-Video – aber der Reihe nach. Los ging es nämlich nicht mit WoW sondern einem anderen MMORPG:

Dark Age of Camelot

Dark Age of Camelot (DAoC) stammt von dem amerikanischen Spieleentwickler EA Mythic (Veröffentlichung EU 01.02.2001) und war mein erstes MMORPG. In DAoC schließt man sich einem der drei sich bekämpfenden Reiche an: Albion (das alte England um die Artus-Saga), Hibernia (um die irische Mythologie) oder Midgard (die nordische Mythologie). Ich war im Reich Midgard mit meiner Spielfigur Eodarn Eodors Sohn, ein Nordmann Kämpfer, unterwegs und auch meine liebe Frau Gemahlin als Jorna Silberaxt, eine Zwergin (ihre Klasse weiß ich leider nicht mehr) hat mitgespielt.

Wir waren in zwei Gilden, und haben DAoC durchaus eine Weile gemeinsam gespielt. Allerdings war der ganze MMORPG-Bereich noch ein wenig in den Kinderschuhen gesteckt und das leveln war zäh und langwierig. Auf die höchste Stufe und somit ins so genannte Endgame haben wir es daher nie geschafft. Ich habe mich immerhin in einem der Battlegrounds (PvP) für niedrigere Level herumgetrieben. DAoC bzw. den Realm Midgard fand ich atmosphärisch sehr gelungen und Schlichtheit war kein Makel. Wie lange wir uns mit DAoC beschäftigt haben, weiß ich leider nicht mehr genau, aber sicherlicher hat uns wie so viele der Start eines heute berühmt-berüchtigten Spiels abgeworben:

World of Warcraft

Aus einem „Das schauen wir uns mal an“ ist ein mehrjähriges intensives Spielerlebnis geworden. WoW war bunt, modern und bot mit dem Questsystem gute Unterhaltung auf dem Weg zum höchsten Level, was damals 60 war, wenn ich mich nicht täusche. Es war Neuland für alle und die ersten SpielerInnen mit Reittieren waren eine echte Attraktion. In WoW haben wir über unsere Gilde richtiggehend Freunde gefunden, und es kam sogar zu einem Reallife-Treffen. Ich habe wirklich noch Unmengen an Screenshots aus der WoW-Vanilla-Zeit, viel zu viele, um sie auf einmal zu posten.

Auch an Rollenspielevents wie das Sternennachtfest haben wir teilgenommen (die beiden Bilder unten). Hier wurde richtig Rollenspiel betrieben, mit formschönen Sprechen und Gehen statt dem Dauerrennen. Da ich reichlichen Screenshots glücklicherweise damals akribisch nach Location sortiert hatte (ich wüsste heute nicht mehr, was wie hieß), mache ich vielleicht eine Artikelreihe mit den Bildern.

Mein persönliches Glanzstück war ein In-Game-Video, welches ich mit viel Fleiß aufgenommen und später zusammengeschnitten habe. Es geht dabei um den Lower Blackrockspire Stealth Run, den nur Druiden und Schurken machen konnten, da diese beiden Klassen die Tarnfähigkeit besaßen. Ging man geschickt vor, konnte man bis zu einem Teilboss durchschleichen, ohne kämpfen zu müssen – natürlich ging es ums schnelle farmen und looten. 🙂 Hach ja, die Jagd nach den Ausrüstungssets … Freud und Leid lagen da nahe beieinander. Das Video will ich euch nicht vorenthalten, aber seid gewarnt, das ist alles schon etwas in die Jahre gekommen und nicht ganz zeitgemäß (wie zum Beispiel der doch etwas holprige englische Text am Anfang – auweia …).

Und ich habe sogar noch mehr Videos gefunden …

Ja, es gab noch eine Nach-WoW-Zeit für mich, die allerdings undokumentiert ist. In Star Wars Knights of the old Republic habe ich mal reingeschaut und auch in Der Herr der Ringe Online. Allerdings stand ich nach der intensiven WoW-Zeit den MMORPG-Games kritisch gegenüber und habe dieses Kapitel für mich dauerhaft geschlossen. Dem Pen&Paper-Rollenspiel jedoch bin ich beispielsweise bis heute treu geblieben und möchte es nicht missen. 🙂

Habt ihr auch noch digitale Fundstücke aus euer MMORPG-Zeit?
Lasst es mich wissen!

Und hier geht’s zum nächsten Beitrag: Scholomance & Maraudon

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Dark Age of Camelot © 2019 Electronic Arts Inc. All Rights Reserved.
Rollenspiel

Eskapodcast Folge 113: Zehn Dinge, die jeder getan haben muss

In der Folge 113 des Rollenspiel-Podcasts Eskapodcast geht es um zehn Dinge, die jeder Rollenspieler / jede Rollenspielerin getan haben muss. Da habe ich gern und interessiert zugehört und zwei Dinge festgestellt:

– Meine mitgeschriebene Liste ist deutlich länger als zehn Dinge 😊
– Bei vielen Punkten kann ich einen Haken machen, bei etlichen nicht

Hier sind die Aspekte, die ich notiert habe, und wie die Lage da bei mir ganz persönlich dazu ist:

Auch mal Spielleiter / Spielleiterin bzw. Spieler / Spielerin sein

Das ist ein sehr wichtiger Punkt, um die jeweils andere Seite zu erleben und besser zu verstehen. So manch quirliger oder gar fordernder Spieler wird sicherlich etwas ruhiger, wenn er mal auf dem Spielleiterstuhl gesessen und von Regelfragen, skurilen Ideen und Zwischenrufen bombardiert worden ist. Ja, muss man unbedingt mal gemacht haben; eine Präferenz für eine Seite zu haben, ist jedoch völlig in Ordnung. Manchen liegt das Spielleiten einfach nicht, oder man mag es einfach nicht, dann bringt es nichts, so jemanden in diese Rolle regelmäßig hineinzuwingen. Da ist allen geholfen, wenn die Rollen klar verteilt sind – aber um das wenn auch einmalige Erlebnis kommt derjenige nicht herum 😏.

Hab ich gemacht: ja

An einem besonderen Ort / im Freien spielen

Da wird es jetzt bei schon schwieriger. Ich kann mich mal an ein Spiel im Sommer auf der (überdachten) Terasse meines Elternhauses erinnern, falls das als „im Freien“ zählt, sonst aber nicht. Ansonsten habe ich leider bisher keine besonderen Spielorte vorzuweisen. Im Freien im Picknick-Stil ließe sich vielleicht noch unkompliziert organisieren, alles andere wird vom Aufwand her schon steigen (ich glaube nicht, dass man einfach zu einer nahegelegenen Burganlage gehen und sagen kann „Grüß Gott, wir würden gern heute bei Ihnen Rollenspiel machen.“). Neben der Terminfindungsproblematik käme auch noch der Spielort zur Orga hinzu, das wird etwas kompliziert.

Hab ich gemacht: jaein

Eine Rollenspiel-Con besuchen

Das ist wirklich ein Erlebnis, und ja, das sollte man wirklich mal gemacht haben. Dabei hat jede Veranstaltungsgröße seinen Reiz, sei es ganz klein und familiär, oder riesig wie die RPC. Neben unheimlich vielen Eindrücken, Ideen und Inspirationen lässt sich da natürlich auch das ein oder andere Kleinod erwerben, was fortan auch als Erinnerungsstück dient. Und wer nicht völlig kontaktscheu ist, wird ohne Mühen Anschluss an eine Spielrunde finden, wenn man möchte.

Hab ich gemacht: ja (z. B. das GeWüLe, oder auch mein erster Besuch der RPC 2016)

Teilnahme am Gratisrollenspieltag

Davon habe ich schon länger gehört und finde es eine tolle Sache, nur leider habe ich es noch nie geschafft, mich daran zu beteiligen. Dieses Jahr fällt der Termin auch noch auf das Wochenende der Leipziger Buchmesse, daher wird es auch 2019 für mich nichts. Aber irgendwann wird es schon mal klappen!

Hab ich gemacht: nein

Eine Onlinerunde spielen

Das steht schon lange auf meiner to-do-Liste und ich kann hoffentlich bald aus erster Hand darüber berichten. 😉

Hab ich gemacht: nein

Foren- bzw. Briefrollenspiel

Ja, das klingt jetzt stark nach den 90ern … 😜 . Auch damals, ganz ohne Social Media und Smartphone hab ich mich dafür nicht so begeistern können. Nach einem ersten zaghaften Versuch im Forenrollenspiel hab ich es schnell sein gelassen, weil das einfach für mich nichts ist. Ich brauche die Dynamik am Tisch 😊

Hab ich gemacht: ja

Geocaching-Rollenspiel

Das geht? 😄 Naja, da müsste mich mal jemand mal an der Hand nehmen und sagen: „Wir machen das jetzt!“, bis dahin schüttele ich eher zweifelnd den Kopf.

Hab ich gemacht: nein

Mal was anderes mitspielen / an einer anderen Spielrunde teilnehmen

Das ist auf jeden Fall eine gute Sache, um über den Tellerrand mal hinauszublicken. Für Oneshots bin ich da sehr offen, von der Teilnahme einer längerfristigen Spielrunde mit einem Spielsystem, das eigentlich nicht so meines ist, würde ich eher Abstand nehmen. Man würde mir glaube ich mangelnden Spielspaß anmerken und das verdirbt es auch für die anderen.

Bei Cons hat man nicht nur Gelegenheit, eben mal was Neues bzw. Anderes auszuprobieren, sondern auch mal mit völlig anderen Leuten als üblich am Tisch zu sitzen. Das ist in der Tat sehr spannend und kann sicherlich entweder ganz toll sein, oder auch ziemlich doof. Aber in jedem Fall ist eine gute Erfahrung und man kann herausfinden, warum es eben schön war, oder warum genau es doof war. Das sind Dinge, die man in die eigene Runde mitbringt, um die wiederum zu optimieren.

Hab ich gemacht: ja

Mal eine fanatische Spielfigur spielen

Das habe ich früher in grauer Vorzeit unbewusst öfter mal gemacht, und ja, das war kein Spaß für die Spielrunde und rückblickend auch nicht für mich. Heute frage ich mich: WARUM?! Ich würde heute keinesfalls mehr eine fanatische Spielfigur wählen.

Hab ich gemacht: ja

Ein Abenteuer entgleisen lassen und trotzdem zu einem guten Ende bringen

Ok, jeder, der auch als GM lange genug aktiv ist, weiß: Das passiert auch ganz ohne Planung 😄. Die Kunst besteht wirklich darin, die Geschichte inhaltlich spontan so anzupassen, dass vielleicht nicht das Hauptziel erreicht wird, aber dennoch es zu einem Schluss kommt, der zufriedenstellend ist. Das ist oft nicht einfach, und der GM muss hier sein Ego hinten anstellen und nicht auf Biegen und Brechen das Abenteuer durchpressen oder gar beleidigt unschön abrechen.

Hab ich gemacht: ja (und ja, auch schon früher mal beleidigt abgebrochen. Furchtbar!)

Als Spielleiter einen ungeplanten Party kill durchziehen

Ja, das Heldenleben ist gefährlich … Zum Tod im Rollenspiel hab ich mal einen eigenen Beitrag geschrieben, ist nicht unbedingt ein einfaches Thema. Wenn sich die Gruppe grundsätzlich auf „Die Welt ist gefährlich“ geeinigt hat, sollten Kampfbegegnungen potenziell tödlich sein, und wenn der SL merkt, dass die Heldengruppe zu unterliegen droht, kann das schon auch mal zum Party kill führen.

Hab ich gemacht: ja

Die Reality-Experience

So hab ich jetzt mal den Punkt genannt; gemeint ist: Mal mit dem Rucksack in die Wildnis, einen Tag ohne Strom auskommen, mal eine Rüstung anziehen oder ein Schwert schwingen. All das schafft besseres Verständnis für die jeweilige Sache und bei aller Phantastik im Rollenspiel hilft es schon, wenn man zumindest grundsätzlich weiß, wovon man spricht und nicht auf völlig abwägige Ideen kommt.

Hab ich gemacht: ja

Larp spielen

Ein Thema, mit dem ich mal eine Zeit lang geliebäugelt habe, es aber nie zu einem Feldversuch kam. Wie ein Larp sich also anfühlt, kann ich nicht sagen, aber ich vermute einfach mal, dass es zum einen stark von der Orga abhängt (wenn das darum-herum nicht passt, wirds glaube ich schwierig), und zum Anderen von den Teilnehmern. Nicht jeder ist der geborene Darsteller, und haufenweise Requisiten können nicht mangelndes Schauspieltalent ersetzen (für gutes Schauspiel wird übrigens gar nichts benötigt, erste Castings laufen immer in Alltagsklamotten). Beim Tischrollenspiel wird keine große Darstellungskunst benötigt oder erwartet, ist auch gar nicht notwendig, aber beim Larp vermute ich da schon eine große Relevanz für die Stimmung und Immersion. Soll heißen: Mir würde es das Erlebnis schon verderben, wenn mir jemand in komplettem Outfit erklärt (nicht verkörpert), welch großer Zauberer/Krieger/was auch immer er jetzt ist.

Hab ich gemacht: nein

Sich mit der Rollenspielgeschichte beschäftigen

Das ist in der Tat sehr interessant und super spannend, wie sich so manche Dinge entwickelt haben. Sehr zu empfehlen 😊

Hab ich gemacht: ja

Einschlägige Filme schauen

Ja, mit Conan Der Barbar und ähnlichen bin ich groß geworden und die Klassiker kann man sich schon noch mal anschauen. Man darf sich allerdings nicht wundern, nicht dieselbe Begeisterung zu verspüren, wie damals, denn die Zeit ist heute eine andere – und man ist älter geworden 😇

Hab ich gemacht: ja

Stereotype Rollenspiele spielen

Das ist gelegentlich richtig toll. Einmal mit einem Lichtschwert kämpfen, oder bei Elrond in Bruchtal anklopfen – das muss man wirklich mal gemacht haben. Das Schöne ist hierbei, dass das jeweilige Setting durch Filme, Serien und Bücher wohl vertraut ist und man als Fan sofort in der Materie drin ist – kein Worldbuilding notwendig.

Hab ich gemacht: ja

Musik beim Rollenspiel einsetzen

Unbedingt! Das habe ich schon früh begonnen, zu schätzen gewusst und immer weiter ausgebaut. Heute möchte ich eigentlich nicht mehr ohne spielen. Musik transportiert wie fast nichts sonst beeindruckend leicht Emotionen und zusammen mit der Darstellung einer Situation oder Szene kann das ein tolles Erlebnis für den gesamten Spieltisch werden. Für den SL setzt das natürlich erhöhte Vorbereitungszeit voraus, aber das lohnt sich definitiv.

Hab ich gemacht: ja

Aktiv an der Communitiy teilnehmen

Das versuche ich mit meinem Blog zu tun, und lese/höre auch gelegentlich bei anderen gerne rein. Es ist nur leider ein Zeitproblem für mich, oder besser gesagt, muss ich die Prioritäten oft anders setzen.

Hab ich gemacht: ja

Unkonventionelle Gruppenkonzepte erleben

Ein Spielleiter – ein Spieler, oder ein Spielleiter – zehn Spieler. Bei beiden Extremen bin ich eher zurückhaltend, was meine Begeisterung dafür anbelangt. Die kleinste Runde war für mich mal ein SL, zwei Spieler, was ich schon für zu klein halte; wirklich 1:1 kann eigentlich nur als Prolog für eine Spielfigur dienen, die dann in einer Spielrunde zum Einsatz kommen soll. Eine große Runde wiederum (für mich alles ab sechs Spielern), wird zur echten Herausforderung sowohl für den Spielleiter, wie auch die Spieler. Man wird als Spieler inkauf nehmen müssen, dass man längere Zeit „nicht dran“ ist und auch sehr diszipliniert sein müssen, in dieser Zeit nicht abzuschweifen oder durch sonstige Aktivität zu stören. Große Runden gehen wahrscheinlich nur mit einem sehr einfachen, schnellen Regelsystem, aber auch dann bevorzuge ich persönlich die Standardgruppengröße ein Spielleiter – 4-6 Spieler.

Hab ich gemacht: ja

Mal ein Abenteuer selber schreiben oder improvisieren

Das ist auch ein schönes Erlebnis und man wird feststellen, dass das vielleicht gar nicht so einfach ist, wie man sich das gedacht hatte. Wenn man viele Stunden am PC getippt und überlegt hat, und dann am Spielabend das sorgsam erdachte Abenteuer in wenigen Minuten völlig zerschossen wird … 😜 Improvisation ist da schon besser, weil die Vorbereitungszeit minimiert wird, ist aber auch bisweilen ein anstrengender Abend für den SL, da dieser sich an nichts klammern kann, sondern beständig auf Entwicklungen im Spiel mit spontan kreirten Inhalten reagieren muss. Ich bin mittlerweile ein großer Fan der – ich nenne es mal – die selbstgeschriebene Improvisation. 😊 Zwei oder drei Themen vorbereiten, beispielsweise das Grundgerüst eines Dungeons, die Wegelagererbande oder Mordfall in einem Dorf und dann den Spielern diese Optionen präsentieren. Normalerweise wird eine davon sicher das Interesse wecken und zumindest für diesen Abend geht das Spiel in dieser einen Richtung weiter. Zusammen mit den stichpunktartigen Überlegungen kann man dann die Story bauen und auch Ideen aus dem laufenden Spiel aufgreifen (Spieler: „Was ist, wenn der Mörder ein Magier ist?!“ / Spielleiter in Gedanken: Gute Idee … Laut: „Bei genauerer Untersuchung stellt ihr fest, dass sich getrocknetes Blut an den Ohren des Opfers befindet. Jemand hat möglicherweise seinen Verstand zerstört …“ – oder so ähnlich 😊)

Ja, äh, das wars und jetzt sehe ich, dass das echt viel geworden ist …
Hat jemand wirklich bis hierher gelesen? Was sind eure Dinge, die man als Rollenspieler mal unbedingt gemacht haben muss? Schreibt mir gerne in den Kommentaren oder den Social Media.