Rollenspiel

RPG-Blog-O-Quest #49: Erotik

Die ursprünglich von Greifenklaue und Würfelheld ins Leben gerufene Aktion kann mittlerweile auf 49 unterschiedlichster Themen Rund um das rpg-boq-logoHobby Rollenspiel zurückblicken. Die 49. RPG-Blog-O-Quest für Oktober stammt von Gloria (Nerd-Gedanken) und ist ein heißes Eisen: Erotik. Hier sind die Fragen und meine Antworten dazu.

1. Rollenspiel-Publikationen mit Sonderregeln für körperliche Liebe, Erotik und artverwandte Themen wie beispielsweise „Wege der Vereinigung“ für das System „Das Schwarze Auge“ finde ich ___________________, weil ________________ .

… sehr seltsam, weil ich staune, dass es offenbar Spielrunden gibt, die diesem Thema derart viel Zeit und Inhalt beimessen, dass sie sogar gerne eigene und explizite Regeln dafür verwenden. Die Ankündigung und Veröffentlichung von „Wege der Vereinigung“ (DSA) hat damals eine ziemlich kontroverse Diskussion über die Sinnhaftigkeit dessen losgetreten und gezeigt, wie polarisierend das Thema ist. Spielregelbände zu diesem Thema kaufe ich nicht.

2. Besuche im Puff, Stripclub oder in Tempeln von Gottheiten mit Schwerpunkt körperlicher Freuden sind für manche Tischrunden oder Spielumfelder völlig normal, für andere undenkbar. Was haltet ihr davon?

Tja, nun äh … Sagen wir mal so: Es hat ja auch mal einen jugendlichen Kilian gegeben, dessen Spielfiguren damals zugegebenermaßen tatsächlich gern mal solche Örtlichkeiten aufgesucht haben (das pupertäre „Ich geh mal rein, da sind die nackt, gnihihi“). Immerhin war es nicht grundsätzlich, sondern wenigstens passend zur Spielfigur. Explizit ist es allerdings nie geworden (der Götter sei Dank! Da hätte ich mich sonst heute geschämt) und schon sehr lange ist das kein Thema mehr. Ich wüsste ehrlich gesagt gar nicht, wie ich als Spieler bzw. DM reagieren würde, wenn das jetzt plötzlich jemand tun würde (interessanterweise gibt es in meinem Rollenspielumfeld nämlich niemanden, der in diese Richtung schlägt).

Wenn es zur aktuellen Story passt, weil beispielsweise die Spur in zwielichtige Kreise führt, kann ein Bordell oder Stripclub durchaus eine plausible Location sein. Dann aber sehe ich sie eher als Kulisse der Story, nicht Hauptattraktion.

3. Der erotischste NPC, der/die mir in meiner ganzen Spielkarriere bisher begegnet ist, war _________ und ist mir wegen ______ besonders im Gedächtnis geblieben.

Kann ich ehrlich gesagt nicht benennen. Entweder habe ich es mir nicht gemerkt, oder schon lange als unwichtig eingestuft und daher vergessen.

4. Fähigkeiten wie „Verführen“ bemessen die Geschicklichkeit eurer Charaktere, ihnen einen NPC durch erotisches Geplänkel gewogen zu machen. Wie nutzt ihr diese am Spieltisch – wird gewürfelt, ausgespielt oder eine andere Option?

Als langjähriger, früherer DSA-Spieler kann ich mich an das Talent „Betören“ erinnern, welches durchaus öfter zum Einsatz kam. Allerdings haben wir es auch als Variante und Option für „Überreden“ verwendet (je nach Situation). Sicherlich wurde es in meinem jungen Jahren auch zu anderen Zwecken gegenüber NPC angewendet, wobei weiterführende Beschreibungen bei Erfolgt ebenfalls nie explizit und ausschweifend wurden, sondern eher sinnlich und bei Andeutungen blieben. Das fand ich damals völlig ok und ich kann glaube ich gerade meine Frage in Antwort 2 beantworten: So würde ich es heute handhaben.

Gegenüber einem SC würde ich übrigens nie eine „Betören“-Probe zulassen; bei Erfolg muss (!) dann der eine SC sich auf Erotik mit dem anderen SC einlassen? So funktioniert das für mich nicht und das würde ich rigoros als DM unterbinden. Wenn zwei SpielerInnen freiwillig Spaß daran haben, hier untereinander eine persönliche/erotische Note einzubringen, dann wäre das etwas anderes, wenn es wie vieles anderes auch dezent und eine Bereicherung bleibt, und nicht andauernd die „Screentime“ an sich reißt.

5. Im LARP gibt es dagegen seit Jahren entsprechende Regeln, in anderen RPG-Umgebungen hat sich das aber längst nicht so weit verbreitet: Wie geht ihr mit dem Thema „sexualisierte Gewalt“ im Rollenspiel um?

Damit bin ich glücklicherweise noch nie im Rollenspiel konfrontiert worden und würde es weder als Spieler, noch als DM in irgendeiner Form dulden. Auch beispielsweise NPC von einer Vergewaltigung berichten zu lassen, ist grenzwertig – Triggergefahr! Insbesondere bei unbekannten MitspielerInnen, aber auch bei Freunden weiß man nicht unbedingt, ob das nicht bei jemandem etwas auslösen könnte. Braucht es wirklich solche Inhalte an einem Spieltisch? Wenn ihr mich fragt: nein.

Das ganze Thema „Erotik“ ist auch für die Anwendung der X-Card gut geeignet, da hier jeder seine ganz eigenen Grenzen hat und somit signalisieren kann, wann es einfach zu viel wird.

Rollenspiel

RPG-Blog-O-Quest #48: Planung

Die September-RPG-Blog-O-Quest wird von Timberwere ausgerichtet und setzt sich mit dem Thema Planung auseinander. Hier sind die Fragen und meine Antworten dazu:rpg-boq-logo

1. Wie ausführlich planst du deine Charaktere, bevor du sie das erste Mal in einer Runde spielst?

Da decke ich das ganze Spektrum ab: Mal plane ich sie hinsichtlich ihrer Hintergrundgeschichte und aktuellen Verhaltensweisen sehr ausführlich, dann aber ein anderes Mal auch wenig bis sogar gar nicht (frisch aus dem Generator ins Abenteuer 🙂 ). Werden dann bestimmte Dinge für den Background benötigt, entwickele ich die on the fly. Die Charakterentwicklung plane ich so gut wie nie, da warte ich ab, was sich im Rahmen des Spiels ergibt.

Für Schreibprojekte plane ich die Protagonisten im Vorfeld sehr ausführlich – und weiche dann zuverlässig beim Schreiben davon wieder ab. Oft muss ich dann die Charakterstory wieder anpassen, weil sie sich stellenweise deutlich geändert hat und mir das dann so besser gefällt.

2. Wie hältst du es im Spiel – Unternehmungen wie z. Heists oder Shadowruns ausführlich planen oder spontan passieren lassen?

Ich bin hier ein Freund der „vorbereiteten Improvisation“ geworden. Zu bestimmten Punkten mache ich mir im Vorfeld Gedanken wie mögliche Gegner, NPC, Locations und einen groben Handlungsablauf, detailliert wird es jedoch nicht. Dadurch bleibt es flexibel, um auf Geschehnisse und Ideen während des Spieles eingehen zu können. Völlig frei habe ich auch schon improvisiert, mag das aber nicht so. In Gedanken die Story weiterzuentwickeln hält mich davon ab, auf Ambiente oder beispielsweise Spielfigurgeschichten einzugehen. Wenn die Richtung mit bestimmten Eckpunkten steht, bleibt Zeit für das „darum herum.“

Romane und Geschichten plane ich eigentlich sehr genau, d. h. die Story im Ganzen, dann auch einzelne Kapitel. Aber ich hatte letztes Jahr eine Idee für eine Sci-Fi-Story im Kopf und habe hier gegen meine Gewohnheit einfach darauf losgeschrieben – und das hat erstaunlich gut funktioniert! Als einziges Konzept zu dem Roman (es ist als Kurzroman angelegt) gibt es ein DIN-A4-Blatt mit ein paar handschriftlichen Notizen. Es fehlt noch das letzte Drittel und natürlich diverse Überarbeitungsgänge, aber das Projekt wurde nach hinten verschoben … 😉

3. Planst du manchmal zwischen den Spielrunden, was dein Charakter in der nächsten Session sagen oder tun möchte? Und klappt das dann so, wie du dir es ausgemalt hast?

Das mache ich selten, habe ich aber sogar erst vor gar nicht so langer Zeit gemacht. Ich hatte das Problem, dass mein Eldritch Knight (D&D 5e) bei seinem letzten Kampf etwas blass ausgesehen hat. Also habe ich mir überlegt, wie ich seine Fähigkeiten im nächsten Kampf besser einsetzen kann und wie ich das auch InGame kommuniziere. Das hat gut geklappt. Eine andere Sache wollte ich rein storymäßig mit unserer Schurkin noch aufgreifen, aber dann konnte die Spielerin an diesem Termin nicht. Schade, das wäre eine tolle Szene geworden (glaube ich … 🙂 )

4. Was war die Aktion mit der längsten oder der kürzesten Vorausplanung, die du je im Spiel erlebt hast, und wie ist sie gelaufen?

Also ich kann mich schon erinnern, dass mal mehrstündig debattiert wurde, wie weiter in einem Abenteuer vorgegangen werden soll. Details weiß ich nicht mehr, aber es war gerade für die Spielleiterin dann echt zäh. Am kürzesten war ein Kampf mit Orks, in dem mein Eldritch Knight zusammen mit der Schurkin einen Gegner angreifen wollte und eifrig vorangestürmt ist – leider waren die Orks gemäß Initative vor der Schurkin dran, die allein stehend zurückgelassen worden war. Das war dann etwas knapp für sie …

5. Hast du ein Beispiel dafür, wie in einer deiner Runden eine Vorausplanung komplett in ihr Gegenteil umgeschlagen ist?

Das gab es bestimmt, aber mir fällt nichts mehr hierzu ein. Sicherlich war es ein derart furchtbares traumatisches Desaster, dass ich es komplett verdrängt habe …

Bzlg. Schriftstellerei habe ich ein betrübliches, noch halbwegs aktuelles Beispiel: Meinen dritten Roman der Wulferan-Reihe hatte ich ausführlich geplant, vorbereitet und auch schon einen Großteil geschrieben, bis ich mir eingestehen musste, dass es so nicht funktioniert. Ich hatte kein gutes Gefühl mehr bei der Story und hatte nicht mehr den Eindruck, dass sie funktioniert. Also habe ich das Manuskript beerdigt. RIP 😦

Bonusfrage: Wie detailliert planst du deine Runden vor, was deren RL-Umfeld betrifft (also alles, was nicht direkt mit dem Spiel selber zu tun hat)?

Als Host des Spielabends bemühe ich mich um ein angenehmes Ambiente. Aufgeräumt und sauber sollte es sein, Getränke, Tassen/Krüge etc. schon bereitstehen, Musik vorbereitet etc. Ich schätze so etwas sehr, und daher biete ich es auch für meine SpielerInnen. 😉