Rollenspiel

RPG-Blog-O-Quest #48: Planung

Die September-RPG-Blog-O-Quest wird von Timberwere ausgerichtet und setzt sich mit dem Thema Planung auseinander. Hier sind die Fragen und meine Antworten dazu:rpg-boq-logo

1. Wie ausführlich planst du deine Charaktere, bevor du sie das erste Mal in einer Runde spielst?

Da decke ich das ganze Spektrum ab: Mal plane ich sie hinsichtlich ihrer Hintergrundgeschichte und aktuellen Verhaltensweisen sehr ausführlich, dann aber ein anderes Mal auch wenig bis sogar gar nicht (frisch aus dem Generator ins Abenteuer 🙂 ). Werden dann bestimmte Dinge für den Background benötigt, entwickele ich die on the fly. Die Charakterentwicklung plane ich so gut wie nie, da warte ich ab, was sich im Rahmen des Spiels ergibt.

Für Schreibprojekte plane ich die Protagonisten im Vorfeld sehr ausführlich – und weiche dann zuverlässig beim Schreiben davon wieder ab. Oft muss ich dann die Charakterstory wieder anpassen, weil sie sich stellenweise deutlich geändert hat und mir das dann so besser gefällt.

2. Wie hältst du es im Spiel – Unternehmungen wie z. Heists oder Shadowruns ausführlich planen oder spontan passieren lassen?

Ich bin hier ein Freund der „vorbereiteten Improvisation“ geworden. Zu bestimmten Punkten mache ich mir im Vorfeld Gedanken wie mögliche Gegner, NPC, Locations und einen groben Handlungsablauf, detailliert wird es jedoch nicht. Dadurch bleibt es flexibel, um auf Geschehnisse und Ideen während des Spieles eingehen zu können. Völlig frei habe ich auch schon improvisiert, mag das aber nicht so. In Gedanken die Story weiterzuentwickeln hält mich davon ab, auf Ambiente oder beispielsweise Spielfigurgeschichten einzugehen. Wenn die Richtung mit bestimmten Eckpunkten steht, bleibt Zeit für das „darum herum.“

Romane und Geschichten plane ich eigentlich sehr genau, d. h. die Story im Ganzen, dann auch einzelne Kapitel. Aber ich hatte letztes Jahr eine Idee für eine Sci-Fi-Story im Kopf und habe hier gegen meine Gewohnheit einfach darauf losgeschrieben – und das hat erstaunlich gut funktioniert! Als einziges Konzept zu dem Roman (es ist als Kurzroman angelegt) gibt es ein DIN-A4-Blatt mit ein paar handschriftlichen Notizen. Es fehlt noch das letzte Drittel und natürlich diverse Überarbeitungsgänge, aber das Projekt wurde nach hinten verschoben … 😉

3. Planst du manchmal zwischen den Spielrunden, was dein Charakter in der nächsten Session sagen oder tun möchte? Und klappt das dann so, wie du dir es ausgemalt hast?

Das mache ich selten, habe ich aber sogar erst vor gar nicht so langer Zeit gemacht. Ich hatte das Problem, dass mein Eldritch Knight (D&D 5e) bei seinem letzten Kampf etwas blass ausgesehen hat. Also habe ich mir überlegt, wie ich seine Fähigkeiten im nächsten Kampf besser einsetzen kann und wie ich das auch InGame kommuniziere. Das hat gut geklappt. Eine andere Sache wollte ich rein storymäßig mit unserer Schurkin noch aufgreifen, aber dann konnte die Spielerin an diesem Termin nicht. Schade, das wäre eine tolle Szene geworden (glaube ich … 🙂 )

4. Was war die Aktion mit der längsten oder der kürzesten Vorausplanung, die du je im Spiel erlebt hast, und wie ist sie gelaufen?

Also ich kann mich schon erinnern, dass mal mehrstündig debattiert wurde, wie weiter in einem Abenteuer vorgegangen werden soll. Details weiß ich nicht mehr, aber es war gerade für die Spielleiterin dann echt zäh. Am kürzesten war ein Kampf mit Orks, in dem mein Eldritch Knight zusammen mit der Schurkin einen Gegner angreifen wollte und eifrig vorangestürmt ist – leider waren die Orks gemäß Initative vor der Schurkin dran, die allein stehend zurückgelassen worden war. Das war dann etwas knapp für sie …

5. Hast du ein Beispiel dafür, wie in einer deiner Runden eine Vorausplanung komplett in ihr Gegenteil umgeschlagen ist?

Das gab es bestimmt, aber mir fällt nichts mehr hierzu ein. Sicherlich war es ein derart furchtbares traumatisches Desaster, dass ich es komplett verdrängt habe …

Bzlg. Schriftstellerei habe ich ein betrübliches, noch halbwegs aktuelles Beispiel: Meinen dritten Roman der Wulferan-Reihe hatte ich ausführlich geplant, vorbereitet und auch schon einen Großteil geschrieben, bis ich mir eingestehen musste, dass es so nicht funktioniert. Ich hatte kein gutes Gefühl mehr bei der Story und hatte nicht mehr den Eindruck, dass sie funktioniert. Also habe ich das Manuskript beerdigt. RIP 😦

Bonusfrage: Wie detailliert planst du deine Runden vor, was deren RL-Umfeld betrifft (also alles, was nicht direkt mit dem Spiel selber zu tun hat)?

Als Host des Spielabends bemühe ich mich um ein angenehmes Ambiente. Aufgeräumt und sauber sollte es sein, Getränke, Tassen/Krüge etc. schon bereitstehen, Musik vorbereitet etc. Ich schätze so etwas sehr, und daher biete ich es auch für meine SpielerInnen. 😉

Rollenspiel

RPG-Blog-O-Quest #46: Flieger, Piloten, Schiffe

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Die RPG-Blog-O-Quest Nummer 46 für Juli dreht sich um „Flieger, Piloten, Schiffe“ und wird von Greifenklaue ausgerichtet. Hier sind die Fragen und meine Antworten dazu:

1. Hast Du schonmal einen Piloten, Kapitän, Rigger oder Fahrer als SC gespielt (Reine SL: Habt ihr schon solche NSC in längerem Einsatz gehabt, z.B. ein Morten bei den Drei Fragezeichen)? Gibt es dazu Anekdoten, Erfahrungen oder Anmerkungen, was machte die Rolle reizvoll?

Tatsächlich habe ich das so in dieser reinen Form noch nicht gemacht. Ich kann mich an einen Seesöldner beim DSA erinnern, das war allerdings eher ein „Krieger auf dem Schiff“, hatte also wenig mit aktiver Seefahrerei zu tun, sondern deren Bewachung und Schutz. Was aus dem guten Mann geworden ist, weiß ich nicht mehr. Bei Star Wars Am Rande des Imperiums hatte ich mal einen Droiden, der Entdecker als Profession hatte. Der konnte durchaus Pilotenskills (planetar und interstellar) vorweisen, und sowohl auf dem Piloten- als auch Copilotensitz Platz nehmen. Leider haben wir Star Wars ARdI zugunsten von anderen Spielsystem damals beiseite gelegt.

2. Die ganze Gruppe als Crew eines Schiffes – wie z.B. bei Sundered Skies, Star Trek, Warhammer 40k: Rogue Trader, Firefly oder Star Wars: Am Rande des Imperiums: Hast Du da schon Erfahrung sammeln können?

Wir hatten mal einen Twoshot von Warhammer 40k: Deathwatch gespielt (ich war SL), bei dem die SC ein festes Team bildeten. Aktives Fliegen war hier jedoch nicht gefordert, sondern die Space Marines wurden ins Einsatzgebiet gebracht, und mussten wichtige Forschungsdaten bergen, ehe der Xenosvormarsch alles überrennen würde. Eigentlich war die Zeit dafür zu knapp – eine echte Mission für die Deathwatch. 🙂 Ich fand es super, die SC sind von vornherein eine Gruppe und arbeiten zusammen. Das System ist jedoch äußerst komplex und dadurch etwas schwergängig.

Geschrieben habe ich mehrere Science-Fiction-Kurzgeschichten über ein Einsatzteam der Space Army, die sich pro Kurzgeschichte in eine Mission stürzen musste. Das hat mir großen Spaß gemacht und ich könnte mir vorstellen, hier eines Tages anzuknüpfen.

3. Verfolgungsjagden: Hast Du im Rollenspiel Erlebnisse rund um den Schiffskampf und wilde Verfolgungsjagden (ggf. im Auto oder nur zu Fuss) gehabt? Welche Regelmechaniken haben sich da bewährt?

Erstaunlich selten, wie ich gerade feststelle. Ich weiß, dass es bei Call of Cthulhu sogar eigene Regeln für Verfolgungsjagten gibt, die ich jedoch noch nie ausprobiert habe. Wenn es jemanden zu erwischen galt, haben wir das meist erzählerisch gelöst, da es bei festen Regeln zu einer Würfellei verkommen kann. Aber vielleicht täusche ich mich? Kommt auf meine RPG-to-do-Liste! 🙂

4. Wirtschaftsimulation: Egal ob Schmuggler oder legale Fracht, bei 4 von 5 der oben genannten Beispiele spielt der Warentransport eine kleine Beirolle. Wurde so ein Aspekt in Eurer Runde schon genutzt und wie würdest Du das (wenn) umsetzen?

Das habe ich stets beharrlich von mir geschoben, auch wenn Systeme wie DSA Preislisten und Tabellen für alle möglichen Güter bieten. Bestenfalls darf es eine Begleiterscheinung sein, aber Rollenspiel möchte ich nicht als Wirtschaftssimulation betreiben.

Bei meinem Roman Die Schicksalsbrecherin (*) kommen HändlerInnen vor, mit denen sich die Senatsvorsitzende Sirina Dworant wegen lästiger Alltagsprobleme herumschlagen muss. Das dient aber lediglich dazu, die Welt links und rechts des Weges der Story mit Leben zu füllen. So kann ich es mir auch im Rollenspiel vorstellen.

5. Vermutlich hat einer Deiner SCs oder gar die ganze Gruppe schon ein Schiff, Raumschiff oder ähnliches besessen – welches war Dein erinnerungswürdigstes? Gilt auch für reine SL.

Ein Segelschiff nicht, aber ein Raumschiff (ich stelle fest, dass ich in Fantasysettings erstaunlich wenig Berührungspunkte mit dem Thema habe; ok, ich war schon mehrfach Teil der Crew von Phileasson … 😉 ). Das war auch in unserer kurzen Star Wars ARdI Zeit, und unser Raumschiff hatte den legendären Namen „Pussy Cat“. Es sah genauso aus, wie ihr es euch jetzt vorstellt. 😀

6. Die Bonusfrage … Welche Art Star Trek würdest Du am liebsten spielen? (Classic – Weltraumwildwest; Next Generation: „typisches“ Star Trek halt; Deep Space Nine: Weltraumstation a la Babylon 5 oder Mass Effect oder Voyager – Hexploration in unbekannten Gebiet mit extra viel Ressourcenmanagment, weil man ja von der Förderation abgeschnitten ist)

Gar keine. *duckundweg* Das Star Trek-Universum hat mich längst nicht so in den Bann gezogen, wie Star Wars, daher hege ich in die Star Trek-Richtung keine großen Interessen, sondern bin nur neugieriger Zuschauer. 🙂

Rollenspiel

RPG-Blog-O-Quest #45: Crossover im Rollenspiel

Auch beim Pen&Paper-Rollenspiel können Regeln, Settings und ganze Genre miteinander vermischt werden, um etwas Einzigartiges zu generieren. Ob dies jedoch den eigenen Geschmack trifft, muss jeder selber beurteilen. 🙂 In der RPG-Blog-O-Quest für Juni, ausgerichtet von Seanchui, dreht sich um Crossover im Rollenspiel – und hier sind die Fragen:rpg-boq-logo

1. Setting Top, System Flop – oder aber umgekehrt. Habt Ihr schon Rollenspiel-Settings mit anderen Regeln bespielt? Wie sehen Eure Kombinationen aus?

Da mich bisher immer einzelne Systeme voll beschäftigt haben, bin ich noch zu keiner wilden Eigenkombinierung gekommen, obwohl das durchaus spannend klingt. Ich habe z. B. Dungeons & Dragons-Regeln für das Mittelerde-Setting als PDF vorliegen, kam aber nie dazu, das zu bespielen. Damals kannte ich D&D übrigens noch gar nicht. 🙂 Aktiv würe ich jetzt keine Runde ins Leben rufen, mich aber sicher aus reiner Neugier mal irgendwo dazusetzen. Generell bin ich ein Freund von leichtgängigen Regelsystemen geworden und könnte mir daher vorstellen, ein tolles, aber kompliziertes Setting mit einem einfachen Regelsystem zu bespielen.

2. Manches Rollenspiel hat gute Regeln. Gibt es Regel-Mechanismen, die Euch so gut gefallen haben, dass Ihr sie in andere Systeme übertragen habt? Welche waren das, und wie hat es funktioniert?

Auch hier habe ich mich bisher immer an das vorgegebene Regelwerk gehalten (Hausregeln für manche Dinge hat es allerdings schon immer wieder mal gegeben, aber auch das recht wenig). Ich kann mir vorstellen, dass es bei der Vermischung von Regelsystemen sicherlich nicht einfach ist, die (hoffentlich vorherrschende) Balance zu wahren. Damit ich wirklich einzelne Regelmechaniken irgendwo entnehmen würde, müssten die schon wirklich gut sein und sich am Zielort gut einfügen.

3. Nutzt ihr Abenteuer oder Zusatzmaterialen „fremder“ Systeme für Eure Kampagnen? Falls ja – warum?

Abenteuer nein (entweder Kaufabenteuer oder homebrew), Materialien allerdings schon. Insbesondere wenn es um Miniaturen geht, greife ich da völlig schamlos in alle Spieleboxen, die ich daheim habe (z. B. Descent, Gloomhaven), um Figuren für SC und NSC zu haben. Da ich keine Landschaften als Modelle habe, habe ich mir auch schon überlegt, ob ich nicht auch stellenweise die Tiles aus den oben genannten Spielen verwende (statt der Battlemap). Die Tiles sind zu schön gestaltet, um ewig in den Schachteln zu liegen und ein guter Kompromiss zwischen Battlemap und Landschaft/Dungeon-Gelände.

4. Raumschiffe über Aventurien, Lichtschwerter bei Star Trek, Vampire im alten London: wie abgedreht dürfen Eure Crossovers ausfallen? Und was geht gar nicht?

Das kann man jetzt so oder so sehen … 🙂 Wenn etwas völlig abgedreht und extrem ist, kann es allein dadurch schon wieder gut und sehr markant sein. Traut man sich nicht recht heran, könnte es ein „gewollt, aber nicht gekonnt“ werden, was wohl als fad empfunden werden würde. Es ist auch eine Frage, was hier vermischt wird. Bleibt man im selben Setting (z. B. Sci-Fi), und vermischt hier zwei große Strömungen (z. B. Star Wars & Star Trek), wird das sicherlich sehr kontrovers aufgefasst. Genreübergreifend, wie beispielsweise Fantasy & Science-Fiction, sehe ich da als weitaus unproblematischer an.

5. Wer gerne „CTHULHU“ spielt, kommt kaum umhin, regelmäßig auf die Vorzüge einer vermischten Kampagne aus „CTHULHU Gaslicht“-Abenteuern und rein kriminalistischen „Private Eye“-Fällen hingewiesen zu werden. Die beiden Systeme ergänzen sich offensichtlich sehr gut, die Mischung aus Mythos und Detektivfall passt. Welche guten Rollenspielkombinationen kennt ihr?

Die hier in der Frage genannten Sachen kenne ich nicht und bin mir daher nicht ganz sicher, ob ich die Frage richtig interpretieren kann. Ich werde mich hier einfach mal enthalten. 🙂

Und natürlich die obligatorische Bonusfrage, die ein wenig technischer ausfällt:

Bonusfrage: Wer Abenteuer konvertiert, kommt oft nicht um eine gehörige Portion Arbeit herum. Kennt Ihr gute Konvertierungshilfen, die Ihr mit uns teilen möchtet?

Nein, kenne ich nicht. Abenteuer konvertiert habe ich auch noch nie, sondern mir die Idee und das Grundgerüst einer Story genommen und dann als homebrew-content das Abenteuer geschrieben.