Allgemein, Tabletop Gaming

Painting Minis: DnD-Dragonborn Fighter

Nach längerer Pause habe ich mir endlich wieder Zeit genommen, eine Miniatur zu bemalen. Einige Farben sind schon ziemlich leer gewesen, und infolgedessen stark eingetrocknet. Dennoch war noch viel zu verwenden, was mich gefreut hat. Ich verwende momentan Farben sowohl von Army Painters als auch Cidadell. Nachdem ich in einer Dungeons-and-Dragons-Kampagne einen Dragonborn Fighter (Eldritch Knight) spiele, sollte nun eben jene Miniatur in Farben erstrahlen. Einen der vielen Tipps für Wenig-Bemalende wie mich habe ich beherzigt, und mich nur auf eine Miniatur konzentiert, was zur Folge hat, dass eben jene auch in absehbarer Zeit fertig wird, und man nicht viele halbbemalte Figuren herumstehen hat. Eine Frage ist mir natürlich auch noch im Kopf herumgeschwirrt: Kann ich es noch?

Ich hatte einige Zeit gebraucht, hier Fuß zu fassen – daher auch der wichtige Tipp: Niemals mit der Lieblingsminiatur mit dem Bemalen beginnen! Unbedingt ein oder zwei Übungsstücke verwenden, bei denen es nicht tragisch ist, wenn das Ergebnis noch ausbaufähig ist. 😉 Da ich eine Weile recht regelmäßig bemalt habe, bin ich schon vom Wissen und Können vorangekommen, aber war das alles noch nach einer mehrmonatigen Pause noch da? Hinzu kam, dass ich speziell für diese Miniatur etwas ausprobieren wollte, was aus dem Spiel heraus resultierend sehr stimmig ist. Aber würde ich es auch umsetzen können? Oder ist das Ergebnis eher bescheiden?

Step 1

Die ersten Schritte bestanden aus aufkleben der Miniatur auf die Base. In dem Miniaturenpack waren zwei Dragonborn-Figuren enthalten, ich habe zwar gleich beide „erstbehandelt“, mich dann aber beim Bemalen auf eine konzentriert. Rechts oben sieht man die aufgeklebten Miniaturen, deren Base auch schon mit etwas Geröll ergänzt wurden, damit eine kleine Landschaft entsteht. Das muss vor dem Grundieren passieren.

Dragonborn DnD The Nerd Inn Dungeons&Dragons

Die beiden unteren Bilder zeigen die ersten Bemalschritte. Die Base kam ganz zum Schluss dran und habe ich erst mal ignoriert. Große Kaufempfehlung ist ein Painting Handle, in dem man die Miniatur nicht nur stabil einspannen, sondern auch wunderbar in der Hand drehen und wenden kann, wie man es braucht.

Step 2

Die Bilder links oden und unten zeigen die Ausgangssituation, nach rechts sind schon mehrere Sachen passiert. Es kam eine zweite Farbschicht drauf und es wurde natürlich vervollständigt, wo noch Lücken waren. Bei dem Kilt habe ich mich noch für einen Farbwechsel entschieden, da ich doch eher dunkle Farben für diese Figur passender fand. Zweiter, sehr wichtiger Schritt war …

Miniaturen D&D Dungeons and Dragons The Nerd Inn

… Quickshade aufzutragen. Es ist wirklich das Wundermittel, was Schattierung und Tiefe generiert. Der Effekt ist enorm und ich staune wirklich jedes Mal. Wichtig: Auftragen und trocknen lassen, erst dann sieht man die ganze Wirkung. Ich stelle gerade fest, dass ich etwas fotographierfaul war: Ebenfalls schon geschehen ist das highlighten. Hier werden nach dem Quickshade ausgewählte Details mit passender Farbe wieder aufgehellt, um sie so zu betonen. Es kommt auf meinen Bildern leider nicht so gut rüber, und das ist auch etwas, wo ich noch Verbesserungspotenzial habe. Unten rechts am Bein kann man erkennen, was ich meine. Aber ich hatte ja noch etwas Spezielles vor, und hatte echt Sorge, mir mangels Erfahrung die ganze Miniatur zu versauen.

Step 3:

Den Abschluss bildet die Base, wobei ich es hier relativ einfach hatte. Es gab noch etwas Farbe für die Steine, um einen Kontrast zu erzeugen, dann ebenfalls reichlich Quickshade. Kämpfe sind brutal und blutig, und was ich daher wollte, waren Blutspritzer, wie sie in einem Gefecht entstehen können. Gesehen hatte ich phänomenale Ergebnisse bei Warhammer Space Marines, aber hier bewegten sich die Bemalenden auf einem ganz anderen Level. Kann ich es trotzdem?

D&D Dragonborn Fighter The Nerd Inn

Es bleibt nichts anderes, als es einfach zu probieren, nur so kann man lernen. Also habe ich einen etwas breiteren Pinsel mit roter Farbe getränkt und dann durch scharfes Abstreifen einen Spritzeffekt erzeugt. Nach einigen Versuchen auf Papier ging es mit Herzklopfen an die Miniatur. Im ersten Moment war ich danach hin und hergerissen. Sieht das wirklich gut aus? Oder hätte ich es nicht lieber lassen sollen? Es war zu spät, jetzt blieb es so. Nach der Trocknenphase war ich dann doch überzeugt, dass es gut ist und mir gefällt. Es ist sicherlich nicht perfekt, aber das Ergebnis sieht durchaus realistisch aus.

Jetzt konnte ich die Miniatur versiegeln, damit sie anfassbar wird und die Farbe nicht mehr abgeht. Vorsicht bei der Anwendung von Sealer und dem anschließenden Trocknen! Hier kann man sich stundenlange Arbeit innerhalb von Sekunden zunichte machen, wie ich aus leidvoller Erfahrung sagen kann.

Abschließend bekam die Base noch ein Gesteinsgras, welches selbstkleben und somit supereinfach anzubringen ist, aber eine große Wirkung auf die gesamte Optik hat.

Jetzt ist „Jindaar“, mein Dragonborn Eldritch Knight bereit für die nächsten Schlachten! 🙂

Bemalt ihr Miniaturen? Wie geht es euch damit? Schreibt es mir gerne in den Kommentaren.

 

Allgemein

Zwischenbericht: The Sinking City

Wir befinden uns in den 1920er Jahren und eine mysteriöse Flutwelle hat die fiktive Stadt Oakmont getroffen – zusammen mit landesweiten Horrorvisionen, die einzelne Personen heimsuchen. Zu den geplagten gehört auch Charles W. Reed, die Hauptfigur in The Sinking City, die sich auf den Weg macht, die Geschehnisse aufzuklären. Wie schon in Call of Cthulhu versucht sich The Sinking City daran, cthulhoiden Horror spiel- und erlebbar zu machen. Ist es Frogwares Game Development gelungen, oder versinkt der Spielspaß gleich mit?

The Sinking City PS4

Anmerkung: Da ich es vor meiner Sommerpause nicht schaffen werde, The Sinking City durchzuspielen, möchte ich trotzdem jetzt schon halbwegs zeitnah zum Releasedate 28.06.19 ein erstes Zwischenfazit abgeben. Später werde ich diesen Beitrag vervollständigen bzw. ergänzen.

-> 30.09.19: Ein Update ist jetzt ganz unten zu lesen

Der Start

Die Website zu The Sinking City kann sich sehen lassen: moderner Aufbau, atmosphärische Gestaltung und inhaltlich nicht überladen, sondern auf den Punkt macht Lust auf das Spiel. Auch der Trailer überzeugt – aber kann es das Spiel dann auch? Nachdem mich Call of Cthulhu sehr begeistert hat (hier ist mein Bereicht zu lesen), komme ich nicht darum herum, die Spiele zu vergleichen.

The Sinking City PS4

Der Startbildschirm verkörpert die zu erwartende düstere Stimmung und zeigt die Spielfigur Charles Reed in den Straßen von Oakmont. Vor einem neuen Spiel kann man sich mit diversen Funktionen im Spiel vertraut machen, die nicht kompliziert und leicht verständlich sind. Dieser Tutorial-Bereich ist auch jederzeit im Spiel wieder aufrufbar. Gleiches gilt für den Schwierigkeitsgrad, der erfreulicherweise zweigleisig einstellbar ist: die Detektivarbeit kann von leicht bis schwer gewählt werden, unabhängig davon ist der Kampf ebenfalls von leicht bis schwer skalierbar. Grundsätzlich ist diese Trennung eine ausgezeichnete Idee, allerdings hat das Thema Kampf leider eine ganz eigene Problematik. Doch dazu später mehr.

Nach dem Start eines neuen Spiels wird man in die Story hineinkatapultiert, trotz aller Bemühungen etwas zu forsch, wie ich es empfunden habe. Bei Call of Cthulhu wurde vor Aufbruch der Storyhook besser vermittelt und platziert, hier wird man mit nur wenig Background im einleitenden Storytelling in Oakmont an Land (alleine) gelassen. Es war grenzwertig, aber noch ok, denn schließlich soll die Stadt der Hauptschauplatz sein.

Eisiger Empfang – der erste Fall

Dafür kann der erste Fall, den man noch am Hafen in Oakmont übernimmt, mit Atmosphäre punkten. Hier bekommt man Gelegenheit, sich sowohl in die Spielmechanik, als auch in das desolate Stadtbild von Oakmont einzufinden. Zudem werden spätestens jetzt deutliche Unterschiede zu Call of Cthulhu deutlich. Dennoch haben diese ersten Schritte Begeisterung und Neugier ausgelöst auf das Folgende ausgelöst. Ist der erste Fall abgeschlossen, sonderlich kompliziert ist er nicht und eher als erweitertes Tutorial zu verstehen, wird man nun endgültig auf Oakmont losgelassen.

Oakmont: Die versinkende Stadt

Im Gegensatz zu Call of Cthulhu kann man sich ganz im Open-World-Stil frei in der Stadt Oakmont bewegen und umsehen. Das muss man auch, da nur dann Orte entdeckt werden oder Schnellreisepunkte in Form von Telefonzellen freigeschaltet werden. Call of Cthulhu verfolgt klares Railroading in der Erzählweise, The Sinking City bietet Bewegungs- und Entscheidungsfreiraum. Die Stadt Oakmont ist durch die unerklärliche Flut stark mitgenommen, war aber scheinbar auch Vorher nicht unbedingt ein Schmuckstück. Sehr oft stößt man auf überflutete Straßenbereiche, die nur mit einem passenderweise immer bereitstehenden Boot zu durchqueren sind.

Oakmont The Sinking City

Was die ersten Male noch interessante Abwechslung ist, wird schnell lästig: Die Bootsfahrten bremsen und nerven recht bald, da sie manchmal lächerlich kurz sind. Hier wäre bzgl. der Häufigkeit weniger mehr gewesen und man hätte sich auf ein oder zwei Stadtviertel als deren Besonderheit beschränken können. Insgesamt wirkt Oakmont abschnittsweise wie eine Geisterstadt: Menschenleere Straßen, unbelebte Häuser, quer stehende Autos wie nach einer Apokalypse. Dann aber so etwas wie Normalität, wie Marionetten umherlaufende Bewohner, oft stumm und ohne echte Handlung bzw. Funktion. Sie wirken nicht integriert in die Stadt, sondern notdürftig platziert, „damit es nicht so leer aussieht“. Es sieht so aus, als konnte man sich nicht recht zwischen „verlassen“ und „bewohnt“ entscheiden. Klar, eine lebendige Stadt darzustellen, ist richtig viel Programmierarbeit, aber wer einmal durch Novigraad (The Witcher III: Wild Hunt) marschiert ist, weiß, wie unfassbar gut das sein kann.

Mit etlichen Personen kann und muss man sich unterhalten, um weiterzukommen. In Call of Cthulhu war die Dialogführung nicht nur formschöner gestaltet, sondern bot noch verschiedene Vorgehensweisen (bedrohend, einfühlsam, raffiniert). Manche Fragen waren sogar erst ab einem bestimmen Fertigkeitsniveau freigeschaltet. Bei The Sinking City kann man seine Fragen bzw. Antworten nur sachlich neutral tabellarisch auswählen. Flair entwickelt sich dadurch keines. Das Voiceacting ist in der deutschen Sprache in Ordnung bis überwiegend gut. In manchen Situationen fand ich jedoch deutlich zu wenig passende Emotion in den Stimmen. (Anmerkung: Unglaublich gut ist z. B. in Wolfenstein: The New Order die deutsche Synchronstimme von der Hauptfigur B.J. Blazkowicz, gesprochen von Johannes Berenz: mehr Emotion geht nicht.)

Letztendlich kann man sich entscheiden, ob man den Hauptfall weiterverfolgen, oder sich einem der zahlreichen Nebenfälle widmen möchte.

Von Fall zu Fall

Der Hauptfall treibt wie zu erwarten ist die Hauptstory voran, um der vorherrschenden Misere auf den Grund zu gehen. Hinsichtlich den dafür notwendigen Ermittlungen kann The Sinking City mit tollen Spielmechaniken punkten. Zum Einen gibt es die „Gedankenspiele“, in denen der Spieler / die Spielerin gesammelte Fakten richtig verknüpfen muss, um die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen, die wiederum den weiteren Weg eröffnen. Zum Anderen muss gelegentlich vorher in einem Archiv (bei der Polizei oder im Krankenhaus) gestöbert werden. Auch hier bekommt man den nächsten Schritt nicht einfach per Klick präsentiert, sondern muss anhand der vorliegenden Informationen Suchkriterien festlegen, die, wenn sie richtig gewählt wurden, neue, weiterführenden Erkenntnisse eröffnen.

Dieser Umgang mit den gefundenen Hinweisen und der weiteren Bearbeitung eben jener ist wirklich sehr gelungen, passt atmosphärisch perfekt und macht Spaß. Ein großer Pluspunkt für The Sinking City.

Ohne zahlreiche Nebenfälle würde der Open World-Stil keinen Sinn machen. Hier gibt es verschiedene Arten bzw. Gruppierungen; ich habe mir zunächst nur die „Briefe aus Oakmont“ näher angesehen. Erste kleine Challenge ist den genauen Ort zu lokalisieren, der trotz straßengenauer Beschreibung immer noch ein wenig Sucharbeit erfordert. Momentan habe ich allerdings nur wenige Nebenfälle bearbeitet, und das hat einen gravierenden Grund: das völlig verkorkste Kampfsystem.

Auf in den Tod: das Kampfsystem

Während Call of Cthulhu weitestgehend auseinandersetzungsfrei bleibt, muss in The Sinking City durchaus die Pistole oder der (Nahkampf-)Spaten gezückt werden. Und das nicht zu selten: Oakmont hat zahlreiche „Befallene Gebiete“, in denen Monster ihr Unwesen treiben. In solchen Gebieten muss zwingend gekämpft werden, dafür gibt es auch reichlich Beute zu machen. Ähnliches gilt für die Nebenfälle, die zumindest bisher immer gleich ablaufen: Haus finden, betreten, gegen die Monster kämpfen, auflösenden Hinweis mitnehmen. Die Gleichförmigkeit der Nebenfälle ist schon eine erste Enttäuschung, aber viel schwerer wirkt die Hilflosigkeit im Kampf.

Die Spielfigur kann Nah- und Fernkampfangriffe ausführen, und erst dachte ich, es liegt an meinem Skillmangel bzgl. Zielfähigkeit, aber das ist nicht das Problem. Die gesamte Steuerung ist furchtbar behäbig, man kann weder zur Seite springen, noch abwehren, sondern nur wie ein aufgescheuchtes Huhn umherlaufen oder einen ungelenken Seitschritt als Ausweichbewegung machen. Das ist nicht nur ausgesprochen frustrierend, sondern auch zum Background der Spielfigur völlig unpassend: Charles Reed war angeblich bei der Navy – davon ist nichts zu merken … Hinzu kommt, dass entweder Reed ein völliger Schwächling ist, oder die Monster Bärenkräfte haben, denn nach nur wenigen Treffern sind die Lebenspunkte auf Null. Als wäre das nicht schon unschön genug, darf man nun unangenehm lange auf den Ladebildschirm starren, bis es wieder weitergehen kann. Eine Reduzierung des Kampf-Schwierigkeitsgrads auf „leicht“ bringt so gut wie nichts.

Nachdem das Thema Kampf in The Sinking City derart prominent als aktiver Spielinhalt angeboten wird, wiegt die komplett mangelhafte Umsetzung der Spielmechanik diesbezüglich ausgesprochen schwer. Mir ist die Lust am Kämpfen in kürzester Zeit vollständig vergangen; große Lust mich mit diesem Teil des Spieles zu befassen, habe ich momentan nicht.

Looten & leveln

Ein weiterer Unterschied zwischen Call of Cthulhu und The Sinking City ist das Thema Ausrüstung. Hier darf man durchaus die Augen offenhalten, um diverse Materialien wie Stoffe, Schießpulver oder Hülsen zu finden, aus denen dann Patronen, Verbände oder Granaten gebaut werden können (erinnert ein wenig an The Last of Us). Für gelöste Fälle (und besiegte Monster) gibt es Erfahrungspunkte und Reed kann beim Stufenaufstieg mit Wissenspunkten hinsichtlich seiner Fähigkeiten verbessert werden. Die zahlreichen Nebenfälle wie auch von Monstern befallenen Gebiete würden da durchaus zum looten & leveln einladen, wenn da nicht dieses be%&#“!+enes Kampfsystem wäre …

Ein vorläufiges Fazit

In The Sinking City steuert man den Privatdetektiv Charles W. Reed in Open World-Manier durch die fiktive Stadt Oakmont. Oakmont wird von einer unerklärlichen Flut heimgesucht, die sowohl Monster, als auch schaurige Visionen an Land gebracht hat. Die Gestaltung der Stadt wirkt unentschlossen zwischen verlassen und bewohnt. Es ist nicht gelungen, Tiefe und Dynamik zu erzeugen. Sie bleibt eine optisch schöne Kulisse. Die viel zu häufig auftretenden überfluteten Straßen, die eine Bootsfahrt erzwingen, bremsen den Spielfluss.

Der Umgang mit gefundenen Hinweisen, die in „Gedankenspiele“ richtig kombiniert werden müssen, ist ebenso großartig, wie die Nachforschungsmechanik in den Archiven der Stadt. Die Dialogführung ist lediglich funktional gestaltet und verschenkt Potential. Während die Hauptstory im Hauptfall verfolgt werden kann, gibt es zahlreiche Nebenfälle mit unterschiedlichen Storyinhalten. Wie auch in den „Befallenen Gebieten“ der Stadt muss bei den Nebenfällen oft gekämpft werden, wo die zur Verfügung stehende Spielmechanik komplett versagt und frustriert. Da Kämpfe durchaus ein relevanter Spielinhalt in The Sinking City darstellt, ist dieser Minuspunkt schon fast ein k.o.-Kriterium für das sonst atmosphärisch recht gut gelungene Spiel.

Persönliche Meinung

Ich habe mich sehr auf das Spiel gefreut, und bin aus den genannten Gründen leider deutlich enttäuscht. Die Hauptstory kann mich bisher längst nicht so fesseln und abholen, wie in Call of Cthulhu, und da das Kampfsystem überhaupt nicht funktioniert, findet an dieser Stelle auch kein Ausgleich statt. Ich werde sicherlich noch weiterspielen, aber längst nicht mit der Begeisterung und in dem Tempo, wie Call of Cthulhu. Wenn ich durch bin (oder frustiert aufgebe), werde ich diesen Beitrag abschließend noch ergänzen.

Eine Kaufempfehlung kann ich nur bei einem deutlich günstigen Preis aussprechen und sehe im Vergleich Call of Cthulhu derzeit klar vorne.

Update 30.09.19

Wie ich schon unterschwellig befürchtet hatte, gab es zu viele ko-Kriterien bei dem Spiel, die mich letztendlich rausgeworfen haben. Schon von Anfang an habe ich mich nicht in die Story hineingezogen gefühlt, aber dieser Punkt wäre noch zu verschmerzen gewesen, wenn der „Open-City-Aspekt“ wirklich tadellos daherkommen würde. Stattdessen ist das Rumlaufen bisweilen eher lästig und bei den zahlreichen Nebenquests und befallenen Gebiete kommt deutlich das Kampfsystem zum Einsatz, was in meine Augen völlig verhunzt worden ist und absolut keinen Spaß macht. Nach einer längeren Unterbrechung habe ich gemerkt, dass ich so wirklich gar keine Lust mehr habe, weiterzuspielen, was kein gutes Zeichen ist. Weder die Hauptstory, noch die Location haben für mich genug Sogwirkung, kostbare Freizeitstunden zu investieren. Daher habe ich mich von dem Spiel getrennt, solange es gebraucht noch den ein oder anderen Euro einbringt. Wenn man The Sinking City mal irgendwo „gut & günstig“ mitnehmen kann, soll es recht sein, aber keinesfalls ist der volle Preis gerechtfertigt.

 

Hat dir der Bericht gefallen? Dann freue ich mich über eine kleine Unterstützung! 😀

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Allgemein, Rollenspiel

RPC vs CCXP 2019

Nur zweimal habe ich es zur legendären Roleplay-Convention, der so called RPC, geschafft. Beide Besuche waren wunderbare Erlebnisse und ich habe die RPC mit all ihrer Gestaltung und den tollen BesucherInnen sehr schnell schätzen gelernt. Obwohl ich keiner der langjährigen Dauergäste war, hat mich die Nachricht über die Fusion (oder Transformation?) der RPC zur Comic Con Experience (CCXP) betroffen gemacht. Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen, noch öfter die Reise aus dem fernen Süden zur RPC anzutreten, aber nun? Kann das geplante Konzept, die renommierte Rollenspielveranstaltung in eine Comic Con zu integrieren, gelingen? Und das auch noch mit Terminveränderung, welche die direkte Konkurrenz zur Comic Con Stuttgart herstellte?

Da haben sich ehrlich gesagt sofort Bedenken breit gemacht, aber jede Veränderung hat eine Chance verdient und vielleicht entsteht ja etwas wunderbar Neues? Dennoch habe ich mich 2019 nicht auf die Reise gemacht, sondern wollte abwarten, was in diversen Erfahrungsberichten über die CCXP 2019 hinterher zu lesen, hören und zu sehen ist. Also habe ich in den virtuellen Weiten des Webs gestöbert, und da das evtl. für andere ebenfalls interessant sein könnte, gibt es hier im Folgenden eine Linksammlung; die Reihenfolge hat dabei keine Bedeutung.

Teilzeithelden

CCXP 2019: Top oder Flop? Das erste Mal der umstrittenen RPC-Nachfolge

So wird der Conbericht bei den Teilzeithelden betitelt, der sich ausführlich an einer fairen Darstellung der Veranstaltung versucht. Der Autor Michael Fuchs kann dann aber gegen Ende hin nicht verhindern, verständlicherweise doch etwas emotional zu werden.

Hier geht es zum Artikel

Nerd Wiki

CCXP 2019: Gute Comic Con – schlechte RPC

Thilo von Nerd Wiki zählte ebenfalls zu den Besuchern und hat seine Eindrücke reich bebildert dargelegt; ebenfalls fair, wie ich finde. Der Titel seines Berichts deutet die Problematik der Mischveranstaltung an.

Hier geht es zum Artikel

Zauberwelten

CCXP Cologne 2019: Coole Con ohne Besucher

Mit dieser Überschrift macht Thara Moritzen von Zauberwelten-Online gleich deutlich, was offenbar eines der Hauptprobleme war. In seinem Fazit will er Erfolg in der Zukunft zumindest nicht ausschließen.

Hier geht es zum Artikel

Truant Spiele

Truant Spiele fasst kurz und bündig ihr CCXP-Erlebnis zusammen. Sie waren offenbar mit dem frisch erschienen Rollenspiel The Witcher genau am richtigen Ort.

Hier geht es zum Artikel

YouTube Sora Hawkins

CCXP Cologne 2019! Vlog, Erlebnisse, Fazit

Sora Hawkins berichtet auf ihrem kleinen YouTube-Kanal über ihren Besuch der CCXP. Letztes Jahr war sie noch auf der RPC, dieses Jahr die neue CCXP und kann daher gut vergleichen.

Hier geht es zum Video

YouTube OT-Blase

Not my RPC? Ein Fazit zur CCXP

Dominik und Lukas (vom Pen & Podcast) unterhalten sich ausführlich (und wenn ich sage ‚ausführlich‘, dann meine ich AUSFÜHRLICH) über ihren Besuch der CCXP und bringen auch Bildmaterial von der Messe mit.

Hier geht es zum Video

Games Wirtschaft

CCXP Cologne 2019: Besucherzahlen deutlich unter Erwartungen

Auch der Artikel auf der Games Wirtschaft greift im Titel einen großen Minuspunkt der CCXP 2019 auf. Auf Details zur Veranstaltung geht der Bericht leider nicht wirklich ein.

Hier geht es zum Artikel

Crystal Universe

Eventbericht: CCXP in Köln 27.06. – 30.06.19

So formschön sachlich lautet die Überschrift des entsprechenden Berichts auf Crystal Universe. Hier gibt es wieder etliche Bilder zum Text und am Schluss von beiden BesucherInnen, Steffi und Raffi, ein separates Fazit.

Hier geht es zum Artikel

Podcast: Eskapodcast

Bonusfolge: CCXP-Cologne – die Eskapodcast-Experience

Der Cast vom Eskapodcast hatte aufgesattelt und war ebenfalls zur ersten CCXP gereist, und noch on the Road ihre Bonusfolge dazu aufgenommen.

Hier geht es zur Podcast-Folge

FragmentAnsichten

CCXP 2019 – Ein würdiger RPC-Nachfolger?

Alessandra Reß schreibt in ihrem Blog von ihrem Besuch der CCXP, bei der sie auch als Autorin im Lesecafé zugegen war. In ihrem Fazit beantwortet sie die im Titel gestellte Frage sehr eindeutig.

Hier geht es zum Artikel

Die DORP

CCXP 2019 – Impressionen

Die DORP verarbeitet die CCXP 2019 gleich zweifach: Einmal gibt es Eindrücke und Interviews in einem Video, zum anderen sprechen Michael und Thomas im DORPCast 139 über die CCXP im Speziellen, aber auch Conventions im Allgemeinen. Ihr Gesamteindruck passt zu den übrigen Einschätzungen und Berichten.

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Das waren jetzt doch mehr Eindrücke aus verschiedenen Quellen, als ich dachte. 🙂 Wie ist eure Meinung? Wart ihr auf der CCXP? Schreibt es mir gern in den Kommentaren!

Allgemein

German Comic Con Munich 2019

Die German Comic Con (GCC) ist eine Veranstaltungsreihe der Cool Conventions GmbH, die bis jetzt in Dortmund, München und Berlin stattfindet. In Dortmund gastiert die GCC sogar zweimal im Jahr (Frühjahr und Winter). Am Wochenende des 15./16. Juni fand die GCC 2019 in München statt. War letztes Jahr noch das MOC der Ort der Veranstaltung, ist sie dieses Jahr ins nahe gelegene Zenith + den dazugehörenden Kohlebunker umgezogen. Im MOC wurden drei der insgesamt vier kleinen miteinander verbundenen Hallen verwendet, im Zenith, eine Halle, rückt alles zwangsläuft näher zusammen. Kann sich die GCC als nerdige Veranstaltung im süddeutschen Raum weiter etablieren, oder gibt es noch zu viele Unstimmigkeiten? Und wie hat sich der Locationwechsel ausgewirkt?

Comic Con Munich 2019
Comic Con Munich 2019

Die Anfahrt

Sowohl das MOC als auch das Zenith sind sehr gut sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, als auch mit dem Auto erreichbar. Während es im MOC eine Tiefgarage gibt, kann das Zenith einen Kiesparkplatz vorweisen. Gegen eine Gebühr von 5 € durfte man hier den ganzen Tag parken. Glücklicherweise gab es Platzeinweiser, sonst wäre die Parksituation auf dem unmarkierten Gelände sicherlich ein Desaster. So aber fand jeder seinen Platz und konnte auch sicher sein, wieder gut abfahren zu können. Die Straße zum Parkplatz führt allerdings zwischen Zenith und Kohlebunker hindurch, was später beim Verlassen des Geländes erhöhte Vorsicht benötigt, da die BesucherInnen zwischen beiden Gebäuden rege hin und herwechseln. Das Parken in der MOC-Tiefgarage ist komfortabler, wo hingegen der Kiesparkplatz eher Festival-Feeling auslöst. Hier geht der erste Pluspunkt an das MOC, nicht nur wegen der aufgeräumten Tiefgarage, sondern auch, weil die Zufahrt nicht mitten durch das Veranstaltungsgelände führt.

Kurz vor dem Wochenende wurde verkündet, dass die Vorverkaufstickets für Samstag ausverkauft waren. Wie wird es jetzt in der Haupthalle unerträglich voll werden?

Comic Con Munich 2019

Rein ins Getümmel

Die Einlasskontrolle ging ausgesprochen zügig und unkompliziert vonstatten. Die Waffenkontrolle der Cosplayer war separat gehalten und behinderte den Besucherstrom nicht. Es gab einen kurzen Blick in Taschen, ein schneller Scan des Tickets und schon war man drin – klasse! Das Zenith ist nicht die größte Halle und jetzt wurde jeder Meter gebraucht. Die Aussteller und Verkaufsstände wurden so angeordnet, dass drei große Gassen der Länge nach durch die Halle führten, und etliche Wege der Breite nach. So wurde der Platz optimal bis zur Stirnseite genutzt, an der sich die Main Stage befand.

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Die Nähe der Hallen täuscht: Dazwischen verläuft die Zufahrtsstraße zum Parkplatz.
Comic Con Munich 2019
Die schwarze Wand hinten trennt die Main Stage von der Halle ab.

Zur Main Stage führten Stufen hinauf und mit schwarzen Tüchern wurde die Sicht in der Breite blockiert. Durch die erhöhte Lage und die Tuchwände wurde die Main Stage zwar vom Trubel der Halle etwas abgeschirmt, musste aber auch bei zu regem Interesse geschlossen werden. Immerhin gab es an einer Seite eine Leinwandübertragung, um auch außerhalb des abgegrenzten Bereiches das Geschehen auf der Bühne verfolgen zu können.

Der abgegrenzte Aufbau hatte natürlich ermöglicht, dass beispielsweise für das Panel mit Lena Heady nochmal extra kassiert werden konnte: Satte 15 € musste derjenige hinlegen, der bei der Gesprächsrunde mit dem Game-of-Thrones-Star dabei sein wollte. Über die Kosten für Autogramme, Photo Shoot, etc. kann man geteilter Meinung sein (variiert von 25 € bis ca. 100 €) und es scheint noch halbwegs legitim, hierfür gesondert zu bezahlen. Für ein Panel jedoch empfand ich die Extrakosten definitiv nicht gerechtfertigt.

Comic Con Munich 2019
Auch von „unten“ konnten man über den Screen das Geschehen auf der Bühne mitverfolgen.

Ich habe am The Walking Dead Panel mit Laurie Holden, Chad L. Coleman und Addy Miller teilgenommen. Es wurde angenehm moderiert und es gab erfreulich viel zeitlichen Spielraum für Fragen aus dem Publikum. Die Technik als solche und deren Einsatz war tadellos.

Comic Con Munich 2019
v.r.n.l.: Chad L. Coleman, Laurie Holden und Addy Miller

Hinsichtlich der Aussteller / Artists gab es eine gute, abwechslungsreiche Auswahl. Von A bis Z war hier alles vertreten, seien es Bilder, Comics, Spiele, Kleidung oder Merchandise aller Art. Die Stände waren schön und einladend gestaltet und luden zum Verweilen ein. Aber auch bei gemächlichem Rundgang und mehrmaligem Stöbern im Angebot stellt man fest: Viel ist es insgesamt dennoch nicht. Immerhin: Da sich alles in einer Halle befand, war die Gesamtatmosphäre überall spürbar und weniger ausgedünnt wie im MOC. Dieser Pluspunkt geht an das Zenith.

Im zweiten Gebäude, dem Kohlebunker, waren die Stars untergebracht und man konnte Autogramme und Photo Shoots kaufen. Hier gab es sonst praktisch nichts und im Vergleich zum munteren Treiben in der Haupthalle herrschte hier schon fast beschauliche Stille. Wollte man nicht gezielt zu jemanden gehen, reichte hier ein einmaliger Durchgang.

Comic Con Munich 2019

Offizielles Programm fand nur auf der Main Stage statt, daher bewahrheitete sich meine Vermutung, dass die GCC Munich sicherlich schön ist, aber für mein Empfinden keinesfalls zwei Tage oder gar eine längere Anreise rechtfertigt. Aber vielleicht mehr als jede Comic Con profitierte auch die GCC Munich von einer ganz wichtigen Personengruppe: den Cosplayern.

„Können wir ein Foto machen?“

Ganz ehrlich: Ich liebe euch Cosplayer! Die GCC Munich kann sich glücklich schätzen, dass zahlreiche, wirklich tolle Cosplayer erschienen sind, als Walking Act fungierten damit deutlich zur Attraktivitiät der Veranstaltung beitrugen. Ohne sie wäre das offizielle Programm einfach zu wenig. Für mich sind Cosplayer immer ein echtes Highlight und nur zu gerne frage ich nach Fotos. Wünscheswert wäre eine erhöhte Aufmerksamkeit und Wertschätzung seitens der Veranstalter; nur ein Cosplay Contest gegen Ende des Tages erscheint etwas wenig.

Das leibliche Wohl

Natürlich kommt irgendwann Hunger und Durst, und ein nicht unwesentlicher Punkt für eine Veranstaltung ist das Catering. Gleich vorweg: Im MOC war es deutlich besser. Im Zenith gibt es nicht wie im MOC kleine Snackrestaurants, sondern hier muss selber organisiert werden. Während der Verkauf von Baumstriezel, Crepes und das Coffee-Bike angenehm exklusiv waren, kam der Verkauf von Pizzastücken eher langweilig daher. Damit war der Platz in der Halle ausgeschöpft und es musste auf das gepflasterte Außengelände ausgewichen werden.

Dort gab es einen Getränkestand (mit gut gemischter Auswahl), und einen Stand für Bratwurst, Currywurst und Pommes (wieder eher gewöhnlich). Gut, zugegeben, vielleicht liegt es bei mir am Alter, aber ich schätzte durchaus die ein oder andere Varianz im Essensangebot (Vegetarier?) und auch geschmacklich waren Currywurst und Pommes eher Durchschnitt. Preislich war es für die Menge und Qualität eher als teuer zu bezeichnen. Im MOC hingegen gab es auch z. B. Sandwiches unterschiedlicher Art zur Auswahl. Insgesamt war das Essensangebot für mein Empfinden im Zenith eher durchschnittlich und hätte besser sein müssen.

Miscellaneous

Jetzt hatten wir das Glück, dass der Samstag mit bestem Wetter daherkam. An einem Regentag ist das Außengelände kaum zu verwenden, was das Gedränge in der Halle erhöht hätte. Apropos: Wie voll war es denn jetzt wirklich da drin? Antwort: Es ging. Sicherlich schoben sich konstant zahlreiche BesucherInnen an den Ständen vorbei, aber es gab trotzdem immer wieder ein wenig Freiraum. Gehbehinderte Personen und Familien mit Kinderwagen waren jedoch deutlich benachteiligt und die Main Stage mit den Stufen hinauf nicht barrierefrei. Zudem war die Luft eher stickig und heiß, was im Laufe des Tages latent unangenehm wurde. Es gab draußen weder Sonnen- noch Regenschutz.

Hinzu kommen nur wenig Sitzgelegenheiten (innen wie außen; hier gab es im MOC dank mehr Platz mehr Möglichkeiten), was zu Grüppchenbildung auf dem Boden führte. An die Raucher war nicht gedacht worden, denn es gab weder Raucherbereiche, noch große Aschenbecher – die Kippen lagen am Boden, auf den man sich wohl zu setzen hatte, um die müden Beine mal kurz auszuruhen. Für das Außengelände könnte man sich ein Beispiel an der Roleplay Convention (rest in peace 😦 ) nehmen und einen kleinen Mittelaltermarkt aufziehen – das wäre erstklassig und im MOC beispielsweise nicht so einfach möglich. So schneidet im Vergleich zu letztem Jahr bei mir das MOC als Veranstaltungsort besser ab.

Die Auswahl der Stars war eine gute Mischung, wobei das für mich persönlich eine eher untergeordnete Rolle spielt. Gäste wie Chuck Norris werden erst mit viel Tamtam angekündigt, dann aber wieder abgesagt, weil zu wenig Autogrammtickets im Vorverkauf erworben wurden (für ca. 100 € ?! Kein Wunder …). Unabhängig davon, was ich von dieser Praxis (nur anreisen, wenn genug Autogrammverkäufe) halte (Spoiler: wenig), würde ich als Veranstalter diesen Umstand unbedingt offen legen. Auch der Wechsel zum Zenith hatte mit Sicherheit einen Hauptgrund: Kosten sparen. Sparen allerdings nur für den Veranstalter, nicht bei den Ticketpreisen … Fairerweise muss man sagen, dass es noch günstigere Nachmittagstickets gegeben hat. Das aber wiederum hat man natürlich vorher nicht erfahren, sondern nur online, als die Uhrzeit erreicht war. 😉 Insgesamt war die leicht verschleierte Kommunikation zwar unkritisch, aber unschön.

Comic Con Munich 2019
Hier konnte man Borderlands 3 anzocken – musste ich natürlich mal reinschauen 😉

Ich merke, der Bericht wird zu lang, ich muss aufhören. 🙂 Es gab schon die Terminankündigung für die GCC Munich 2020 – würde ich nochmal hingehen?

Fazit

Die GCC Munich hat für 2019 die Location vom MOC zum Zenith gewechselt. Auch das Zenith kann problemlos mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Die Haupthalle (Zenith) wurde bestmöglich vom Platz her für Aussteller, Catering und Main Stage ausgenutzt. Die Con-Atmosphäre war stets zu spüren und verdünnte sich nicht in einzelne Hallen wie im MOC. Es gab zusätzlich einen Außenbereich für Essen und Getränke, der jedoch weder Sonnen- noch Regenschutz bot. Sitzgelegenheiten für eine Pause waren insgesamt wenig vorhanden. Im Kohlebunker (zweite Veranstaltungshalle) waren ausschließlich die Stars für Autorgramme und Photo Shoots untergebracht. Wegen des spärlich genutzten Außenbereichs und diversen Aspekten wie Belüftung, Barrierefreiheit und Bewegungsfreiheit ist bei dieser Gestaltung das MOC im Vergleich der spürbar schönere Veranstaltungsort.

Einziges offizielles Programm fand auf der Main Stage statt, die räumlich begrenzt und auch abgeteilt war. Eine Teilnahme an einem Panel konnte nicht garantiert werden, und kostete im Fall von Game-of-Thrones-Star Lena Heady sogar extra. Die zahlreichen Cosplayer trugen durch ihr Erscheinen sehr zur Attraktivität der Veranstaltung bei, was programmlich meiner Meinung nach zu wenig gewürdigt wurde. Insgesamt hat sich die GCC Munich räumlich eher verschlechtert und ist in dieser Form zu klein, zu unspektakulär, um an zwei Tagen hinzugehen oder gar eine längere Anreise zu rechtfertigen. Ein zwar durchaus sehenswertes Staraufgebot ist zumindest für mein Empfinden kein einziges Kriterium für eine rundum gelungene Veranstaltung.

Es bleibt abzuwarten, ob die GCC Munich den „Sprung aus der Kreisklasse in die Bundesliga“ schafft. Für mich als Ansässiger aus der Region mit kurzer Anreise war der Tag durchaus schön und ich werde nächstes Jahr gerne wieder kommen. Da sollten sich allerdings bestimmte Punkte verbessert haben. 😉

Comic Con Munich 2019

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Herzlich Willkommen

Nachdem meine Website hoffnungslos in die Jahre gekommen ist, ich HTML bestenfalls fließend zuhören kann, und ohnehin neben dem eifrigen Schreiben (ok, mal mehr und mal weniger eifrig) eigentlich bevorzugt über alles Nerdige bloggen will, habe ich mich entschieden, Website und Blog zusammenzulegen. Willkommen also auf meiner Blogsite oder Weog oder Weblseitog so ähnlich. Für meinen Blog werde ich bisherige Beiträge vom alten Blog aufbereiten und hier neu posten, anderes darf gern in der Versenkung verschwinden. Würde mich freuen, wenn ihr hin und wieder vorbeischaut. 🙂

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Cosmic Horror: Call of Cthulhu

Als H. P. Lovecraft seine ersten Kurzgeschichten ab 1905 veröffentlicht hat, war ihm sicherlich nicht bewusst, dass er einer der bedeutensten Horrorautoren werden würde. Seine Vorstellung von Horror und dessen Wesensart leben bis heute weiter: der Cthulhu-Mythos. Zu Lebzeiten blieb Lovecraft weitestgehend unbedeutend und sein Erfolg bescheiden, was bedeutete, dass er immer mehr verarmte. Lukrativere Schreibarbeiten wie beliebte Groschenromane lehnte er mit Überzeugung ab und blieb bei seinen Visionen und Ideen. Für Horrorfans ein Segen, denn gerade seine letzten Jahre waren die produktivsten: „At the Mountains of Madness“ oder „The Whisperer in the Dark“ sind in dieser Zeit entstanden. Letzt genannte ist übrigens eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten von ihm.

Die Inspiration, die Lovecraft mit seinen Werken gestreut hat, ist enorm, und sein Cthulhu-Mythos (Lovecraft selber hat diesen Begriff übrigens nie verwendet) wird in unzähligen Spielen thematisiert und verarbeitet. Im Brettspielbereich sind Eldritch Horror und Arkham Horror (jetzt in einer Neuauflage erhältlich) sehr gute Beispiele, als Kartenspiel Arkham Horror Living Card Game (über das ich ebenfalls schon mehrfach hier spoilerfrei berichtet habe (Die Nacht des Zeloten, Das Vermächtnis von Dunwich, Der Pfad nach Carcosa – noch im alten Blog zu finden). Mit Call of Cthulhu (*) und Fthagn gibt es sehr gute Pen&Paper-Rollenspielsysteme.

 

Es ist jedoch zu bedenken und vor allem nicht zu vergessen, dass Lovecraft rassistische, frauenfeindliche und anti-semitische Züge hatte. Seine Werke sind folglich stellenweise sehr kritisch zu betrachten und zu behandeln; siehe hierzu z. B. der Artikel „Der Fall H.P. Lovecraft“ auf Tor-Online von Lars Schmeink.

 

Call of Cthulhu (übersetzt: Der Ruf des Cthulhu) ist der Titel einer Geschichte Lovecrafts aus dem Jahr 1926, damals erschienen im Magazin Weird Tales. Nachdem der Begriff Cthulhu-Mythos gebräuchlich geworden ist, wird offenbar gerne dieser Kurzgeschichtentitel für Spiele verwendet, um gleich die anvisierte Thematik darzulegen.

 

Call of Cthulhu PS4
Startbildschirm (eigene Aufnahme)

Wahnsinn betreten

Wahnsinn betreten – mit diesen Worten wird man aufgefordert, das passenderweise zu Halloween erschiene Videospiel Call of Cthulhu zu starten. Und schnell wird einem klar, dass „Wahnsinn betreten“ wörtlich zu nehmen ist … In Call of Cthulhu übernimmt man im Jahr 1924 die Rolle des Privatdetektivs Edward Pierce, einem leicht abgestürzten Veteranen des 1. Weltkrieges. Man wird beauftragt, den tragischen Tod der Familie Hawkins auf der entlegenen Insel Dark Water Island, weit vor der Küste Bostons, aufzuklären. In was Pierce da hineinschlittert, ist erschütternd, verstörend, und mündet in kosmischen Horror. Auf der schön gestalteten Website zum Spiel gibt es noch mehr Informationen.

 

Über den Inhalt möchte ich bewusst nichts sagen, denn das würde das persönliche Erlebnis deutlich schmälern. Call of Cthulhu ist ein Third-Person-Game und wechselt nur in einigen Cutscenes in die Filmansicht. Die Immersion ist damit hoch und es gelingt, sich mit Edward Pierce zu identifizieren. Entsprechend hineingezogen wird man in den Wahnsinn, der ihm widerfährt. Call of Cthulhu schafft es gleich zu Beginn, unheimlich gut Atmosphäre aufzubauen und kann diese bis zum Schluss halten. Dass das Spiel die heutzutage graphischen Möglichkeiten nicht voll ausschöpft ist zwar zu merken, stört aber nicht im Geringsten. Zu spannend sind die Erkenntnisse, die Pierce mit seinen Ermittlungen gewinnt. Toll gemacht ist, wie er Geschehnisse rekonstruiert und sich nach und nach ein Bild ergibt – welches mit Wonne wieder Unschärfen bekommt, gar zerbröckelt und wie Sand zwischen den Fingern hindurchrieselt.

 

Wieder bin ich an einem Punkt gelangt, an dem es mir sehr schwer fällt, weiter zu erzählen. Ich sollte inzwischen abgehärtet sein, doch es gibt Erlebnisse, die zu tiefe Wunden verursachen, um je eine Heilung zu gestatten. – aus „Berge des Wahnsinns“, H. P. Lovecraft

Großartig ist die Darstellung, wie der Wahnsinn an Pierce‘ Verstand nagt und sowohl er, als auch der Spieler / die Spielerin, stellenweise nicht mehr unterscheiden kann, was real ist und was nicht. Es handelt sich vorwiegend um unterschwelligen Horror, wobei es einige wenige Jump Scares gibt, die vielleicht auch wegen ihres spärlichen Einsatzes gute Wirkung erzeugen. Hinzu kommen ausgezeichnete musikalische Untermalung und Soundeffekte, sowie erstklassiges Voice Acting (in Englisch mit deutschem Untertitel).

Immer wieder trifft man auf Stellen, bei denen es nach der getroffenen Entscheidung heißt „Das wird dein Schicksal verändern“, was bedeutet, dass der Spielverlauf nicht bei jedem Durchgang gleich verlaufen wird. Gleiches gilt auch für das Finale, in dem Pierce eine schwere Entscheidung treffen muss. Ein erneutes Spielen nach angemessener Pause (um manche Rätsel und Geschehnisse nicht zu präsent zu haben) ist also auf jeden Fall möglich. Sicherlich gibt es auch noch abseits des Weges etwas zu entdecken, was man beim ersten Durchgang von Spannung, Grusel und Beklemmung gepackt übersehen hat.

 

Eine Sekunde lang verspürte ich absolute Verzweiflung, da ich in einer Kammer ohne Fenster in der Falle zu sitzen schien. Eine Welle unvorstellbaren Entsetzens brach über mich herein und verlieh den im Licht der Taschenlampe sichtbaren Staubspuren des Eindringlings, der zuvor versucht hatte, in mein Zimmer zu gelangen, eine schreckliche, aber unerklärliche Besonderheit. – aus „Der Schatten über Innsmouth“, H. P. Lovecraft

Insgesamt ging das Spiel länger, als ich dachte, findet aber den richtigen Punkt, um nicht in die Länge gezogen zu wirken. Einen Schwierigkeitsgrad kann man generell nicht einstellen, wobei ich ihn als angemessen empfand. Nur stellenweise gibt es kleine Dämpfer im Spielfluss, wenn man die Lösung an manchen Stellen nicht findet und sich lange an derselben Stelle aufhalten muss. Das bremst den Spielfluss und die Zugkraft der Story; hier hätte ich mir z. B. nach einer bestimmten Zeit eine Hilfeoption gewünscht, um nicht festzusitzen (Ungeduldige lesen ohnehin dann im Internet nach, also könnte man das auch in Spiel integrieren; wer tüfteln will, kann das ja weiterhin tun). Aber das ist nur bei zwei oder drei Stellen aufgetreten und wenn man es dann doch ohne Hilfe geschafft hat, ist das Erfolgserlebnis um so schöner. Action darf man generell nicht erwarten, dafür besten cthulhuoiden Cosmic Horror.

 

Fazit

Mit Call of Cthulhu ist es hervorragend gelungen, den Cosmic Horror von H.P. Lovecraft in ein Video Game zu transferieren  Die Immersion ist Dank packender Story, großartigem Voice Acting und Abbildung geistigen Verfalls sehr hoch. Wiederspielwert ist durch zahlreiche, spielverändernde Entscheidungen gegeben. Es bietet großartige Spielstunden und bei dem moderaten Preis (ca. 50 € neu) kann man insbesondere als Cthulhu-Mythos-Fan bedenkenlos zugreifen.

 

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Das Spiel betreffend:

(c) 2018 Chaosium Inc. Call of Cthulhu is a video game published by Focus Home Interactive and developed by Cyanide SA. „Call of Cthulhu“ is a trademark of Chaosium, Inc. All trademarks or registered trademarks belong to their respective owners. All rights reserved