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[Kickstarter] Vampire: The Masquerade – Heritage

Vampire: The Masquerade ist ein wohlbekannter Rollenspielvertreter im World of Darkness Universe. Mit Vampire: The Masquerade – Heritage (Nice Game Publishing) bekommt das Pen&Paper-Spiel nun einen Brettspielableger im Legacy-Format. Auf der Spielwiesn 2018 in München konnte ich bereits einen Blick auf das (damals noch unfertige) Spiel werfe nund mir auch einen Überblick geben lassen, wie es im Groben funktionieren wird. Jetzt ist wie angekündigt der Kickstarter zu dem Spiel online gegangen. Werde ich zugreifen?

Vampire: The Masquerade Heritage
Box + Clan Leader Cards; Bild von der Kickstarterseite

Spielidee und Ersteindruck der Umsetzung waren gut und sind mir als „vielversprechend“ im Gedächtnis geblieben.  Bei dem gewaltigen Angebot an Spielen muss man für sich eine Auswahl treffen, denn alles zu kaufen und auch zu spielen ist nicht möglich. Ein Freund sagte mir kürzlich, dass er aus diesem Grund verstärkt auf das Artwork achtet, um so für sich zu selektieren. Das ist ein guter Ansatz, wobei auch die Spieldauer für mich ein entscheidender Faktor ist. Spiele mit vier Stunden und mehr kommen einfach zu selten auf den Tisch. Wie schneidet jetzt Vampire: The Masquerade – Heritage unter diesen beiden Kriterien ab?

Das Artwork, und davon konnte ich mich am Demotisch direkt überzeugen, ist kunstvoll und stimmig zum Thema. Das gesamte Material erscheint hochwertig und fängt das Gesamtambiente gut ein. Spannend finde ich den Aspekt, dass die Vampirblutlinien, die man als SpielerIn aufbaut, über die Jahrhunderte vom späten Mittelalter in die Moderne geführt werden. Mittels Aufkleber können die Charaktere verschiedene Upgrades erhalten und mächtiger werden. Gleichzeitig geht es um den Einfluss der Vampirclans in Europa …

Vampire: The Masquerade Heritage
Spielmaterial; Bild von der Kickstarterseite

Das Spiel ist für 2-4 SpielerInnen und dauert 15-20 Minuten pro Person. Das klingt nach einer guten, angenehmen Spiellänge und macht es „feierabendtauglich“. Das Interesse scheint sehr hoch, da das Finanzierungsziel längst übertroffen ist. Der Preis bleibt mit 59 € für ein Spiel in dieser Qualität und mit diesem Umfang im Rahmen. Für 89 € gibt es noch mehr Material und die volle Vampire-Heritage-Experience.

Tja, ich werde wohl nicht nein sagen können, und mich den angehenden Vampirclanoberhäuptern bei Kickstarter anschließen. 😉 Liefertermin ist mit März 2020 angekündigt – ab da werde ich mich in die Brettspiel-World-of-Darkness aufmachen …

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Gespielt: Trickerion & Root

Neben Tabletop-RPG spiele ich auch sehr gerne diverse Brett- bzw. Kartenspiele aller Art. Neben bekannten Spielen setze ich mich gern auch an einen Tisch mit einem für mich neuen Spiel. In den folgenden zwei Spielen geht es um Zauberei und die Herrschaft in einem Wald. Was kommt auf mich zu? Würde ich es nochmal spielen oder sogar selber kaufen?

Trickerion

Trickerion ist bei APE Games erschienen und auf der Seite des Verlags gibt es etliche Infos zu dem Spiel (in Englisch, das Spiel ist auch auf Deutsch erhältlich). Die SpielerInnen übernehmen die Rolle von Zauberkünstlern, die mit ihren Auführungen um die Gunst des Publikums buhlen. Dafür müssen die Tricks erlernt, die notwendigen Materialien besorgt und zu guter Letzt auch die Aufführung vorbereitet werden. Trickerion ist ein Worker-Placement-Spiel mit durchaus zwei Stunden Spieldauer (zu viert) und kann das Ambiente gut einfangen und abbilden. Man spielt zwar gegeneinander, allerdings eher im Wettlauf, als direkte Einflussnahme. Lediglich beim Setzen der Gehilfen (Worker) kann man sich aktiv blockieren, ebenso was die Plätze bei den Theatervorführungen anbelangt, wobei das eher weniger kompetitiv wirkt. Würfel sind nur an einer Stelle im Spiel und legen das für diese Runde zur Verfügung stehende Angebot fest, daher ist Trickerion wenig Glückgesteuert, sondern verlangt Planung und Strategie. Verschiedene Zauberschulen wie Mechanik oder Illusion erhöhen den Wiederspielwert.

Insgesamt hat mich Trickerion gut unterhalten, schön ist auch die geringe Downtime in den Runden, weshalb ich es durchaus wieder spielen würde.

Trickerion The Nerd Inn

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Root

Dieses Spiel ist bei Leder Games erschienen und auch hier gibt es etliche Infos auf der Seite des Publishers. Bei Root versuchen die SpielerInnen als eine der verfügbaren Rassen (Katzen, Vögel, etc.) die Herrschaft über einen Wald zu erlangen. Die Rassen spielen sich asymmetisch, was zur Folge hat, dass alle Spielmechaniken beim ersten Spielen erklärt werden müssen, auch um zu verstehen, was die anderen können, was ein spürbarer Zeitfresser ist und sich kaum alles als Root-Neuling merken lässt. Root ist stark kompetitiv angelegt, was jedoch genau dieses Wissen erfordert, um erfolgreich zu sein.

Das Spielmaterial weiß hinsichlich Artwork und Design zu gefallen, insbesondere die hölzernen Spielfiguren heben sich voneinander ab und sind schön anzusehen. Die Spielmechanik kann nicht einheitlich verglichen werden, da sie wie erwähnt stets unterschiedlich ist. Ich hatte die Eyrie Dynasty, mit der ich ehrlich gesagt überhaupt nicht glücklich war. Hier war die Vorgabe jede Runde mindestens eine Handlungskarte für eine Aktion festzulegen, und diese Aktionsreihenfolge musste zwangsläufig abgearbeitet werden. War dies an einem Punkt nicht mehr möglich, kam es zum Zusammenbruch der Nation und ein neuer Herrscher musste gewählt werden. Das konnte ich zwar erstaunlich lange verhindern, allerdings emfand ich den wachsenden „vorprogrammierten“ Ablauf meiner Aktionen als ziemlich fremdgesteuert und chaotisch. Spontaner Entscheidungsfreiraum wie beispielsweise beim Vagabunden hätte mir sehr viel mehr Spaß gemacht, glaube ich.

Dementsprechend war mein Spielerlebnis eher getrübt, was aber auch daran lag, dass ich generell ein Faible für kooperative Spiele habe. 😊 Root ist sicherlich noch einen Versuch mit einer anderen Rasse wert, aber zu meinen Lieblingsspielen wird es wohl nicht gehören.

Root The Nerd Inn

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Kennt ihr Trickerion oder Root? Wie ist eure Erfahrung damit?
Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

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Spielwiesn 2018 – Ich war dabei

Seit etlichen Jahren ist die Spielwiesn eine regelmäßige Veranstaltung im MOC München und dieses Jahr habe ich es endlich auch einmal hingeschafft. Diverse Rollenspielconventions kenne ich schon und habe großen Gefallen an ihnen. Kann ich da trotz Begeisterung für Tabletop Games aller Art mit der Spielwiesn etwas anfangen?

Spielwiesn2018 (1)

Hinein ins Gespiele Geschehen

Als meinen Besuchstag habe ich mir den Freitag ausgesucht (Samstag war tagsüber für die Family verplant und Abends stand schon die D&D-Runde im Kalender – und Sonntag bin ich meistens faul 🙂 ), auch, um dem Andrang am Samstag / Sonntag zu entgehen. Kurz nach Eröffnung um 13 Uhr war ich vor Ort und konnte ohne Schlangestehen eine Tageskarte erwerben und meine Jacke an der Garderobe abgeben. Mehrere Ein- und Ausgänge waren geöffnet, also auch hier kein Warten, sondern direkt hinein ins Geschehen. Ein angenehmer Start!

Die Örtlichkeit kannte ich schon von der Munich Comic Con, was mir die Orientierung enorm erleichterte. Wie zu erwarten war, stapelten sich allerorts Spiele, Spiele, Spiele. Mal aufgetürmt, mal in Regalen boten Händler die Spiele zum Verkauf an, zudem gab es reichlich Angebot an Speis und Trank. In Halle 2 gab es zu meiner Überraschung eine größere Legoausstellung, Bereiche über Lego Technik und sonstige Aussteller, die zusammen mit der eigene Kinder-Spielothek die Spielwiesn sehr familienfreundlich machen. Für jeden etwas da – sehr schön!

Spielwiesn The Nerd Inn

Für mich ging es schwerpunktmäßig in Halle 3, durch die ich etliche Runden gedreht habe. Viele Publisher hatten Demotische in ihrem Ausstellerbereich aufgestellt, um hauseigene Spiele – meist stand auch gleich ein Erklär-Bär zur Seite – kennenzulernen. Zentral platziert war die Spielothek, an der aus einer großen Auswahl Spiele ausgeliehen und an den zahlreichen bereitgestellten Sitzplätzen ausprobiert werden konnten. Die Bierbänke erschienen da für so manches Spiel etwas schmal, dafür waren sie platzsparend und es gab wirklich massenhaft Plätze.

Spielwiesn The Nerd Inn

Genauer angesehen habe ich mir …

Am Stand von Dragon Dawn Productions war an einem Tisch Perdition’s Mouth – Abyssal Rift aufgebaut und der Game Designer Timo Multamäki konnte mir und zwei anderen Interessierten alles über sein Spiel erklären. Perdition’s Mouth ist ein Dungeon Crawler mit unkomplizierten Regeln und schnellem Aufbau. Das Spielmaterial ist stimmig, auch die Miniaturen können sich sehen lassen. Das Kampagnenspiel bietet unterschiedliche Wege, um den Wiederspielwert zusätzlich zu den verschiedenen Charakteren zu erhöhen. Preislich liegt Perdition’s Mouth über der 100-€-Marke, allerdings bietet es auch reichlich Inhalt fürs Geld. Da ich derzeit mit Dungeon Crawlern gut eingedeckt bin (Descent, und vor allem seit Kurzem Gloomhaven), muss Perdition’s Mouth leider erst ein wenig warten. Wer noch kein Spiel in dieser Richtung hat, kann Perdition’s Mouth auf jeden Fall eine Chance geben. Auch in Deutsch verfügbar!

Spielwiesn The Nerd Inn
Perdition’s Mouth Spielaufbau

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Weiter ging es an den Demotisch zu Unearth, einem Kartenspiel. Als Entdecker erkunden die Spieler Ruinen vergangener Zivilisationen, um Rohstoffe zu sammeln und neue Monumente zu errichten. Es kommen unterschiedliche Würfel im Worker Placement-Sinne zum Einsatz, wobei das Würfelglück (oder Pech) durch andere Effekte etwas reduziert wird. Planung ist also durchaus entscheidend, mit wie vielen Siegpunkten man nach einer Partie (ca. 45 Minuten) dasteht. Das Artwork hat hier einen eigenen Stil, der zum Thema gut passt und sich abhebt. Insgesamt ein schönes Spiel, hat mich aber nicht derart gepackt, dass ich es kaufen würde; spiele es aber gerne mit. 😉

Spielwiesn The Nerd Inn

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Was ich unbedingt ausprobieren wollte, war KeyForge: Ruf der Archonten, das neue Kartenspiel von Richard Garfield (Magic – The Gathering). KeyForge ist ein schnelles 2-Spieler-Kartenspiel, bei dem es darum geht, als erster drei Schlüssel zu schmieden. Der Clou: Bei KeyForge gibt es nur fertig gestaltete Kartendecks. In der Starterbox sind vier enthalten, und Decks können einzeln nachgekauft werden. Das Spiel wurde inhaltlich so konstruiert, dass es eine unglaublich viele verschiedene Decks gibt. Da kommt sofort die Frage nach dem Balancing auf, was über Decktausch und schließlich das Bieten auf ein bestimmtes Deck geregelt wird. Ob das funktioniert, konnte ich nicht ausprobieren, wohl aber eine Demorunde.

KeyForge ist leicht zu erlernen, erfordert sowohl Taktik, als auch etwas Glück beim Kartenziehen. Eine Partie ist schnell gespielt, weshalb im Turniermodus auch mehrere Runden mit einem Gegner gespielt werden sollen. Wegfallender Deckbau klingt zunächst verlockend, auch ein Pay-to-win scheint es nicht zu geben, und dennoch bin ich noch nicht ganz von dem Konzept überzeugt und möchte das erst einmal ein wenig beobachten. Die Verlockung mit schier unendlich verschiedenen Decks klingt ein wenig nach Geldmacherei und einer Neuerfindung des Trading-Card-Game-Prinzips. Aber vielleicht täusche ich mich ja. 😊 KeyForge spiele ich auch auf jeden Fall gerne mit, die Kaufentscheidung ist jedoch noch nicht da.

Spielwiesn The Nerd Inn
Toller Demotisch für Keyforge

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Nicht gespielt, aber viel erfahren habe ich abschließend noch über Heritage, ein Legacy-Game im Vampire The Masquerade-Universum. Das Spiel befindet sich noch in der Entwicklung und wird 2019 ein Kickstarterprojekt (Werde ich mich in die World of Darkness begeben?). Die Spieler übernehmen die Kontrolle über Vampire und versuchen über die Jahrhunderte, Blutlinien aufzubauen. Dabei verändern sich die unsterblichen Spielfiguren (Vampire) dauerhaft, was mit Aufklebern auf den Karten abgebildet wird. Das Artwork überzeugt hinsichtlich Ambiente, auch die Idee, mit den Vampiren im Wettstreit um Einfluss auf der Map (Area Control) durch die Zeit zu reisen. Die Spielmechanik müsste ich genauer ausprobieren, um sie beurteilen zu können.

Spielwiesn The Nerd Inn

Gekauft!

Machen wir uns nichts vor: Natürlich war im Vorfeld klar, dass ich nicht mit leeren Händen wieder heim gehen werde. 😅 Bei der gewaltigen Auswahl war es schlussendlich nicht leicht, sich zu entscheiden. Mehrfach bin ich um Terraforming Mars herumgeschlichen, auch um Azul, was gefühlt auf jedem zweiten Tisch gespielt wurde. Entschieden habe ich mich letztendlich für zwei Spiele, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

This War Of Mine ist die Brettspielumsetzung des gleichnamigen Computerspiels und ich habe schon einiges darüber gelesen. Der moderate Preis und der Schwerpunkt auf der düsteren, inhaltlich teils schwerverdaulichen Story hat mich überzeugt, es mitzunehmen. Und nach einem ersten Spieltest habe ich den Kauf keinesfalls bereut – es ist allerdings thematisch wirklich schwere Kost und nicht unbedingt immer stimmungsmäßig geeignet, um auf den Tisch zu kommen.


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Daher der Ausgleich: Exploding Kittens! Ein sehr kurzweiliges, unterhaltsames Kartenspiel. Schnell erklärt, schnell gespielt; ein klassischer Lückenfüller, der auch Spielemuffel aus der Reserve locken kann. Gibt es übrigens auch in der Erwachsenen-Variante mit „explicit content“! 😜

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Fazit

Die Spielwiesn findet jährlich in München statt und ist eine Mitmach-Messe rund um Brett- und Gesellschaftsspiele. Das große Plus ist die Möglichkeit, unkompliziert Spiele ausprobieren zu können. Hierfür scheint es von Vorteil zu sein, in einer kleinen Gruppe loszuziehen, da man als Einzelperson mehr durch Zufall als Planung an einer Spielrunde teilnehmen kann. Generell heißt es Zeit mitbringen, denn die Stunden vergehen beim Spielen im Handumdrehen, und hinzu kommt ja noch das Stöbern im Kaufangebot … Die Atmosphäre empfand ich im Vergleich zur Comic Con ruhig, also genau richtig für Brettspiele. Das Verpflegungsangebot war sehr gut, generell wirkte alles gut organisiert – nächstes Jahr komme ich gerne wieder! 🙂

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Upgrading the Box: Insert für Gloomhaven

Seit einiger Zeit bin ich stolzer Besitzer von Gloomhaven, dem legendären Legacy-Brettspiel. Einen Ersteindruck, eher ein erweitertes Unboxing, gibt es hier. Gloomhaven besitzt problemlos das Potential, über 100 Stunden Spielspaß zu liefern, dementsprechend umfangreich ist das Spielmaterial. Unzählige Dungeon-Tiles, Marker, Monsteraufsteller und Karten werden benötigt, um die Abenteuer rund um Gloomhaven zu erleben. Nach dem ersten Auspacken und angesichts des vor mir ausgebreiteten Spielmaterials ist mir schnell klar geworden, dass es ohne eine Form von Sortierhilfe wirklich mühsam werden würde. Und nachdem das Spiel bei einem ersten Test bei mir nicht durchgefallen ist, bin ich schwach geworden und habe mir das zum Spiel passende Insert von e-Raptor gekauft. Kann das Insert seinen Zweck erfüllen, oder ist es nur rausgeschmissenes Geld?

Mit ca. 80 € ist das e-Raptor Insert für Gloomhaven nicht ganz billig; ich hatte das Glück, es über eBay für 55 € zu erwischen. Das gelieferte Paket ist erstaunlich flach, hat aber ein spürbares Gewicht.

Gloomhaven Insert The Nerd Inn

Wie bei anderen Inserts von e-Raptor beinhaltet das Paket etliche Holzplatten, aus denen die Einzelteile zum Zusammenbau der Tableaus zunächst herausgelöst werden müssen. Praktisch: Über den QR-Code auf dem Kartonaufkleber bekommt man eine Zusammenbauanleitung.

Mit dem Aufdruck „no glue required“ verspricht e-Raptor nicht zu viel. Es handelt sich um ein solides Stecksystem, welches stabil ineinandergreift. Zudem haben die Holzteile eine vertrauenerweckende Dicke, um später ohne Sorge angefasst werden zu können. Das viele Spielmaterial braucht auch viel Platz, daher der höhere Preis für das Insert und Lieferumfang: Für den Zusammenbau sollte man sich schon 1-2 Stunden Zeit nehmen …

Nach dem Zusammenbau folgt gleich die nächste Challenge: das Einräumen. Wo kommt was am besten hin? Manches ist selbsterklärend, aber ansonsten habe ich mich an einschlägigen Videos auf YouTube orientiert, die eine sinnvolle Sortierung vorschlagen. So sieht es dann aus:

Hat man alles sortiert und die Spielebox umgeräumt, passt tatsächlich weiterhin das gesamte Material hinein – also auch die Dungeon-Tiles, das Szenarioheft und die Spielanleitung.

Lohnt es sich nun? Ich finde schon: Das Material des Inserts ist hochwertig, einfach und ohne Hilfsmittel zusammenzubauen. Es erfüllt perfekt seinen Zweck und sieht auch noch gut aus. Das Heraussuchen des Materials für ein Szenario geht deutlich schneller, zugleich ist alles gut verstaut. Ein Legacy-Spiel spielt man für gewöhnlich nur einmal, aber wenn es bei Gloomhaven leicht über 100 Stunden Spielinhalt bietet, lohnt es allemal, sich noch etwas Zubehör zuzulegen. Und wenn man sich dafür entscheidet, dann doch lieber gleich von Anfang an, als erst viel später. 😉

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Gloomhaven – der erste Eindruck

Gloomhaven ist ein Legacy-Game und wurde von Isaac Childres entwickelt. In 2015 wurde es über Kickstarter finanziert und hat sich bald auf Platz 1 auf BoardGameGeek emporgeschwungen. Zu Recht? 2017 kündigte der Feuerland Spieleverlag an, eine deutsche Version von Gloomhaven zu realisieren, die nicht über Kickstarter lief, sondern über Vorbesteller finanziert wurde. Ich habe Gloomhaven schon lange im Visier und bin gedanklich um einen Kauf der englischen Version herumgeschlichen, habe mich aber auch aufgrund des stolzen Preises nicht herangetraut. Mit der deutschen Version fallen umständliche Zoll- und Versandgebühren weg, und das eher komplexe und vor allem umfangreiche Spiel wird möglicherweise auf Deutsch einfacher sein, also habe ich zum günstigeren Vorbestellerpreis zugeschlagen. Kann das vielgelobte Fantasyspiel halten, was es verspricht, oder ist es nur ein ausgiebiger Dungeon-Crawler?

Gloomhaven The Nerd Inn
It’s … huge!

Auch wenn ich schon Bilder und Videos über die berühmt-berüchtigte Spielebox gesehen hatte, war es doch noch ein echtes Highlight, den Karton auszupacken. In der gewaltigen 9 Kilo schweren Box befindet sich Unmengen an Spielmaterial, neben diesem Umfang verblassen viele Spiele. Allein für das Unboxing habe ich gute 45 Minuten gebraucht, und dann war alles noch nicht wieder zurückgeräumt … Das Spielmaterial wirkt auf den ersten Eindruck durchwegs sehr gut, allerdings hat ein erster Spieltest erste Schwächen hervorgebracht. Aber der Reihe nach.

Gloomhaven The Nerd Inn
Das Szenarioheft, rechts das versiegelte Stadtarchiv
Gloomhaven The Nerd Inn
Viele Karten! Was sich wohl in den Schachteln verbirgt?
Gloomhaven The Nerd Inn
Die SpielerInnenfiguren sind als Miniaturen vorhanden; Beispiel: Barbar und Schurkin

Zunächst muss man betonen, dass Gloomhaven kein Spiel für Gelegenheitsspieler ist. Wer sich hier heranwagt, sollte Spielerfahrung in komplexen Spielen mitbringen, ebenso eine gewisse Ausdauer und erhöhtes Interesse am Highfantasy-Genre, da einen das Spiel viele Stunden beschäftigen wird. Es gibt bereits unzählige Videos und Berichte, in denen Gloomhaven im Allgemeinen vorgestellt wird (inhaltlich kann und sollte man nichts dazu sagen, um Spoiler zu vermeiden), daher belasse ich es bei meinem persönlichen Eindruck.

Gloomhaven The Nerd Inn
Das Spielmaterial im Überblick

Um einen wirklichen Eindruck von dem Spiel zu bekommen, wird man erst einmal einige Spielabende verstreichen lassen müssen, um das Spiel wirklich erfassen zu können. Das Regelwerk liest sich gut und erklärt die Spielmechanik verständlich. Gloomhaven spielt sich voll kooperativ, d.h. die Steuerung der Gegner hinsichtlich Aktionen und Bewegung muss von den Spielern mit übernommen werden. Hierbei präsentieren sich die Regeln zwar anspruchsvoll, werden aber nicht zu komplex. Angesichts der Fülle an Spielmaterial wird schnell klar: Ohne eine Form von Sortierung ist man ziemlich verloren. Der erste Aufbau eines Szenarios hat spürbar Zeit in Anspruch genommen und eine Vorsortierung verspricht hier gute Abhilfe. Hat man einmal den Rundenablauf verinnerlicht, spielt es sich flüssig und fühlt sich ein Stück weit an wie Descent (*) ohne Overlord.

Jetzt aber sind erste kleine Ärgernisse hinsichtlich des Materials aufgetaucht: Die Lebens- und Erfahrungspunkte werden von jedem Spieler / jeder Spielerinn für die eigene Spielfigur mittels einer Anzeigeschablone und Drehscheiben dokumentiert. Das Problem: Die Scheiben drehen sich viel zu leicht und verändern sich beim bloßen Hochheben. Eingestellte Zahlen rollen leicht weiter und man weiß nicht mehr, was gilt. Hierüber könnte man noch hinwegsehen, aber weitaus ärgerlicher sind die zu engen Standfüße für die Pappaufsteller. Während die Spielercharaktere als Miniaturen vorliegen, werden die über 200 Gegner mit Pappaufstellern abgebildet. Die sind jedoch so dick bzw. die Standfüße so eng, dass sie sich nur sehr schwer hineinschieben lassen und meist auch nicht, ohne den Aufsteller dauerhaft zu beschädigen. Ein sehr ärgerlicher Umstand, da hier reger Wechsel bei den Szenarien stattfindet. Schade, denn hier wird man sich separate Standfüße besorgen müssen.

Gloomhaven The Nerd Inn
Beschädigung durch den Standfuß

Und damit muss ich meinen Ersteindruck, eher ein erweitertes Unboxing, schon beenden, denn es braucht noch gut ein paar Spielstunden mehr, um einen fundierten Ersteindruck abzugeben. Klar ist jetzt schon: Gloomhaven fordert Zeit ein. Die Angabe „30 Minuten pro Spieler“ scheint zu stimmen und zusammen mit dem Szenarioaufbau, Weg- und Stadtbegegnungen, Level-up von Spielfiguren, Ausrüstung auswählen und kaufen ist es schlichtweg ein zeitintensives Spiel. Wer Pen&Paper-Rollenspiele mag, wird sich hier heimisch fühlen und das Land um Gloomhaven zu entdecken verspricht großen Spaß zu machen. Schon das erste Anbringen eines Ortsaufklebers fand ich toll, und die vielen versiegelten Schachteln erzeugen Neugier auf den freizuspielenden Inhalt. Wie sich Gloomhaven nach mehreren Spielsessions präsentiert, bleibt abzuwarten, aber momentan zumindest ist mein Daumen noch klar nach oben gerichtet. 🙂

Affiliate Links:

Das Spiel:

Inserts von e-Raptor:

Broken Token Gloomhaven Organizer: