Allgemein, Nerd & Nature

Fazit unseres ersten Erlebniswalds

Seit Mitte Mai bin ich Teil eines tollen regionalen Projekts: der Henaberger-Erlebniswald. Der ortsnahe Wald sollte im Sommer 2022 an zwei Tagen zu einem Fantasy-Mitmachtheater für Kinder werden, die zusammen mit ihren Eltern eine spannende Geschichte an etlichen Stationen mit echten Darsteller*innen erleben konnten. Ich habe hierfür sowohl die Story als auch Rollenbeschreibung beigetragen, und natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, auch eine Rolle zu übernehmen. Die großen Unbekannten in unserer Projektgleichung waren das Wetter und wie viele tatsächlich teilnehmen werden. Nun sind beide Veranstaltungen vorbei – waren sie ein verregneter Reinfall oder großer Erfolg?

Logo von Angelika Braun

Die Vorbereitung

Das Kernteam besteht aus den zwei Initiatorinnen Sabine Hempel-Taschner und Sabine Eckert, die inspiriert von einem Familienausflug den örtlichen Forst zum Erlebniswald machen wollten. Ich kam als Storyteller und kreativer Kopf hinzu und während die beiden sich engagiert um Sponsoring, Organisation und Kostümgestaltung + Bastelei gekümmert haben, lag mein Schwerpunkt auf dem Entwickeln einer stimmigen Story sowie der Rollengestaltung. Das war unter Anderem das, was beiden bei ihrem Besuch eines ähnlichen Walderlebnisses nicht so gefallen hatte. Für mich als leidenschaftlicher Storyteller war klar, dass hier das stimmige Bild einer Gesamtstory sich von der ersten Station an bis zum Schluss durchziehen muss. Die Herausforderung war, dass jede Figur für jede Besucher*innengruppe nur einmal auftritt, daher musste ich bzgl. dem Storytelling einiges neu denken und gestalten.

Dank des hiesigen Theatervereins hatten wir einen Pool aus tollen Leuten, die sich bereiterklärten, in die Rollen der Fabelwesen an den zwei Terminen zu schlüpfen. Es gab ein kurzes Briefing für alle, aber keine Proben, denn als Mitmachtheater für die Kinder war größtenteils Improvisation angesagt. Wir hatten sogar prominente Unterstützung, da sich Martin Sieber (bekannt aus „LOL – Last one Laughing“) bei uns gemeldet hatte. Da er aus der Region ursprünglich stammt, wollte er gern bei uns mitmachen und so habe ich ihn kurzerhand in die bestehende Story mit einer passenden Rolle für sein markantes Lachen hineingeschrieben.

Ein großer Erfolg

Beide Termine waren ein überwältigender Erfolg. Der Zuspruch war enorm: Am ersten Termin waren 230 Kinder in unserem Erlebniswald unterwegs, beim zweiten Termin trotz wechselhaftem Wetter sogar ca. 340 (und kurz vor Schluss wurden wir einmal so richtig geduscht …). Das Feedback war durchwegs positiv (hier z. B. bei Google) und die Nachfrage nach weiteren Events kam noch vor Ort. Ich war in meiner Rolle als Zauberer Trubi ungefähr in der Mitte des Weges platziert. Die Pause zwischen den Gruppen war oft nur etwa eine Minute und die Zeit verging wie im Flug. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich habe in viele fröhliche Kindergesichter und schmunzelnde Erwachsenengesichter geblickt.

Zeitungsberichte

Einige Zeitungen haben in ihrem regionalen Teil über uns berichtet:

Friedberger Allgemeine
Zusammen mit den Eltern können die Kinder bei einem Waldspaziergang allerlei Nützliches über den Wald und seine Bewohner lernen, der in der Geschichte von einer unbekannten Gefahr bedroht wird.

Merkur
Gemeinsam entwarfen sie eine erlebnispädagogische Fantasy-Schnitzeljagd mit echten Schauspielern für Kinder zwischen vier und zehn Jahren. „Wir haben eine phantastische aber auch lehrreiche Geschichte für die Kinder, die bereits beim Schreiben Lust auf eine Fortsetzung gemacht hat“, erzählt [Kilian] Braun.

Süddeutsche Zeitung
Mithilfe von Schauspielern verwandelt sich der Wald in einen mystischen Ort, der die Kinder vor Rätsel- und Bastel-Aufgaben stellt, durch die sie die Natur besser kennenlernen.

Bei diesen ersten beiden Veranstaltungen waren die Materialkosten durch unsere Sponsoren gedeckt und Dank des ehrenamtlichen Engagements von allen für die Familien kostenlos. Es kamen Spenden von insgesamt 2220 € zusammen, die der „Aktion Schultüte“ zugute kamen.

Wie geht’s weiter?

Dass es keine einmalige Sache sein sollte, stand eigentlich von Anfang an fest und der Erfolg und Zuspruch hat es bestätigt. In 2023 wollen wir vorraussichtlich diese Story aufgrund der großen Nachfrage noch einmal veranstalten, dann soll es im Sommer ein neues Walderlebnis geben. Über Halloween haben wir auch schon gesprochen, und ein schaurig-schönes „Halloween-Special“ ist für nächstes Jahr durchaus denkbar. Und wer weiß, was uns bis dahin noch alles so einfällt … 🙂

Schaut am Besten regelmäßig auf unserer Website und den Social-Media-Kanälen bei Facebook und Instagram vorbei, um keine Neuigkeiten zu verpassen!

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Nerd & Nature

Into the Woods Teil 3

Loszuwandern und die Wildnis zu betreten ist ein besonderes Erlebnis. Sobald sich unter den Füßen nicht mehr die Steine eines Forstweges befinden, sondern Waldboden, ist auch die Stimmung eine ganz andere. Die Atmosphäre ändert sich schlagartig und nach einer Weile ändert sich auch die eigene Wahrnehmung. Hier draußen kommt es auf andere Dinge an, als auf einem Screen Apps zu bedienen …

Das wird zum Beispiel deutlich, wenn sich das Bedürfnis nach einer Pause einstellt. Einfach so auf den Boden setzen? Das geht sicherlich, und habe ich auch schon gemacht, aber gerade bei schlechterem Wetter wäre ein kleiner Shelter nicht schlecht. Mittlerweile habe ich mein Ausrüstungssortiment langsam aber beständig erweitert und nenne einen der grundlegensten Gegenstände im Outdoor-Bereich mein Eigen: ein Tarp. Das jedoch funktional mit Paracord aufzubauen, ist für mich als Anfänger eine erste echte Aufgabe.

In Teil 1 dieser Blogserie habe ich mit dem Outdoor-Thema begonnen und mich zunächst stark am Bushcrafting orientiert. Etliche Stunden der Recherche und Nachforschung später ist mir klar geworden, dass Bushcrafting in Deutschland aus verschiedenen Gründen denkbar schwierig ist. Ich lasse mich seitdem durch das Outdoor-Genre weiter treiben und finde es sehr spannend, wohin mich meine Reise bringt. Allmählich zeigt sich, welche Richtung für mich (vorerst) die richtige ist … 🙂

In Teil 2 spreche ich unter Anderem darüber, warum Waldbaden leider gar nicht so unproblematisch ist, ich Naturerlebnisse dennoch für immens wichtig halte.

In diesem Beitrag geht es um einen paktikablen Tarp-Unterstand. Auf YouTube sieht das alles immer ganz leicht aus … 😀 Mit dem ersten Versuch bin ich nicht so ganz zufrieden gewesen, zeige ihn euch natürlich trotzdem. Dafür ist es mir beim zweiten Mal deutlich besser gelungen.

Das Tarp – eine Vielzweckplane

Eine Campingplane, oder Tarp genannt, ist für Outdooraktivitäten eine echte Empfehlung. Es gibt sehr viele Varianten, unterschiedliche Größen und Farben. Was ist nun empfehlenswert? Nach ausführlicher Recherche hier meine Erkenntnisse:

  • Die flexibelste Größe bietet ein 3×3 Meter Tarp. Damit sind unzählige Aufbauten möglich, oft auch für bis zu zwei Personen. Auch wenn man erstmal mit wenig Aufbauvarianz anfängt, ist die Möglichkeit zu haben, durchaus sinnvoll. Kauft man ein zu kleines Tarp, braucht man später unter Umständen ein zweites, größeres.
  • Nicht zu günstig kaufen. Bei vielen Outdoor-Gegenständen tut es gerade am Anfang auch etwas aus dem eher günstigen Bereich, bis man genau weiß, was man will, braucht und worauf man wert legt. Je nach dem, was man vor hat, braucht es vielleicht auch gar nicht mehr. Beim Tarp hingegen sollte man nicht sparen, da hier Qualität einfach wichtig ist.
  • Viele Abspannpunkte. Auch hier gibt es Unterschiede. Manche Tarps haben nur wenige Ösen oder Schlaufen, was die Möglichkeiten des Aufbaus deutlich reduziert. Es ist daher sehr empfehlenswert, auf reichlich Abspannpunkt beim Tarpkauf zu achen.
  • Einfarbig? Bunt? Tarnmuster? Hier entscheidet allein euer Geschmack. Ich habe mich für ein Woodland-Tarnmuster entschieden, da es sich schön in die Waldumgebung einfügt, und es das ist, was ich will: Teil der Natur werden, kein Fremdkörper.
  • Gewicht und Packmaß? Habt ihr schon früh längere Wanderungen, gar ganze Outdoor-Touren geplant, spielen das Gewicht sowie das Packmaß durchaus eine Rolle und sind Nenngrößen, auf die zu achten sind.

Einfaches Shelter mit kleinem Dach – Versuch 1

Es gibt viele Möglichkeiten ein Tarp aufzubauen, sei es einfach als abgespanntes Schrägdach bis hin zum klassischen A-Frame oder Tippi. Was ich zunächst vor hatte, war ein einfaches Shelter mit einem kleinen Vordach. YouTube sei Dank hatte ich mir einiges hierzu angesehen, es aber in der Wildnis umzusetzen, ist doch noch mal etwas anderes. Beim ersten Ausflug hierzu hat das nicht ganz so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt hatte:

Hier befestige ich gerade das eine Ende des Tarps mit Heringen am Boden. Die Ridgeline habe ich nicht so platziert, damit der beabsichtigte Aufbau herauskommt. Sie durch die Schlaufen zu ziehen und nicht das Tarp drüber zu legen, war im Nachhinein ebenfalls nicht so optimal.
Die Frontansicht; Hier ziehe ich gerade noch einmal den Spannknoten (Topsegelschotsek – der ist genial!) nach. Als Sitzfläche dient eine Plane (Elefantenhaut), aber jetzt merke ich schon, dass nicht das herauskommt, was ich wollte. Mein Vordach ist viel zu groß – warum?
Ich hatte einen klassischen A-Frame aufgebaut. Der ist sicherlich nicht verkehrt, nur nicht das, was ich wollte. Also habe ich die eine Hälfte Teil nach hinten geklappt. Gut dort gesessen sind wir dennoch, allerdings wären wir bei Regen nass geworden …
Spaß an der Sache hatte ich irgendwie trotzdem 🙂

Einfaches Shelter mit kleinem Dach – Versuch 2

Einige Zeit später habe ich abermals meine Sachen gepackt und wollte einen zweiten Versuch starten. Ich hatte mir extra einen Regentag ausgesucht (bei schönem Wetter kann jede/r), vielleicht sollte das auch die notwendige Motivation sein. Ich wusste meinen Fehler beim ersten Mal und mit dem richtigen Platzieren der Ridgeline ging es sofort in die richtige Richtung:

Hier ist mein Aufbau zu sehen, mit leichter Abtarnung. Entdeckt ihr es? 🙂
von der anderen Seite; hier ist es leichter, oder?
Tataa! Da steht es in all seiner Pracht. Vor lauter Begeisterung habe ich die einzelnen Aufbauschritte nicht fotographiert. Nun entstand wie gewünscht ein kleines Vordach, gehalten von zwei Ästen als Stangen (also doch ein wenig Bushcraft 🙂 ), die mit Paracord zur Stabilisierung abgespannt sind. Links und rechts habe ich leichte Tarnung angebracht, wirklich nur wenig und auf die Schnelle, aber die Wirkung war dennoch enorm. Überhaupt fügt sich das Woodland-Tarnmuster ganz gut ein.
Regen? Hier kein Problem, ich saß komplett im Trockenen. Bei Wind wird’s schwieriger, aber da ließe sich dieser Aufbau schnell zum kleinen A-Frame umfunktionieren (die Äste weg, das Dach runterklappen und im Boden befestigen); ein sehr flexibler Aufbau!

Mit diesem zweiten Versuch war ich super-happy! Auch die Knoten haben wieder sehr gut funktioniert, und von denen habe ich separate Fotos gemacht. Die gibt’s aber mal in einem eigenen Beitrag dazu. Hier konnte ich sehr behaglich sitzen, die Natur auf mich wirken lassen und die mitgebrachte Brotzeit verspeisen.

Wie findet ihr diesen Tarp-Aufbau?
Habt ihr eigene Erfahrungen mit einem Tarp

oder wie und wo legt ihr gerne auf einer Outdoor-Tour eine Rast ein?
Sagt es mir gern in den Kommentaren 🙂

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