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[Brettspiel] Lord of the Rings: Journeys in Middle-Earth

Eines der aktuell neuen Spiuele von Fantasy Flight Games ist Lord of the Rings: Journeys in Middle-Earth. Das Besondere: Hierzu gibt es nicht nur eine Companion-App, wie vielfach schon bei Spielen üblich ist, sondern die App ist zwingend notwendig, um das Spiel zu spielen. Kann das funktionieren, oder stört es nur?

Ready …

In Lord of the Rings: Journeys in Middle-Earth können die SpielerInnen unterschiedliche Rollen aus Tolkiens Welt übernehmen. Im Basisspiel sind sowohl bekannte wie Bilbo und Aragorn, wie auch unbekannte Charactere wählbar. Ich sage bewusst hier Basisspiel, aber dazu später mehr.

Lord of the Rings Journeys in Middle-Earth / The Nerd Inn

Steady …

Zunächst besteht der Spielaufbau darin, lediglich sämtliches Spielmaterial griffbereit anzuordnen, und sich eine Figur auszusuchen. Dann muss sogleich die App gestartet werden, denn ohne sie ist das Spiel nicht spielbar. Hier kann man einen bereits existierenden Spielstand laden oder eine neue Kampagne beginnen.

Lord of the Rings Journeys in Middle-Earth / The Nerd Inn
Hier läuft das Spiel bereits.

Go!

Hat man sich für eine Kampagne entschieden, gibt man die gewählten Spielfiguren an und kann ab jetzt schon den Anweisungen auf dem Schirm folgen. Das Spiel ist voll kooperativ und die App übernimmt die Rolle des Spielleitenden und moderiert die Geschehnisse. So muss man lediglich die Grundregeln der Bewegung, Einsatz von Karten und Fähigkeiten sowie Kampf beherrschen, alles andere wird von der App übernommen. Somit kommt echtes Entdecker-Feeling auf, da niemand weiß, was als nächstes kommt bzw. was sich hinter Encountern verbirgt.

Der Spielplan besteht zeitgemäß aus modularen Teilen und ist somit sehr variabel. Selbst dieselbe Kampagne mit denselben Abenteuern besitzt einen unterschiedlichen Aufbau und Begegnungs-Encounter. Der Wiederspielwert ist somit nicht nur durch unterschiedlich zusammengestellte Abenteuergruppen, sondern auch immer andere Mapzusammenstellung hoch. Das Spielmaterial ist toll gestaltet, insbesondere die Map-Tiles sind sehr detailliert und stimmungsvoll.

Das Spiel ist durchaus storylastig und es gibt bisweilen längeren Text zu lesen, den jemand laut vorlesen sollte. Insgesamt ist die App ausgezeichnet: Sie ist intuitiv bedienbar, grafisch schön anzuschauen und betreibt das Spiel perfekt. Fantasy Flight Games ist dies bereits mit Villen des Wahnsinns 2. Edition gelungen und mir erscheint, wir erleben hier einen aktiven Schritt, wie KI immer mehr und immer direkter Teil unseres Alltags wird. 😉

Lord of the Rings Journeys in Middle-Earth / The Nerd Inn

Dieses Spielkonzept ermöglicht es natürlich wunderbar, über kleine Erweiterungspacks laufend neues Spielmaterial einzuführen. Das kann sowohl physisch, als auch rein digital geschehen, da bestehendes Spielmaterial neu kombiniert werden kann.

Fazit

Mit Lord of the Rings: Journeys in Middle-Earth ist es Fantasy Flight Games gelungen, ein stimmungsvolles, App-gesteuertes Spiel zu publizieren. Das Spielmaterial ist tadellos und hochwertig, gleiches gilt für die App, die sowohl im Design als auch in ihrer Funktionalität großartig ist. Der Wiederspielwert ist durch etliche Variablen sehr hoch.

„You have my sword!“ – Aragorn

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Spielwiesn 2019 –

Da ich letztes Jahr mit großer Begeisterung bei der Spielwiesn 2018 dabei war, stand der Termin für 2019 bei mir schon lange im Kalender. Bin ich letztes Jahr noch alleine am Freitag hingegangen, waren wir dieses Jahr mit einer kompletten Spielrunde vertreten. Die Wahl fiel auf Samstag – was zunächst eine unangenehme Überraschung bereithielt. Konnte mich die Spielwiesn dennoch auch am Samstag überzeugen?

Spielwiesn2018 (1)

Samstags auf der Spielwiesn – Du bist nicht allein …

Ich habe mir ja schon gedacht, dass es voll werden würde und war folglich auf Menschenmassen und Hochbetrieb eingestellt. Aber es kam zunächst noch schlimmer: Einlassstopp. Wir kamen erst am Nachmittag an, waren ca. 14:30 Uhr vor Ort (um 10 Uhr war Beginn) und aus Brandschutzgründen musste der Einlass vorerst gestoppt werden. Die Hallen waren einfach zu voll und vor allen Eingängen bildeten sich deutliche Schlangen von Leuten, die sich auf einen Brettspielnachmittag gefreut hatten. Besonders pikant: Selbst Leute mit einem Online-Ticket durften nicht mehr hinein, Aussichten zunächst ungewiss. Das regte zusätzlichen Unmut und bei uns die Befürchtung, womöglich gar nicht mehr hineinzukommen, wenn diejenigen berechtigter Weise Vorfahrt bekämen.

Es hieß also warten und lobenswerter Weise wurden wir vor Ort gut und ausreichend informiert, wie die Lage war und wie es weiterging. So kamen wir also peu à peu hinein, was uns zwar eine Stunde Zeit gekostet hatte, aber schlussendlich war die Freude groß.

Hinein ins Gewühle?

Hinein ja, Gewühle nein! Der regulierte Einlass hatte zur Folge, dass  es sicherlich voll war, aber längst nicht derart überfüllt, dass man gar nicht mehr vorwärts kam. Somit war die Regulierung nicht nur aus der Sicht des Brandschutzes sinnvoll, sondern auch für die BesucherInnen. Dennoch kann das Einlasssystem nicht gänzlich unkommentiert bleiben, aber dazu später mehr.

Die Spielwiesn punktete wieder mit reichlich Ausstellern & Verkäufern, sowie Demo-Tischen und wirklich viel Platz zum Spielen. Die gesamte Halle Vier war mit Bänken und Tischen ausgestattet, um möglichst allen Spielbegeisterten die Gelegenheit zu geben, Spiele zu testen. Für das Spieleausleihen wurde dieses Jahr eine Pfandkarte benötigt, die man sich hoffentlich an der Kasse besorgt hatte. Damit wurden Karte gegen Spiel getauscht, und die Karte konnte am Schluss wieder an der Kasse eingelöst werden. Ein gutes System, um Diebstahl und Beschädigung vorzubeugen.

Am Catering fehlte es nicht und es gab reichlich Auswahl an Speis & Trank. Auch hier gab es kaum längere Wartezeiten – klasse!

Spielwiesn 2019 The Nerd Inn

Die Zeit verging spielend leicht

Der verzögerte Einlass hatte zwar eine Stunde von unserer Zeit geraubt, aber dennoch war mein persönliches Fazit: Ich muss generell mehr Zeit einplanen. Es war einfach viel zu kurz, um wirklich alles ausführlich zu betrachten und auch die ein oder andere Neuheit kennenzulernen. Da war ich letztes Jahr mit Freitag Mittag besser aufgestellt, sollte es nächstes Jahr Samstag werden, werde ich wohl ziemlich pünktlich vor Ort sein.

Die Zeit hat dennoch gereicht, einen guten Eindruck von der Veranstaltung zu bekommen und auch ein Spiel auszuprobieren. Auf unseren Tisch kam Kingsburg, bei dem die SpielerInnen um die Gunst des Königshofes buhlen, während sie ihre eigene Provinz ausbauen und angreifende Horden in Schach halten müssen. Wem das am besten gelingt, nennt nach fünf Runden die meisten Siegpunkte sein Eigen und gewinnt das Spiel.

Die Regeln waren überwiegend schnell erlernt und dann flüssig anzuwenden. Das Artwork war soweit stimmig und das Material funktional. Dennoch war unser übereinstimmendes Fazit, dass es sicherlich ein schönes Spiel ist, aber irgendetwas fehlt. Bei mir landet Kingsburg in der Kategorie „spiele ich gerne mit, brauche ich nicht selber“. 😉

Das Einlasssystem – Liebe Spielwiesn, wir müssen reden

Zum Abschluss kehre ich nochmal zum Anfang meines Besuches zurück, im Speziellen zur grundsätzlichen Funktionsweise des Einlasssystems. Gemeint ist hier ausdrücklich nicht der andrangbedingte Einlassstopp! Freunde haben mir drinnen erzählt, dass es selbst am Vormittag keinen eigenen Schalter für Onlineticket-BesitzerInnen gab, weswegen dann doch wieder alle die Schlange an der Kasse in die Länge getrieben haben. Hier solltet ihr euch dringend etwas überlegen, wie Onlinetickets schnell und unkompliziert gescannt werden können und diese Personen auch an ihre Spieleausleihkarte und Einlassbändchen kommen.

Zudem ist der Ärger verständlich, dass man selbst mit einem Onlineticket bei drohender Überfüllung keinen garantierten Einlass hat. Hier empfehle ich eine entsprechende Kalkulation anzusetzen und dann eben den Kartenvorverkauf konsequent zu stoppen. Der Ticketverkauf an der Tageskasse kann sich dann nach dem Ansturm richten, und wenn eben voll ist, dann hat niemand Geld umsonst ausgegeben.

Über die allgemeine Lage wäre auch eine aktive Information über die Social Media sehr hilfreich, wobei vor Ort alles getan wurde, um die Wartenden auf dem Laufenden zu halten. Generell kann ich nur empfehlen, die Social Media-Kanäle auch während der Veranstaltung mehr zu bespielen (klar, das muss irgendjemand machen, der es kann und mag 😉 ), aber es ist immer schön, wenn hier auch etwas los ist. So können auch Daheimgebliebene ein wenig teilhaben.

Honorable Mentions: Diejenigen Offiziellen, mit denen ich in Kontakt gekommen bin, waren ausnahmslos freundlich – sehr schön!

Fazit

Yay or Nay? Klares YAY! 🙂 Das Angebot und der Umfang war wieder ausgezeichnet und es ist wirklich für Groß und Klein etwas geboten. Das Sitzplatzangebot zum Spielen ist wunderbar und es ist toll, inmitten von lauter Spielebegeisterten zu sitzen und zu spielen. Das MOC empfinde ich als Veranstaltungsort sehr geeignet, über ein verbessertes Einlasssystem bzgl. Onlinetickets und Vorverkauf würden sich allerdings bestimmt einige freuen. 😉 Nächstes Jahr komme ich gerne wieder!

Spielwiesn 2019 The Nerd Inn