Vanilla World of Warcraft

Back in the days: World of Warcraft Rollenspielevents

Als World of Warcraft (WoW) Anfang 2005 in Europa startete, ahnte ich nicht, wie intensiv mich dieses MMORPG beschäftigen würde. Viele Spielstunden, rückblickend betrachtet sicherlich etwas zu viel, habe ich in Azeroth zugebracht, über eine Gilde Spielfreundschaften geschlossen. Gemeinsam haben wir die Welt erkundet, Quests erledigt und auch einige Bossgegner bezwungen. Als die erste große Erweiterung kam, ging meine Zeit in WoW zu Ende. Ich habe noch unzählige Screenshot, zum Glück thematisch sortiert, aus den Anfangstagen des beliebtesten Multiplayer-Online-Spiels und möchte euch nach und nach einige davon präsentieren.

Rollenspielevent: das Sternennachtfest

Nachdem ich ausschließlich auf einem sogenannten RP-Server unterwegs war, gab es auch immer wieder organisierte InGame-Events, von SpielerInnen für SpielerInnen. An einigen habe ich teilgenommen, so wie im Folgenden das „Sternennachtfest“. Um was es genau ging, weiß ich leider nicht mehr. Gemäß den Bildern war es eine Zusammenkunft und aktives Rollenspiel im Chat. 🙂 Die Screenshots stammen aus Juli 2005.

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Rollenspielevent: Druiden

Hierzu habe ich leider auch keine weiteren Informationen außer den Namen des Ordners („RP-Druiden-Event“), und kann daher auch nicht mehr dazu sagen. Schade eigentlich, ich hätte mir wenigstens ein paar Zeilen dazu notieren sollen. Tatsache war, dass hier vorzugsweise Druiden zugegen waren und ich kann mich noch an die besondere Stimmung erinnern, als Bärenmeute von A nach B zu marschieren. Die Screenshots stammen aus Oktober 2005.

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Allgemein

German Comic Con Munich 2019

Die German Comic Con (GCC) ist eine Veranstaltungsreihe der Cool Conventions GmbH, die bis jetzt in Dortmund, München und Berlin stattfindet. In Dortmund gastiert die GCC sogar zweimal im Jahr (Frühjahr und Winter). Am Wochenende des 15./16. Juni fand die GCC 2019 in München statt. War letztes Jahr noch das MOC der Ort der Veranstaltung, ist sie dieses Jahr ins nahe gelegene Zenith + den dazugehörenden Kohlebunker umgezogen. Im MOC wurden drei der insgesamt vier kleinen miteinander verbundenen Hallen verwendet, im Zenith, eine Halle, rückt alles zwangsläuft näher zusammen. Kann sich die GCC als nerdige Veranstaltung im süddeutschen Raum weiter etablieren, oder gibt es noch zu viele Unstimmigkeiten? Und wie hat sich der Locationwechsel ausgewirkt?

Comic Con Munich 2019
Comic Con Munich 2019

Die Anfahrt

Sowohl das MOC als auch das Zenith sind sehr gut sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, als auch mit dem Auto erreichbar. Während es im MOC eine Tiefgarage gibt, kann das Zenith einen Kiesparkplatz vorweisen. Gegen eine Gebühr von 5 € durfte man hier den ganzen Tag parken. Glücklicherweise gab es Platzeinweiser, sonst wäre die Parksituation auf dem unmarkierten Gelände sicherlich ein Desaster. So aber fand jeder seinen Platz und konnte auch sicher sein, wieder gut abfahren zu können. Die Straße zum Parkplatz führt allerdings zwischen Zenith und Kohlebunker hindurch, was später beim Verlassen des Geländes erhöhte Vorsicht benötigt, da die BesucherInnen zwischen beiden Gebäuden rege hin und herwechseln. Das Parken in der MOC-Tiefgarage ist komfortabler, wo hingegen der Kiesparkplatz eher Festival-Feeling auslöst. Hier geht der erste Pluspunkt an das MOC, nicht nur wegen der aufgeräumten Tiefgarage, sondern auch, weil die Zufahrt nicht mitten durch das Veranstaltungsgelände führt.

Kurz vor dem Wochenende wurde verkündet, dass die Vorverkaufstickets für Samstag ausverkauft waren. Wie wird es jetzt in der Haupthalle unerträglich voll werden?

Comic Con Munich 2019

Rein ins Getümmel

Die Einlasskontrolle ging ausgesprochen zügig und unkompliziert vonstatten. Die Waffenkontrolle der Cosplayer war separat gehalten und behinderte den Besucherstrom nicht. Es gab einen kurzen Blick in Taschen, ein schneller Scan des Tickets und schon war man drin – klasse! Das Zenith ist nicht die größte Halle und jetzt wurde jeder Meter gebraucht. Die Aussteller und Verkaufsstände wurden so angeordnet, dass drei große Gassen der Länge nach durch die Halle führten, und etliche Wege der Breite nach. So wurde der Platz optimal bis zur Stirnseite genutzt, an der sich die Main Stage befand.

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Die Nähe der Hallen täuscht: Dazwischen verläuft die Zufahrtsstraße zum Parkplatz.
Comic Con Munich 2019
Die schwarze Wand hinten trennt die Main Stage von der Halle ab.

Zur Main Stage führten Stufen hinauf und mit schwarzen Tüchern wurde die Sicht in der Breite blockiert. Durch die erhöhte Lage und die Tuchwände wurde die Main Stage zwar vom Trubel der Halle etwas abgeschirmt, musste aber auch bei zu regem Interesse geschlossen werden. Immerhin gab es an einer Seite eine Leinwandübertragung, um auch außerhalb des abgegrenzten Bereiches das Geschehen auf der Bühne verfolgen zu können.

Der abgegrenzte Aufbau hatte natürlich ermöglicht, dass beispielsweise für das Panel mit Lena Heady nochmal extra kassiert werden konnte: Satte 15 € musste derjenige hinlegen, der bei der Gesprächsrunde mit dem Game-of-Thrones-Star dabei sein wollte. Über die Kosten für Autogramme, Photo Shoot, etc. kann man geteilter Meinung sein (variiert von 25 € bis ca. 100 €) und es scheint noch halbwegs legitim, hierfür gesondert zu bezahlen. Für ein Panel jedoch empfand ich die Extrakosten definitiv nicht gerechtfertigt.

Comic Con Munich 2019
Auch von „unten“ konnten man über den Screen das Geschehen auf der Bühne mitverfolgen.

Ich habe am The Walking Dead Panel mit Laurie Holden, Chad L. Coleman und Addy Miller teilgenommen. Es wurde angenehm moderiert und es gab erfreulich viel zeitlichen Spielraum für Fragen aus dem Publikum. Die Technik als solche und deren Einsatz war tadellos.

Comic Con Munich 2019
v.r.n.l.: Chad L. Coleman, Laurie Holden und Addy Miller

Hinsichtlich der Aussteller / Artists gab es eine gute, abwechslungsreiche Auswahl. Von A bis Z war hier alles vertreten, seien es Bilder, Comics, Spiele, Kleidung oder Merchandise aller Art. Die Stände waren schön und einladend gestaltet und luden zum Verweilen ein. Aber auch bei gemächlichem Rundgang und mehrmaligem Stöbern im Angebot stellt man fest: Viel ist es insgesamt dennoch nicht. Immerhin: Da sich alles in einer Halle befand, war die Gesamtatmosphäre überall spürbar und weniger ausgedünnt wie im MOC. Dieser Pluspunkt geht an das Zenith.

Im zweiten Gebäude, dem Kohlebunker, waren die Stars untergebracht und man konnte Autogramme und Photo Shoots kaufen. Hier gab es sonst praktisch nichts und im Vergleich zum munteren Treiben in der Haupthalle herrschte hier schon fast beschauliche Stille. Wollte man nicht gezielt zu jemanden gehen, reichte hier ein einmaliger Durchgang.

Comic Con Munich 2019

Offizielles Programm fand nur auf der Main Stage statt, daher bewahrheitete sich meine Vermutung, dass die GCC Munich sicherlich schön ist, aber für mein Empfinden keinesfalls zwei Tage oder gar eine längere Anreise rechtfertigt. Aber vielleicht mehr als jede Comic Con profitierte auch die GCC Munich von einer ganz wichtigen Personengruppe: den Cosplayern.

„Können wir ein Foto machen?“

Ganz ehrlich: Ich liebe euch Cosplayer! Die GCC Munich kann sich glücklich schätzen, dass zahlreiche, wirklich tolle Cosplayer erschienen sind, als Walking Act fungierten damit deutlich zur Attraktivitiät der Veranstaltung beitrugen. Ohne sie wäre das offizielle Programm einfach zu wenig. Für mich sind Cosplayer immer ein echtes Highlight und nur zu gerne frage ich nach Fotos. Wünscheswert wäre eine erhöhte Aufmerksamkeit und Wertschätzung seitens der Veranstalter; nur ein Cosplay Contest gegen Ende des Tages erscheint etwas wenig.

Das leibliche Wohl

Natürlich kommt irgendwann Hunger und Durst, und ein nicht unwesentlicher Punkt für eine Veranstaltung ist das Catering. Gleich vorweg: Im MOC war es deutlich besser. Im Zenith gibt es nicht wie im MOC kleine Snackrestaurants, sondern hier muss selber organisiert werden. Während der Verkauf von Baumstriezel, Crepes und das Coffee-Bike angenehm exklusiv waren, kam der Verkauf von Pizzastücken eher langweilig daher. Damit war der Platz in der Halle ausgeschöpft und es musste auf das gepflasterte Außengelände ausgewichen werden.

Dort gab es einen Getränkestand (mit gut gemischter Auswahl), und einen Stand für Bratwurst, Currywurst und Pommes (wieder eher gewöhnlich). Gut, zugegeben, vielleicht liegt es bei mir am Alter, aber ich schätzte durchaus die ein oder andere Varianz im Essensangebot (Vegetarier?) und auch geschmacklich waren Currywurst und Pommes eher Durchschnitt. Preislich war es für die Menge und Qualität eher als teuer zu bezeichnen. Im MOC hingegen gab es auch z. B. Sandwiches unterschiedlicher Art zur Auswahl. Insgesamt war das Essensangebot für mein Empfinden im Zenith eher durchschnittlich und hätte besser sein müssen.

Miscellaneous

Jetzt hatten wir das Glück, dass der Samstag mit bestem Wetter daherkam. An einem Regentag ist das Außengelände kaum zu verwenden, was das Gedränge in der Halle erhöht hätte. Apropos: Wie voll war es denn jetzt wirklich da drin? Antwort: Es ging. Sicherlich schoben sich konstant zahlreiche BesucherInnen an den Ständen vorbei, aber es gab trotzdem immer wieder ein wenig Freiraum. Gehbehinderte Personen und Familien mit Kinderwagen waren jedoch deutlich benachteiligt und die Main Stage mit den Stufen hinauf nicht barrierefrei. Zudem war die Luft eher stickig und heiß, was im Laufe des Tages latent unangenehm wurde. Es gab draußen weder Sonnen- noch Regenschutz.

Hinzu kommen nur wenig Sitzgelegenheiten (innen wie außen; hier gab es im MOC dank mehr Platz mehr Möglichkeiten), was zu Grüppchenbildung auf dem Boden führte. An die Raucher war nicht gedacht worden, denn es gab weder Raucherbereiche, noch große Aschenbecher – die Kippen lagen am Boden, auf den man sich wohl zu setzen hatte, um die müden Beine mal kurz auszuruhen. Für das Außengelände könnte man sich ein Beispiel an der Roleplay Convention (rest in peace 😦 ) nehmen und einen kleinen Mittelaltermarkt aufziehen – das wäre erstklassig und im MOC beispielsweise nicht so einfach möglich. So schneidet im Vergleich zu letztem Jahr bei mir das MOC als Veranstaltungsort besser ab.

Die Auswahl der Stars war eine gute Mischung, wobei das für mich persönlich eine eher untergeordnete Rolle spielt. Gäste wie Chuck Norris werden erst mit viel Tamtam angekündigt, dann aber wieder abgesagt, weil zu wenig Autogrammtickets im Vorverkauf erworben wurden (für ca. 100 € ?! Kein Wunder …). Unabhängig davon, was ich von dieser Praxis (nur anreisen, wenn genug Autogrammverkäufe) halte (Spoiler: wenig), würde ich als Veranstalter diesen Umstand unbedingt offen legen. Auch der Wechsel zum Zenith hatte mit Sicherheit einen Hauptgrund: Kosten sparen. Sparen allerdings nur für den Veranstalter, nicht bei den Ticketpreisen … Fairerweise muss man sagen, dass es noch günstigere Nachmittagstickets gegeben hat. Das aber wiederum hat man natürlich vorher nicht erfahren, sondern nur online, als die Uhrzeit erreicht war. 😉 Insgesamt war die leicht verschleierte Kommunikation zwar unkritisch, aber unschön.

Comic Con Munich 2019
Hier konnte man Borderlands 3 anzocken – musste ich natürlich mal reinschauen 😉

Ich merke, der Bericht wird zu lang, ich muss aufhören. 🙂 Es gab schon die Terminankündigung für die GCC Munich 2020 – würde ich nochmal hingehen?

Fazit

Die GCC Munich hat für 2019 die Location vom MOC zum Zenith gewechselt. Auch das Zenith kann problemlos mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Die Haupthalle (Zenith) wurde bestmöglich vom Platz her für Aussteller, Catering und Main Stage ausgenutzt. Die Con-Atmosphäre war stets zu spüren und verdünnte sich nicht in einzelne Hallen wie im MOC. Es gab zusätzlich einen Außenbereich für Essen und Getränke, der jedoch weder Sonnen- noch Regenschutz bot. Sitzgelegenheiten für eine Pause waren insgesamt wenig vorhanden. Im Kohlebunker (zweite Veranstaltungshalle) waren ausschließlich die Stars für Autorgramme und Photo Shoots untergebracht. Wegen des spärlich genutzten Außenbereichs und diversen Aspekten wie Belüftung, Barrierefreiheit und Bewegungsfreiheit ist bei dieser Gestaltung das MOC im Vergleich der spürbar schönere Veranstaltungsort.

Einziges offizielles Programm fand auf der Main Stage statt, die räumlich begrenzt und auch abgeteilt war. Eine Teilnahme an einem Panel konnte nicht garantiert werden, und kostete im Fall von Game-of-Thrones-Star Lena Heady sogar extra. Die zahlreichen Cosplayer trugen durch ihr Erscheinen sehr zur Attraktivität der Veranstaltung bei, was programmlich meiner Meinung nach zu wenig gewürdigt wurde. Insgesamt hat sich die GCC Munich räumlich eher verschlechtert und ist in dieser Form zu klein, zu unspektakulär, um an zwei Tagen hinzugehen oder gar eine längere Anreise zu rechtfertigen. Ein zwar durchaus sehenswertes Staraufgebot ist zumindest für mein Empfinden kein einziges Kriterium für eine rundum gelungene Veranstaltung.

Es bleibt abzuwarten, ob die GCC Munich den „Sprung aus der Kreisklasse in die Bundesliga“ schafft. Für mich als Ansässiger aus der Region mit kurzer Anreise war der Tag durchaus schön und ich werde nächstes Jahr gerne wieder kommen. Da sollten sich allerdings bestimmte Punkte verbessert haben. 😉

Comic Con Munich 2019

Vanilla World of Warcraft

Back in the days: World of Warcraft PvP

Als World of Warcraft (WoW) Anfang 2005 in Europa startete, ahnte ich nicht, wie intensiv mich dieses MMORPG beschäftigen würde. Viele Spielstunden, rückblickend betrachtet sicherlich etwas zu viel, habe ich in Azeroth zugebracht, über eine Gilde Spielfreundschaften geschlossen. Gemeinsam haben wir die Welt erkundet, Quests erledigt und auch einige Bossgegner bezwungen. Als die erste große Erweiterung kam, ging meine Zeit in WoW zu Ende. Ich habe noch unzählige Screenshot, zum Glück thematisch sortiert, aus den Anfangstagen des beliebtesten Multiplayer-Online-Spiels und möchte euch nach und nach einige davon präsentieren.

PvP: Arathibecken & Warsong-Schlucht

Eine Weile habe ich mich auch in den Kampf Player vs. Player gestürzt, war aber mangels gutem Equipment (ja, und auch Skill … 😉 ) eher mäßig erfolgreich. Dennoch hat es eine Zeit lang Spaß gemacht. Hier sind Bilder aus dem Arathibecken (Quelle und weitere Infos) und der Warsong-Schlucht. (Quelle und weitere Infos) Die Screenshots stammen aus dem August 2005.

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PvP: Alterac Valley

Auch im winterlichen Alterac Valley habe ich mich in die Schlacht gegen die Horde gestürzt. (Quelle und weitere Infos) Die Screenshots stammen aus November 2005.

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Fast geschafft! Hier geht es zum letzten Beitrag dieser Artikelreihe, diesmal keine Screenshots, sondern zwei Videos: Ahn’Qiraj

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Tabletop Gaming

Die App spielt mit: Villen des Wahnsinns 2. Edition

Welche schrecklichen Geheimnisse verbergen sich in so manchen Gemäuern? Wird es gelingen, das Rätsel zu lösen, ehe die Realität kollabiert und der Wahnsinn um sich greift? Wie bereits in der ersten Edition führt die 2. Edition von Villen des Wahnsinns (Asmodee) 1-5 SpielerInnen (empfohlenes Alter 13+) auf die Spuren von bestem cthulhuoidem Horror. Wohl größter Unterschied zur ersten Edition, bei der noch jemand aus der Spielrunde gewissermaßen die Rolle des Bösen übernehmen musste, ist die unabdingbare Companion-App. Kein nützliches Tool für das Darum-Herum, sondern ohne sie kann das Spiel nicht funktionieren: Die App steuert das Spiel und übernimmt die Rolle des Game Masters, wie man es aus Pen & Paper-Rollenspielen kennt. Ist das eine echte Bereicherung, oder treibt der virtuelle GM die SpielerInnen bereits mit diversen Mängeln in den Wahnsinn?

Habe alles griffbereit: der Spielaufbau

Um Villen des Wahnsinns 2. Edition zu spielen, ist kein langwieriger Spielaufbau notwendig. Empfehlenswert ist es, die Gelände- bzw. Gebäudeteile soriert bereit zu legen, ebenso die Marker, Würfel und Karten. Dann suchen sich die SpielerInnen einen Ermittler oder eine Ermittlerin als Spielfigur aus. Hier wird übrigens konsequent die Stimmigkeit der Cthulhu-Spiele (Eldritch Horror, Arkham Horror The Card Game, etc.) fortgesetzt und wer sich bereits auskennt, wird an dieser Stelle auf alte Bekannte treffen. Auch Grundfunktionalität (Geistige/Körperliche Gesundheit, Fertigkeitsproben, etc.) deckt sich, was den Einstieg für KennerInnen erleichtert. Aber auch ohne Vorkenntnisse sind die Regeln nicht komplex, sondern einfach zu befolgen.

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Nach diesen noch völlig analogen Schritten wird ab nun die App die Regie übernehmen. Je nach verfügbarem physischem Material (es gibt mittlerweile diverse Erweiterungen) sind unterschiedliche Szenarien spielbar. Die Spielrunde einigt sich anhand der einleitenden Worte für eines, gibt an, welche ErmittlerInnen sich dem Wahnsinn stellen möchten und schon geht es los. Ein Spielplan wird noch nicht aufgebaut.

Das Spielmaterial ist gelungen und schön gestaltet. Insbesondere die Spielplanteile sind detailreich in der Abbildung. Die Miniaturen der Ermittler und Monster kommen zwar nicht an ein Tabletop Wargame heran, sind aber dennoch sehr ansehnlich. Die Bilder auf den Karten sind gut, aber von der Qualität her nicht ganz auf dem Level wie bei anderen Cthulhuspielen. Unschlagbar an dieser Stelle ist Arkham Horror The Card Game, wobei hier der Anspruch als reines Kartenspiel natürlich ein ganz anderer ist.

Schritt für Schritt hinein in die Story

Villen des Wahnsinns 2. Edition ist betont storylastig. Startet man das gewählte Szenario, gibt es einen ausführlichen Einführungstext, der die Lage schildert. Jetzt wird auch das erste Gelände/Gebäudeteil angezeigt und welche interessanten Gegenstände, Orte oder Personen es darauf gibt. Diese sind in der App mit Markern gekennzeichnet, die man auch zur besseren Visualisierung auf das Spielplanteil legen sollte. Die Ermittlergruppe entscheidet nun über ihre Zugreihenfolge und Aktionen. Das Spiel ist voll kooperativ, aber an einem bestimmten Punkt kann sich das ändern …

Möchte man sich einen Gegenstand näher ansehen, oder eine Türe öffnen, bewegt man seine physische Spielfigur entsprechend auf dem Brett und klickt dann auf die Stelle auf dem Screen. Der App-GM wird nun schildern was passiert und/oder zu sehen ist. Weitere Räume tun sich auf, oder der untersuchte Gegenstand verlangt eine Fertigkeitsprobe. Gilt es beispielsweise ein Schloss zu knacken, wird dies durch das Lösen verschiedener Kniffel/Rätselaufgaben abgebildet. Klötze verschieben oder richtige Farbkombinationen herauszufinden, könnte hier gefragt sein. An dieser Stelle ist fair play angesagt, denn die Regeln besagen zwar, dass die Anzahl an Lösungsversuchen der entsprechenden Fertigkeit entspricht, dies wird aber nicht durch die App kontrolliert. Es entfällt also die Vorgabe, wer genau was unternimmt, was die Bedienung langwieriger und spielflussbremsender gemacht hätte.

Villen des Wahnsinns The Nerd Inn

Der Anteil an Sprachausgabe ist sehr gering, also gibt es reichlich Text vorzulesen. Wen das jemand übernimmt, der so etwas gerne tut und gut kann, ist das für das Gesamtambiente ausgesprochen förderlich. Der App-GM hat auch ein gewisses Repertoire an Sound- und Musikeffekten, nur wenn sich diese aus dem oftmals eher bescheidenen Lautsprecher des Tablets zwängen müssen, verpufft deren Wirkung. Hier empfiehlt es sich, beispielsweise eine Bluetoothbox zur Unterstützung heranzuziehen.

Die App ist nicht zeitgesteuert, springt also nicht automatisch weiter, was Spielstress bedeuten würde, dennoch wird man auch rein inhaltlich schnell merken, wie sich die Lage zuspitzt und man kann sich ausrechnen, dass keine unbegrenzte Anzahl an Spielzügen zur Verfügung steht. Wessen Lebenspunkte erstmalig auf Null sinken, bekommt eine einschränkende Verletzung, beim zweiten Mal ist der Ermittler / die Ermittlerin tot. Ist die geistige Gesundheit völlig dahin, bekommt der Spieler / die Spielerin eine Wahnsinn-Karte, auf deren Rückseite eine Handlungsanweisung steht – und die kann sich in manchen Fällen massiv gegen das Vorhaben der Gruppe richten … Auch hier scheidet die Spielfigur beim zweiten Mal Horrorschaden in Höhe der geistigen Gesundheit aus dem Spiel aus.

Es droht also Player Elimination, was bei einem doch eher länger dauernden Spiel unschön ist. Eldritch Horror löst diesen Umstand geschickter, in dem mit einer neuen Spielfigur wieder eingestiegen werden kann. Auch die Regelung mit dem „Wahnsinn“ der Figur hat sich, so wurde mir gesagt, als nicht glücklich gelöst herausgestellt. Hier hätte sich beispielsweise auch eine Steuerung über die App angeboten, die der Spielfigur diverse Handlungsanweisungen gibt, oder eher, um sich als SpielerIn nicht zu ferngesteuert zu fühlen, Verlockungen für negative Handlungen anbietet … Inhaltlich haben die Szenarien natürlich völlig verschiedene Settings, die dem einen besser, dem anderen schlechter gefallen werden. Großer Pluspunkt: Die Szenarien haben inhaltlich teils erhebliche Variationsmöglichkeiten hinsichtlich des Lösungsweges, deshalb ist ein Mehrfachspielen gut möglich. Das ist angesichts des Preises von 85 € für das Grundspiel (die Erweiterungen bewegen sich zwischen 32 – 55 €) auch notwendig.

Fazit

Kernelement von Villen des Wahnsinns 2. Edition ist die Companion-App, welche die Spielinhalte steuert und darlegt. Ohne sie kann das Spiel nicht gespielt werden. Die App macht einen sehr hochwertigen Eindruck, besitzt eine gute Grafik und Bedienfreundlichkeit. Es gelingt, sowohl Story, als auch Ambiente zu vermitteln. Das pysische Spielmaterial ist wertig und die Miniaturen der Ermittlerfiguren wie auch die Monster machen optisch einen guten Eindruck. Einzig die Bilder bei den Karten sind in anderen Spielen womöglich etwas besser. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der App, daher fällt dieser Umstand nicht sonderlich negativ auf.

Letztendlich kann es zur Player Elimination kommen, was zwar nicht unmittelbar droht, aber durchaus möglich ist. Bei einem länger dauernden Spiel (je nach gewähltem Szenario) ist dies ein eher unschöner Aspekt. Ebenso ist die Regelung von wahsinnig gewordenen Ermittlern zwar in Ordnung, könnte aber noch besser sein. Die Szenarien haben Variationsmöglichkeiten, um eine Wiederspielbarkeit zu ermöglichen. Mit dem Kauf von Erweiterungen können mehr Szenarien in der App gestartet werden. Dort gibt es auch kostenpflichtige DLC, die aus bereits vorhandenem Material weitere Szenarien bauen.

Insgesamt hat mich das gute Funktionieren der Regie-App sehr überrascht. Es hat hinsichtlich des Spielaufbaus erheblich Zeit gespart und ermöglicht allen an der Story teilzuhaben: Was steckt hinter der Sache? Welcher Raum kommt als nächstes? So lange man die Tür nicht geöffnet hat, weiß es niemand.

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Back in the days: World of Warcraft Onyxia’s Lair & Zul’Gurub

Als World of Warcraft (WoW) Anfang 2005 in Europa startete, ahnte ich nicht, wie intensiv mich dieses MMORPG beschäftigen würde. Viele Spielstunden, rückblickend betrachtet sicherlich etwas zu viel, habe ich in Azeroth zugebracht, über eine Gilde Spielfreundschaften geschlossen. Gemeinsam haben wir die Welt erkundet, Quests erledigt und auch einige Bossgegner bezwungen. Als die erste große Erweiterung kam, ging meine Zeit in WoW zu Ende. Ich habe noch unzählige Screenshot, zum Glück thematisch sortiert, aus den Anfangstagen des beliebtesten Multiplayer-Online-Spiels und möchte euch nach und nach einige davon präsentieren.

Onyxia’s Lair

Damals war Onyxia’s Lair, zu finden in den Dustwallow Marsh, ein 40-Personen-Dungeon für Stufe 60. Hier ging es schlichtweg darum, die Drachin Onyxia zu besiegen. (Quelle und weitere Infos) Hier wird die Marshall-Windsor-Quest fortgeführt, bzgl. ihrer Story einer der intensivsten, an die ich mich erinnern kann. Die Screenshots stammen aus Juni 2006.

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Zul’Gurub

Zul’Gurub liegt im Nordosten von Stranglethorn Vale und ist eine Tempelstadt, die von Jungle Trolls bewohnt wird. (Quelle und weitere Infos) Die Screenshots stammen aus Februar 2006.

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Und hier geht es weiter mit: PvP

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Rollenspiel

Uhrwerk-Verlag und Feder & Schwert insolvent

Zu großem Bedauern musste heute der Uhrwerk-Verlag seine Insolvenz bekanntgeben. 2009 von Patrick Götz gegründet, hat der Uhrwerk-Verlag leider keinen schönen Anlass, sein zehnjähriges Jubiläum zu feiern. In seiner Zeit war der Uhrwerk-Verlag zu einer namhaften Größe im deutschsprachigen Rollenspielraum geworden. Zahlreiche bekannte Rollenspiele wie Splittermond, Numenéra und FATE waren Teil seines Sortiments. Wie es jetzt weitergeht, wird sich erst nach der Sichtung der Situation durch den Insolvenzverwalter / die Insolvenzverwalterin zeigen. Hierzu kann das Personal vom Verlag ebenfalls noch kaum etwas sagen, bemüht sich aber in seiner Mitteilung so viel Informationen wie möglich zu geben. Zahlreiche vielversprechende Crowdfunding Projekte müssen jetzt auf ihre Realisierbarkeit geprüft werden. Auch war der Uhrwerk-Verlag Mitausrichter der Eulencon, eine neue offene Convention für alle Verlage und Spielsysteme, deren Stattfinden nun auf Messers Schneide steht.

Tragischerweise hat die Insolvenz des Uhrwerk-Verlags auch die Zahlungsunfähigkeit der Feder&Schwert GmbH zur Folge, die offenbar durch eine Querfinanzierung noch vom Uhrwerk-Verlag abhängig war (das war mir bis dato unbekannt). Der Verlag Feder & Schwert war ebenfalls eine feste Größe im Rollenspielbereich aber auch Phantastik-Literaturbetrieb. Begonnen hatte die Reise 1989 als Rollenspielverlag, der dann Bücher im Phantastiksektor schwerpunktmäßig verlegte. Feder & Schwert konnte ebenfalls tolle Projekte wie Roll Inclusive (an dem ich mich übrigens auch beteiligt habe) oder die geplante Buchreihe Wicked Queens vorweisen. Der Messeauftritt bei der dieses Jahr erstmalig stattfindenen CCXP (in die die RPC integriert wurde) und das damit verbundene Lesecafé kann offenbar wie geplant durchgeführt werden.

Mit einem Streich verliert die Szene zwei Größen und es bleibt zu hoffen, dass es vielleicht doch noch irgendwie weitergehen kann. Eine Insolvenz heißt nicht zwangsläufig, dass der Betrieb geschlossen werden muss, aber über die Möglichkeit einer Fortführung wird im Rahmen des Insolvenzverfahrens entschieden. Das kann je nach Umfang durchaus Monate dauern (manchmal sogar Jahre), was aber hier nicht zu erwarten ist. Ich drücke beide Daumen und alle meine Rollenspielwürfel, dass es nicht das endgültige Aus bedeutet.

Tabletop Gaming

Gespielt: Tyrants of the Underdark

Neben Tabletop-RPG spiele ich auch sehr gerne diverse Brett- bzw. Kartenspiele aller Art. Neben bekannten Spielen setze ich mich gern auch an einen Tisch mit einem für mich neuen Spiel. Das folgende Spiel ist im Dungeons & Dragons-Universum verortet und die SpielerInnen übernehmen die Rollen von Dunkelelbenherrschern, die um Macht und Einfluss im Underdark miteinander ringen. Ist das Spiel das Abtauchen in die Unterwelt wert, oder sollte es lieber in der Versenkung verschwinden?

Tyrants of the Underdark

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Auf der Produktseite von dnd.wizard.com heißt es:

Tyrants of the Underdark pits 2 to 4 players against each other to take over territory in the tumultuous Underdark, mashing up deck-building mechanics with board control.

Designed by Peter Lee, Rodney Thompson, and Andrew Veen, and produced by Gale Force NineTyrants of the Underdark is a competitive board game in which you play as a drow house recruiting monsters, cultists and demons to aid you in controlling locations such as Menzoberranzan and Blingdenstone. Using power and influence as resources, Tyrants of the Underdark features multiple strategies you can use in crafting your deck of minions. Be the spymaster infiltrating your enemy’s strongholds or the deadly war-leader concentrating on assassinating enemy troops. No matter how you decide to play, whoever controls most of the Underdark at the end of the game wins, unless there’s some hidden strategy in play.

Das beschreibt das Spiel inhaltlich treffend und auf den Punkt. Das Spielmaterial besteht aus Karten, dem Spielplan und Figuren. Das Artwork ist sowohl auf dem Spielplan stimmig, als auch funktioniell. Hier gibt es pro Ort unterschiedlich viele Posten zu besetzen, wo die Mehrheit letztendlich entscheidet, wer den Ort für die Siegpunktabrechnung kontrolliert. Keineswegs sind gesetzte Figuren sicher, denn sie können von Attentätern und anderen Spielfunktionen wieder entfernt werden. Die Gebietsfiguren sind kleine Schilde mit unterschiedlich heraldisch anmutenden Symbolen. Letztendlich erfolgt aber die Übersicht über die Farben. Schön ist, dass für die Spionfiguren keine simplen Klötze oder Marker verwendet werden, sondern verhüllte kleine Figuren. Mit den Spionen kann man sich quer über das Spielbrett ausbreiten, Gebiete auch ohne eigene Verbindung beanspruchen und/oder andere SpielerInnen in ihrem Aufbau stören.

Tyrants of the Underdark The Nerd Inn

Zweites großes Element ist das Deck-building. Hier folgt man der bewährten Dominion-Mechanik. Mit Einflusspunkten kauft man sich Monster mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Effekten in sein Deck, mit Handlungspunkten agiert man auf dem Spielbrett. Wer Dominion kennt, wird mit dem Deckbau problemlos zurecht kommen. Wenigstens eine kleine eigene Spielmechanik, eine Besonderheit oder Spezialität wäre schön gewesen. So hat man fast schon schamlos die Dominion-Mechanik abgekupfert. Immerhin können Karten mit zwei verschiedenen Effekten wieder aus dem Deck entfernt werden: einmal aus dem Spiel, um einen meist starken einmaligen Sondereffekt zu nutzen, oder Karten bzw. Monster in den Ruhestand zu schicken, die dann meist erheblich mehr Siegpunkte bringen, als zuvor.

Die Regeln sind schnell erklärt und der Spielverlauf ist flüssig. Die Downtime der einzelnen SpielerInnen ist gering, und für vier SpielerInnen dauert eine Partie in etwa zwei Stunden. Varianz kommt ins Spiel, wenn das Kaufangebot für den Deckbau variiert (allerdings wieder der Dominion-Effekt …).

Es gibt eine Erweiterung zum Spiel, Tyrants of the Underdark Abberations & Undead, welche neue Kartendecks für das Kaufangebot beinhaltet. Achtung: Die Kartenrückseiten der Erweiterung passen nicht zu den Karten des Basisspiels zusammen! Gleiches gilt für die Kartenränder. Wenn also Karten im Laufe des Spiels im eigenen Deck vermischt werden, ist klar erkennbar, welche Karten woher stammen. Die spieltechnischen Auswirkungen sind zwar eher gering, dennoch ist diese Diskrepanz einfach unschön.

Fazit

Das Spiel Tyrants of the Underdark ist eine Kombination aus Deck-building und Area control. Das gesamte Spielmaterial ist hinsichtlich Artwork und Figuren sehr gut. Das eher düstere Ambiente wird gut abgebildet. Bei der Erweiterung zum Spiel passen die Kartenrückseiten und Ränder farblich nicht zum Basisspiel. Dies hat spieltechnisch keine großen Auswirkungen, ist aber wegen der fehlenden Stimmigkeit unschön. Bzgl. dem Deckbau im Spiel ist die Nähe zu Dominion etwas zu hoch. Tyrants of the Underdark ist daher keine wirkliche Innovation auf dem Spielemarkt, aber eine gelungene, schöne Umsetzung bekannter Spielmechaniken.

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