Rollenspiel

RPG-Blog-O-Quest #46: Flieger, Piloten, Schiffe

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Die RPG-Blog-O-Quest Nummer 46 für Juli dreht sich um „Flieger, Piloten, Schiffe“ und wird von Greifenklaue ausgerichtet. Hier sind die Fragen und meine Antworten dazu:

1. Hast Du schonmal einen Piloten, Kapitän, Rigger oder Fahrer als SC gespielt (Reine SL: Habt ihr schon solche NSC in längerem Einsatz gehabt, z.B. ein Morten bei den Drei Fragezeichen)? Gibt es dazu Anekdoten, Erfahrungen oder Anmerkungen, was machte die Rolle reizvoll?

Tatsächlich habe ich das so in dieser reinen Form noch nicht gemacht. Ich kann mich an einen Seesöldner beim DSA erinnern, das war allerdings eher ein „Krieger auf dem Schiff“, hatte also wenig mit aktiver Seefahrerei zu tun, sondern deren Bewachung und Schutz. Was aus dem guten Mann geworden ist, weiß ich nicht mehr. Bei Star Wars Am Rande des Imperiums hatte ich mal einen Droiden, der Entdecker als Profession hatte. Der konnte durchaus Pilotenskills (planetar und interstellar) vorweisen, und sowohl auf dem Piloten- als auch Copilotensitz Platz nehmen. Leider haben wir Star Wars ARdI zugunsten von anderen Spielsystem damals beiseite gelegt.

2. Die ganze Gruppe als Crew eines Schiffes – wie z.B. bei Sundered Skies, Star Trek, Warhammer 40k: Rogue Trader, Firefly oder Star Wars: Am Rande des Imperiums: Hast Du da schon Erfahrung sammeln können?

Wir hatten mal einen Twoshot von Warhammer 40k: Deathwatch gespielt (ich war SL), bei dem die SC ein festes Team bildeten. Aktives Fliegen war hier jedoch nicht gefordert, sondern die Space Marines wurden ins Einsatzgebiet gebracht, und mussten wichtige Forschungsdaten bergen, ehe der Xenosvormarsch alles überrennen würde. Eigentlich war die Zeit dafür zu knapp – eine echte Mission für die Deathwatch. 🙂 Ich fand es super, die SC sind von vornherein eine Gruppe und arbeiten zusammen. Das System ist jedoch äußerst komplex und dadurch etwas schwergängig.

Geschrieben habe ich mehrere Science-Fiction-Kurzgeschichten über ein Einsatzteam der Space Army, die sich pro Kurzgeschichte in eine Mission stürzen musste. Das hat mir großen Spaß gemacht und ich könnte mir vorstellen, hier eines Tages anzuknüpfen.

3. Verfolgungsjagden: Hast Du im Rollenspiel Erlebnisse rund um den Schiffskampf und wilde Verfolgungsjagden (ggf. im Auto oder nur zu Fuss) gehabt? Welche Regelmechaniken haben sich da bewährt?

Erstaunlich selten, wie ich gerade feststelle. Ich weiß, dass es bei Call of Cthulhu sogar eigene Regeln für Verfolgungsjagten gibt, die ich jedoch noch nie ausprobiert habe. Wenn es jemanden zu erwischen galt, haben wir das meist erzählerisch gelöst, da es bei festen Regeln zu einer Würfellei verkommen kann. Aber vielleicht täusche ich mich? Kommt auf meine RPG-to-do-Liste! 🙂

4. Wirtschaftsimulation: Egal ob Schmuggler oder legale Fracht, bei 4 von 5 der oben genannten Beispiele spielt der Warentransport eine kleine Beirolle. Wurde so ein Aspekt in Eurer Runde schon genutzt und wie würdest Du das (wenn) umsetzen?

Das habe ich stets beharrlich von mir geschoben, auch wenn Systeme wie DSA Preislisten und Tabellen für alle möglichen Güter bieten. Bestenfalls darf es eine Begleiterscheinung sein, aber Rollenspiel möchte ich nicht als Wirtschaftssimulation betreiben.

Bei meinem Roman Die Schicksalsbrecherin (*) kommen HändlerInnen vor, mit denen sich die Senatsvorsitzende Sirina Dworant wegen lästiger Alltagsprobleme herumschlagen muss. Das dient aber lediglich dazu, die Welt links und rechts des Weges der Story mit Leben zu füllen. So kann ich es mir auch im Rollenspiel vorstellen.

5. Vermutlich hat einer Deiner SCs oder gar die ganze Gruppe schon ein Schiff, Raumschiff oder ähnliches besessen – welches war Dein erinnerungswürdigstes? Gilt auch für reine SL.

Ein Segelschiff nicht, aber ein Raumschiff (ich stelle fest, dass ich in Fantasysettings erstaunlich wenig Berührungspunkte mit dem Thema habe; ok, ich war schon mehrfach Teil der Crew von Phileasson … 😉 ). Das war auch in unserer kurzen Star Wars ARdI Zeit, und unser Raumschiff hatte den legendären Namen „Pussy Cat“. Es sah genauso aus, wie ihr es euch jetzt vorstellt. 😀

6. Die Bonusfrage … Welche Art Star Trek würdest Du am liebsten spielen? (Classic – Weltraumwildwest; Next Generation: „typisches“ Star Trek halt; Deep Space Nine: Weltraumstation a la Babylon 5 oder Mass Effect oder Voyager – Hexploration in unbekannten Gebiet mit extra viel Ressourcenmanagment, weil man ja von der Förderation abgeschnitten ist)

Gar keine. *duckundweg* Das Star Trek-Universum hat mich längst nicht so in den Bann gezogen, wie Star Wars, daher hege ich in die Star Trek-Richtung keine großen Interessen, sondern bin nur neugieriger Zuschauer. 🙂

Allgemein, Rollenspiel

RPC vs CCXP 2019

Nur zweimal habe ich es zur legendären Roleplay-Convention, der so called RPC, geschafft. Beide Besuche waren wunderbare Erlebnisse und ich habe die RPC mit all ihrer Gestaltung und den tollen BesucherInnen sehr schnell schätzen gelernt. Obwohl ich keiner der langjährigen Dauergäste war, hat mich die Nachricht über die Fusion (oder Transformation?) der RPC zur Comic Con Experience (CCXP) betroffen gemacht. Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen, noch öfter die Reise aus dem fernen Süden zur RPC anzutreten, aber nun? Kann das geplante Konzept, die renommierte Rollenspielveranstaltung in eine Comic Con zu integrieren, gelingen? Und das auch noch mit Terminveränderung, welche die direkte Konkurrenz zur Comic Con Stuttgart herstellte?

Da haben sich ehrlich gesagt sofort Bedenken breit gemacht, aber jede Veränderung hat eine Chance verdient und vielleicht entsteht ja etwas wunderbar Neues? Dennoch habe ich mich 2019 nicht auf die Reise gemacht, sondern wollte abwarten, was in diversen Erfahrungsberichten über die CCXP 2019 hinterher zu lesen, hören und zu sehen ist. Also habe ich in den virtuellen Weiten des Webs gestöbert, und da das evtl. für andere ebenfalls interessant sein könnte, gibt es hier im Folgenden eine Linksammlung; die Reihenfolge hat dabei keine Bedeutung.

Teilzeithelden

CCXP 2019: Top oder Flop? Das erste Mal der umstrittenen RPC-Nachfolge

So wird der Conbericht bei den Teilzeithelden betitelt, der sich ausführlich an einer fairen Darstellung der Veranstaltung versucht. Der Autor Michael Fuchs kann dann aber gegen Ende hin nicht verhindern, verständlicherweise doch etwas emotional zu werden.

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Nerd Wiki

CCXP 2019: Gute Comic Con – schlechte RPC

Thilo von Nerd Wiki zählte ebenfalls zu den Besuchern und hat seine Eindrücke reich bebildert dargelegt; ebenfalls fair, wie ich finde. Der Titel seines Berichts deutet die Problematik der Mischveranstaltung an.

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Zauberwelten

CCXP Cologne 2019: Coole Con ohne Besucher

Mit dieser Überschrift macht Thara Moritzen von Zauberwelten-Online gleich deutlich, was offenbar eines der Hauptprobleme war. In seinem Fazit will er Erfolg in der Zukunft zumindest nicht ausschließen.

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Truant Spiele

Truant Spiele fasst kurz und bündig ihr CCXP-Erlebnis zusammen. Sie waren offenbar mit dem frisch erschienen Rollenspiel The Witcher genau am richtigen Ort.

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YouTube Sora Hawkins

CCXP Cologne 2019! Vlog, Erlebnisse, Fazit

Sora Hawkins berichtet auf ihrem kleinen YouTube-Kanal über ihren Besuch der CCXP. Letztes Jahr war sie noch auf der RPC, dieses Jahr die neue CCXP und kann daher gut vergleichen.

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YouTube OT-Blase

Not my RPC? Ein Fazit zur CCXP

Dominik und Lukas (vom Pen & Podcast) unterhalten sich ausführlich (und wenn ich sage ‚ausführlich‘, dann meine ich AUSFÜHRLICH) über ihren Besuch der CCXP und bringen auch Bildmaterial von der Messe mit.

Hier geht es zum Video

Games Wirtschaft

CCXP Cologne 2019: Besucherzahlen deutlich unter Erwartungen

Auch der Artikel auf der Games Wirtschaft greift im Titel einen großen Minuspunkt der CCXP 2019 auf. Auf Details zur Veranstaltung geht der Bericht leider nicht wirklich ein.

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Crystal Universe

Eventbericht: CCXP in Köln 27.06. – 30.06.19

So formschön sachlich lautet die Überschrift des entsprechenden Berichts auf Crystal Universe. Hier gibt es wieder etliche Bilder zum Text und am Schluss von beiden BesucherInnen, Steffi und Raffi, ein separates Fazit.

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Podcast: Eskapodcast

Bonusfolge: CCXP-Cologne – die Eskapodcast-Experience

Der Cast vom Eskapodcast hatte aufgesattelt und war ebenfalls zur ersten CCXP gereist, und noch on the Road ihre Bonusfolge dazu aufgenommen.

Hier geht es zur Podcast-Folge

FragmentAnsichten

CCXP 2019 – Ein würdiger RPC-Nachfolger?

Alessandra Reß schreibt in ihrem Blog von ihrem Besuch der CCXP, bei der sie auch als Autorin im Lesecafé zugegen war. In ihrem Fazit beantwortet sie die im Titel gestellte Frage sehr eindeutig.

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Die DORP

CCXP 2019 – Impressionen

Die DORP verarbeitet die CCXP 2019 gleich zweifach: Einmal gibt es Eindrücke und Interviews in einem Video, zum anderen sprechen Michael und Thomas im DORPCast 139 über die CCXP im Speziellen, aber auch Conventions im Allgemeinen. Ihr Gesamteindruck passt zu den übrigen Einschätzungen und Berichten.

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Das waren jetzt doch mehr Eindrücke aus verschiedenen Quellen, als ich dachte. 🙂 Wie ist eure Meinung? Wart ihr auf der CCXP? Schreibt es mir gern in den Kommentaren!

Tabletop Gaming

Turn up the scale: X-Wing Epic Game

Das Star Wars-Universium zählt sicherlich zu den bekanntesten Science-Fiction-Settings weltweit. Ursprünglich als Standalone-Film angedacht kam „Star Wars“ 1977 in die Kinos – und löste ein Phänomen aus, welches bis heute ungemindert anhält. Abseits zahlreicher Filme, Bücher und Serien gibt es auch unzählige Spiele, die im Star Wars-Universum verortet sind. 2012 kam das X-Wing Miniaturenspiel auf den deutschen Markt und in den Folgejahren vergrößerten zahlreiche Erweiterungen das Kaufangebot und die heimische Flotte. Das X-Wing Miniaturenspiel im Allgemeinen vorzustellen, würde einen eigenen Blogbeitrag erfordern, daher möchte ich jetzt auf einen speziellen Spielmodus eingehen, den ich endlich einmal ausprobieren konnte: das Epic Game.

X-Wing Epic Game (1)
Eine imperiale Sturm-Korvette und Corellianische Korvette stehen sich mit Begleitschiffen gegenüber.

 

Im Gegensatz zu den normalen 100 Kommandopunkten, mit denen eine Fliegerstaffel zusammengestellt und ausgerüstet werden kann, gibt es für ein Epic Game satte 300 Punkte Spielraum. Das klingt viel und ist es auch, wenn man die 100-Punkte-Spiele kennt und gewöhnt ist. Das Epic Game zielt auf den Einsatz der Schiffe mit Kategorie „riesig“ ab, z. B. die Imperiale Sturm-Korvette und die Corelleanische Korvette. Beide Schiffe haben Basiskosten von bereits 100 Punkten und können noch jede Menge Ausrüstung erhalten …

Die riesigen Schiffe sind wie die normalen und großen Schiffe äußerst detailiert, voll bemalt und passen von der Größe her gut ins Gesamtbild. Sie sind ein echter Eye Catcher und lösen eine gewisse Euphorie aus, damit über die Spielmatte zu gleiten. Die Spielfläche muss bei einem Epic Game übrigens deutlich größer sein (120×120 cm) als beim regulären Spiel (90×90 cm). Wer denkt, dass die riesigen Schiffe langsam sind, der irrt … Der Wendekreis ist jedoch unangenehm hoch, und damit sie wenigstens eine Chance haben, braucht es mehr Platz. Neben dem größeren Spielplan, den man sich zulegen sollte (es ist einfach stimmungsmäßig der Hammer, auf einem Weltraumhintergrund herumzufliegen), sind die riesigen Schiffe spürbar teurer, als die regulären Flieger.

Die riesigen Schiffe bringen ein paar Sonderregeln mit sich, wie beispielsweise die Ressource „Energie“ mit der bestimmte Effekte ausgelöst oder Waffen bedient werden können. Auch haben riesige Schiffe eine eigene Bewegungsschablone mit cleverem Platzierungsprinzip, um sowohl Kurven als auch straight forward Flüge schnell und plausibel abbilden zu können. Hinzu kommt ein Feuerreichweitenmaßstab von 5 (statt 3), da manche Effekte und Waffen der riesigen Schiffe eine größere Reichweite besitzen. Mit den neuen Regeln kam ich gut zurecht, auch das Anwenden der speziellen Manöverschablone ist keine Schwierigkeit. Größere Herausforderung ist angesichts der zahlreichen Waffen, Mannschaften, Piloten, Titel etc. im Eifer des Gefechts nichts zu vergessen. 😉

X-Wing Epic Game (4)
Während die übrigen Schiffe bereits in Feuergefechte verwickelt sind, haben sich die Korvetten bislang verhalten angenähert.

Auch was die Spielzeit anbelangt, muss man größer denken. Eine Partie mit 100 Kommandopunkten kann in ca. 60 bis 90 Minuten entschieden sein, ein Epic Game dauert sicherlich doppelt so lange. Gerade die riesigen Schiffe können einiges einstecken (und austeilen), bis ein solches besiegt ist, dauert es. Spannend hierbei ist, dass Bug und Heck getrennt voneinander betrachtet werden und auch ausfallen können. Dann ist das Schiff zwar deutlich angeschlagen, aber noch nicht besiegt … Ein einzelnes kleines Schiff kann einem riesigen Schiff kaum gefährlich werden und risikiert viel im Anflug. Hier wurde gut abgebildet, wie stark beispielsweise die Korvetten sind.

Die Flottenverbände reduzieren sich womöglich schnell und übrig bleiben die riesigen Schiffe, die es dann untereinander austragen. Das könnte schnell zur schnöden Würfelorgie verkommen. Auch die erhöhte Spielzeit (nicht zu vergessen der Auf- und Abbau) macht das Epic Game nicht gerade zum Gelegenheitsspielmodus. Das war auch der Grund, weshalb es geradezu unverschämt lange gedauert hat, bis unsere Korvetten es endlich einmal aus dem Hangar geschafft haben.

Fazit

Im Spielmodus Epic Game des X-Wing Miniaturenspiels treten Flotten mit einer Kommandopunktegröße von bis 300 gegeneinander an. Hier ist es möglich, die Schiffe der Kategorie „riesig“ verwenden zu können, was aber kein Muss ist. Für ein Epic Game wird eine größere Spielfläche, sowie deutlich mehr Zeit benötigt. Werden riesige Schiffe verwendet, kommen Sonderregeln hinzu, die sich jedoch als unkompliziert und flüssig spielbar präsentieren. Insgesamt spiegelt sowohl die Größe, als auch die Feuerkraft der riesigen Schiffe ihre Funktion und Position im Star Wars-Universium sehr gut wider. Es besteht die Gefahr, dass sich zwei große Schiffe in einem großen Gefecht in Form einer Würfelorgie abschließend bekämpfen, wenn die restlichen Flottenmitglieder bereits besiegt worden sind.

Mir hat mein erstes Epic Game trotz kleiner Ecken und Kanten viel Spaß gemacht. Die riesigen Schiffe sind rein optisch einfach klasse und bringen das Spiel auf eine ganz neue Ebene. Für eine endgültige Meinung müsste ich weitere Spiele absolvieren, aber vorerst gibt es ein thumps up. 🙂

MMORPG, Vanilla World of Warcraft

Back in the days: World of Warcraft Ahn’Qiraj

Als World of Warcraft (WoW) Anfang 2005 in Europa startete, ahnte ich nicht, wie intensiv mich dieses MMORPG beschäftigen würde. Viele Spielstunden, rückblickend betrachtet sicherlich etwas zu viel, habe ich in Azeroth zugebracht, über eine Gilde Spielfreundschaften geschlossen. Gemeinsam haben wir die Welt erkundet, Quests erledigt und auch einige Bossgegner bezwungen. Als die erste große Erweiterung kam, ging meine Zeit in WoW zu Ende.

Neben unzähligen Screenshots hatte ich sogar mir bei einigen Gelegenheiten die Mühe gemacht, In-Game-Videos aufzunehmen. Dies war mit einigen Schwierigkeiten verbunden (spielen und aufnehmen gleichzeitig war kaum möglich, also musste ich öfter aus der Sicht von anderen einfach „planlos rumlaufen“) und wenn sich viele SpielerInnen in der Region aufgehalten haben, hat es massiv gelagged.

Zwei meiner noch halbwegs vorzeigbaren Videos drehen sich um Ahn’Qiraj, dem Stadtkönigreich der Qiraji im südlichen Teil von Silithus. Der sogenannte Scarab Wall versperrte den Weg hinein. (Quelle) Die Spielentwickler wollten die neuen Instanzen nicht einfach so implementieren. Das Tor nach Ahn’Qiraj zu öffnen sollte zu einem serverweiten Weltevent werden, und eine lange Reihe von Quests beinhalten. (Quelle)

Zwei Stationen davon habe ich aufgenommen. Eine spielte sich in Nighthaven ab, der Hauptstadt von Moonglade und Heimatort der Druiden. Genaue Zusammenhänge des Events weiß ich nicht mehr – letztendlich ging es um nichts geringeres, als einen Drachen zu besiegen. Aber seht selbst:

Das zweite Video geht über die tatsächliche Toröffnung. Ich weiß noch, dass ich damals extra früher aus der Arbeit nach Hause gegangen bin, um daran teilnehmen zu können. Man wollte es nicht zur Prime Time machen, um den Server nicht zu crashen, aber trotzdem waren so viele SpielerInnen da, dass es ganz schön ruckelte. 😉

Und damit geht die Artikelreihe um meine WoW-Zeit zu Ende:

MMORPG – Ich war dabei

Back in the days: World of Warcraft Scholomance & Maraudon

Back in the days: World of Warcraft Sunken Temple & Zul’Farrak

Back in the days: World of Warcraft Onyxia’s Lair & Zul’Gurub

Back in the days: World of Warcraft PvP

Back in the days: World of Warcraft Rollenspielevents

Mit keinem anderen MMORPG habe ich mich seit dem derart lange und intensiv befasst. Vielleicht auch deshalb, weil WoW eine Weile mehr mein Leben bestimmt hat, als es ein Spiel sollte. Letztendlich hat mich die Gestaltung der ersten Erweiterung The Burning Crusade enttäuscht: Es fühlte sich an, als wäre viele  zuvor erspielten Inhalte wertlos und es ging quasi von vorne los. Das war der Punkt, an dem für mich der Spaß am Spiel rapide abnahm und ich den Ausloggen-Button zum letzten Mal gedrückt habe. Irgendwie belustigend, dass im August 2019 World of Warcraft Classic „neu“ erscheint … 😉

Habt ihr auch Erinnerungen an euer erstes MMORPG bzw. World of Warcraft?
Schreibt es mir gerne in den Kommentaren! 🙂

Hat dir diese Artikelreihe gefallen?
Dann freue ich mich über eine kleine Unterstützung 🙂 :

 Buy Me a Coffee at ko-fi.com

Rollenspiel

RPG-Blog-O-Quest #45: Crossover im Rollenspiel

Auch beim Pen&Paper-Rollenspiel können Regeln, Settings und ganze Genre miteinander vermischt werden, um etwas Einzigartiges zu generieren. Ob dies jedoch den eigenen Geschmack trifft, muss jeder selber beurteilen. 🙂 In der RPG-Blog-O-Quest für Juni, ausgerichtet von Seanchui, dreht sich um Crossover im Rollenspiel – und hier sind die Fragen:rpg-boq-logo

1. Setting Top, System Flop – oder aber umgekehrt. Habt Ihr schon Rollenspiel-Settings mit anderen Regeln bespielt? Wie sehen Eure Kombinationen aus?

Da mich bisher immer einzelne Systeme voll beschäftigt haben, bin ich noch zu keiner wilden Eigenkombinierung gekommen, obwohl das durchaus spannend klingt. Ich habe z. B. Dungeons & Dragons-Regeln für das Mittelerde-Setting als PDF vorliegen, kam aber nie dazu, das zu bespielen. Damals kannte ich D&D übrigens noch gar nicht. 🙂 Aktiv würe ich jetzt keine Runde ins Leben rufen, mich aber sicher aus reiner Neugier mal irgendwo dazusetzen. Generell bin ich ein Freund von leichtgängigen Regelsystemen geworden und könnte mir daher vorstellen, ein tolles, aber kompliziertes Setting mit einem einfachen Regelsystem zu bespielen.

2. Manches Rollenspiel hat gute Regeln. Gibt es Regel-Mechanismen, die Euch so gut gefallen haben, dass Ihr sie in andere Systeme übertragen habt? Welche waren das, und wie hat es funktioniert?

Auch hier habe ich mich bisher immer an das vorgegebene Regelwerk gehalten (Hausregeln für manche Dinge hat es allerdings schon immer wieder mal gegeben, aber auch das recht wenig). Ich kann mir vorstellen, dass es bei der Vermischung von Regelsystemen sicherlich nicht einfach ist, die (hoffentlich vorherrschende) Balance zu wahren. Damit ich wirklich einzelne Regelmechaniken irgendwo entnehmen würde, müssten die schon wirklich gut sein und sich am Zielort gut einfügen.

3. Nutzt ihr Abenteuer oder Zusatzmaterialen „fremder“ Systeme für Eure Kampagnen? Falls ja – warum?

Abenteuer nein (entweder Kaufabenteuer oder homebrew), Materialien allerdings schon. Insbesondere wenn es um Miniaturen geht, greife ich da völlig schamlos in alle Spieleboxen, die ich daheim habe (z. B. Descent, Gloomhaven), um Figuren für SC und NSC zu haben. Da ich keine Landschaften als Modelle habe, habe ich mir auch schon überlegt, ob ich nicht auch stellenweise die Tiles aus den oben genannten Spielen verwende (statt der Battlemap). Die Tiles sind zu schön gestaltet, um ewig in den Schachteln zu liegen und ein guter Kompromiss zwischen Battlemap und Landschaft/Dungeon-Gelände.

4. Raumschiffe über Aventurien, Lichtschwerter bei Star Trek, Vampire im alten London: wie abgedreht dürfen Eure Crossovers ausfallen? Und was geht gar nicht?

Das kann man jetzt so oder so sehen … 🙂 Wenn etwas völlig abgedreht und extrem ist, kann es allein dadurch schon wieder gut und sehr markant sein. Traut man sich nicht recht heran, könnte es ein „gewollt, aber nicht gekonnt“ werden, was wohl als fad empfunden werden würde. Es ist auch eine Frage, was hier vermischt wird. Bleibt man im selben Setting (z. B. Sci-Fi), und vermischt hier zwei große Strömungen (z. B. Star Wars & Star Trek), wird das sicherlich sehr kontrovers aufgefasst. Genreübergreifend, wie beispielsweise Fantasy & Science-Fiction, sehe ich da als weitaus unproblematischer an.

5. Wer gerne „CTHULHU“ spielt, kommt kaum umhin, regelmäßig auf die Vorzüge einer vermischten Kampagne aus „CTHULHU Gaslicht“-Abenteuern und rein kriminalistischen „Private Eye“-Fällen hingewiesen zu werden. Die beiden Systeme ergänzen sich offensichtlich sehr gut, die Mischung aus Mythos und Detektivfall passt. Welche guten Rollenspielkombinationen kennt ihr?

Die hier in der Frage genannten Sachen kenne ich nicht und bin mir daher nicht ganz sicher, ob ich die Frage richtig interpretieren kann. Ich werde mich hier einfach mal enthalten. 🙂

Und natürlich die obligatorische Bonusfrage, die ein wenig technischer ausfällt:

Bonusfrage: Wer Abenteuer konvertiert, kommt oft nicht um eine gehörige Portion Arbeit herum. Kennt Ihr gute Konvertierungshilfen, die Ihr mit uns teilen möchtet?

Nein, kenne ich nicht. Abenteuer konvertiert habe ich auch noch nie, sondern mir die Idee und das Grundgerüst einer Story genommen und dann als homebrew-content das Abenteuer geschrieben.

 

Vanilla World of Warcraft

Back in the days: World of Warcraft Rollenspielevents

Als World of Warcraft (WoW) Anfang 2005 in Europa startete, ahnte ich nicht, wie intensiv mich dieses MMORPG beschäftigen würde. Viele Spielstunden, rückblickend betrachtet sicherlich etwas zu viel, habe ich in Azeroth zugebracht, über eine Gilde Spielfreundschaften geschlossen. Gemeinsam haben wir die Welt erkundet, Quests erledigt und auch einige Bossgegner bezwungen. Als die erste große Erweiterung kam, ging meine Zeit in WoW zu Ende. Ich habe noch unzählige Screenshot, zum Glück thematisch sortiert, aus den Anfangstagen des beliebtesten Multiplayer-Online-Spiels und möchte euch nach und nach einige davon präsentieren.

Rollenspielevent: das Sternennachtfest

Nachdem ich ausschließlich auf einem sogenannten RP-Server unterwegs war, gab es auch immer wieder organisierte InGame-Events, von SpielerInnen für SpielerInnen. An einigen habe ich teilgenommen, so wie im Folgenden das „Sternennachtfest“. Um was es genau ging, weiß ich leider nicht mehr. Gemäß den Bildern war es eine Zusammenkunft und aktives Rollenspiel im Chat. 🙂 Die Screenshots stammen aus Juli 2005.

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Rollenspielevent: Druiden

Hierzu habe ich leider auch keine weiteren Informationen außer den Namen des Ordners („RP-Druiden-Event“), und kann daher auch nicht mehr dazu sagen. Schade eigentlich, ich hätte mir wenigstens ein paar Zeilen dazu notieren sollen. Tatsache war, dass hier vorzugsweise Druiden zugegen waren und ich kann mich noch an die besondere Stimmung erinnern, als Bärenmeute von A nach B zu marschieren. Die Screenshots stammen aus Oktober 2005.

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World of Warcraft © 2019 Blizzard Entertainment, Inc. Alle Rechte vorbehalten.
Allgemein

German Comic Con Munich 2019

Die German Comic Con (GCC) ist eine Veranstaltungsreihe der Cool Conventions GmbH, die bis jetzt in Dortmund, München und Berlin stattfindet. In Dortmund gastiert die GCC sogar zweimal im Jahr (Frühjahr und Winter). Am Wochenende des 15./16. Juni fand die GCC 2019 in München statt. War letztes Jahr noch das MOC der Ort der Veranstaltung, ist sie dieses Jahr ins nahe gelegene Zenith + den dazugehörenden Kohlebunker umgezogen. Im MOC wurden drei der insgesamt vier kleinen miteinander verbundenen Hallen verwendet, im Zenith, eine Halle, rückt alles zwangsläuft näher zusammen. Kann sich die GCC als nerdige Veranstaltung im süddeutschen Raum weiter etablieren, oder gibt es noch zu viele Unstimmigkeiten? Und wie hat sich der Locationwechsel ausgewirkt?

Comic Con Munich 2019
Comic Con Munich 2019

Die Anfahrt

Sowohl das MOC als auch das Zenith sind sehr gut sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, als auch mit dem Auto erreichbar. Während es im MOC eine Tiefgarage gibt, kann das Zenith einen Kiesparkplatz vorweisen. Gegen eine Gebühr von 5 € durfte man hier den ganzen Tag parken. Glücklicherweise gab es Platzeinweiser, sonst wäre die Parksituation auf dem unmarkierten Gelände sicherlich ein Desaster. So aber fand jeder seinen Platz und konnte auch sicher sein, wieder gut abfahren zu können. Die Straße zum Parkplatz führt allerdings zwischen Zenith und Kohlebunker hindurch, was später beim Verlassen des Geländes erhöhte Vorsicht benötigt, da die BesucherInnen zwischen beiden Gebäuden rege hin und herwechseln. Das Parken in der MOC-Tiefgarage ist komfortabler, wo hingegen der Kiesparkplatz eher Festival-Feeling auslöst. Hier geht der erste Pluspunkt an das MOC, nicht nur wegen der aufgeräumten Tiefgarage, sondern auch, weil die Zufahrt nicht mitten durch das Veranstaltungsgelände führt.

Kurz vor dem Wochenende wurde verkündet, dass die Vorverkaufstickets für Samstag ausverkauft waren. Wie wird es jetzt in der Haupthalle unerträglich voll werden?

Comic Con Munich 2019

Rein ins Getümmel

Die Einlasskontrolle ging ausgesprochen zügig und unkompliziert vonstatten. Die Waffenkontrolle der Cosplayer war separat gehalten und behinderte den Besucherstrom nicht. Es gab einen kurzen Blick in Taschen, ein schneller Scan des Tickets und schon war man drin – klasse! Das Zenith ist nicht die größte Halle und jetzt wurde jeder Meter gebraucht. Die Aussteller und Verkaufsstände wurden so angeordnet, dass drei große Gassen der Länge nach durch die Halle führten, und etliche Wege der Breite nach. So wurde der Platz optimal bis zur Stirnseite genutzt, an der sich die Main Stage befand.

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Die Nähe der Hallen täuscht: Dazwischen verläuft die Zufahrtsstraße zum Parkplatz.
Comic Con Munich 2019
Die schwarze Wand hinten trennt die Main Stage von der Halle ab.

Zur Main Stage führten Stufen hinauf und mit schwarzen Tüchern wurde die Sicht in der Breite blockiert. Durch die erhöhte Lage und die Tuchwände wurde die Main Stage zwar vom Trubel der Halle etwas abgeschirmt, musste aber auch bei zu regem Interesse geschlossen werden. Immerhin gab es an einer Seite eine Leinwandübertragung, um auch außerhalb des abgegrenzten Bereiches das Geschehen auf der Bühne verfolgen zu können.

Der abgegrenzte Aufbau hatte natürlich ermöglicht, dass beispielsweise für das Panel mit Lena Heady nochmal extra kassiert werden konnte: Satte 15 € musste derjenige hinlegen, der bei der Gesprächsrunde mit dem Game-of-Thrones-Star dabei sein wollte. Über die Kosten für Autogramme, Photo Shoot, etc. kann man geteilter Meinung sein (variiert von 25 € bis ca. 100 €) und es scheint noch halbwegs legitim, hierfür gesondert zu bezahlen. Für ein Panel jedoch empfand ich die Extrakosten definitiv nicht gerechtfertigt.

Comic Con Munich 2019
Auch von „unten“ konnten man über den Screen das Geschehen auf der Bühne mitverfolgen.

Ich habe am The Walking Dead Panel mit Laurie Holden, Chad L. Coleman und Addy Miller teilgenommen. Es wurde angenehm moderiert und es gab erfreulich viel zeitlichen Spielraum für Fragen aus dem Publikum. Die Technik als solche und deren Einsatz war tadellos.

Comic Con Munich 2019
v.r.n.l.: Chad L. Coleman, Laurie Holden und Addy Miller

Hinsichtlich der Aussteller / Artists gab es eine gute, abwechslungsreiche Auswahl. Von A bis Z war hier alles vertreten, seien es Bilder, Comics, Spiele, Kleidung oder Merchandise aller Art. Die Stände waren schön und einladend gestaltet und luden zum Verweilen ein. Aber auch bei gemächlichem Rundgang und mehrmaligem Stöbern im Angebot stellt man fest: Viel ist es insgesamt dennoch nicht. Immerhin: Da sich alles in einer Halle befand, war die Gesamtatmosphäre überall spürbar und weniger ausgedünnt wie im MOC. Dieser Pluspunkt geht an das Zenith.

Im zweiten Gebäude, dem Kohlebunker, waren die Stars untergebracht und man konnte Autogramme und Photo Shoots kaufen. Hier gab es sonst praktisch nichts und im Vergleich zum munteren Treiben in der Haupthalle herrschte hier schon fast beschauliche Stille. Wollte man nicht gezielt zu jemanden gehen, reichte hier ein einmaliger Durchgang.

Comic Con Munich 2019

Offizielles Programm fand nur auf der Main Stage statt, daher bewahrheitete sich meine Vermutung, dass die GCC Munich sicherlich schön ist, aber für mein Empfinden keinesfalls zwei Tage oder gar eine längere Anreise rechtfertigt. Aber vielleicht mehr als jede Comic Con profitierte auch die GCC Munich von einer ganz wichtigen Personengruppe: den Cosplayern.

„Können wir ein Foto machen?“

Ganz ehrlich: Ich liebe euch Cosplayer! Die GCC Munich kann sich glücklich schätzen, dass zahlreiche, wirklich tolle Cosplayer erschienen sind, als Walking Act fungierten damit deutlich zur Attraktivitiät der Veranstaltung beitrugen. Ohne sie wäre das offizielle Programm einfach zu wenig. Für mich sind Cosplayer immer ein echtes Highlight und nur zu gerne frage ich nach Fotos. Wünscheswert wäre eine erhöhte Aufmerksamkeit und Wertschätzung seitens der Veranstalter; nur ein Cosplay Contest gegen Ende des Tages erscheint etwas wenig.

Das leibliche Wohl

Natürlich kommt irgendwann Hunger und Durst, und ein nicht unwesentlicher Punkt für eine Veranstaltung ist das Catering. Gleich vorweg: Im MOC war es deutlich besser. Im Zenith gibt es nicht wie im MOC kleine Snackrestaurants, sondern hier muss selber organisiert werden. Während der Verkauf von Baumstriezel, Crepes und das Coffee-Bike angenehm exklusiv waren, kam der Verkauf von Pizzastücken eher langweilig daher. Damit war der Platz in der Halle ausgeschöpft und es musste auf das gepflasterte Außengelände ausgewichen werden.

Dort gab es einen Getränkestand (mit gut gemischter Auswahl), und einen Stand für Bratwurst, Currywurst und Pommes (wieder eher gewöhnlich). Gut, zugegeben, vielleicht liegt es bei mir am Alter, aber ich schätzte durchaus die ein oder andere Varianz im Essensangebot (Vegetarier?) und auch geschmacklich waren Currywurst und Pommes eher Durchschnitt. Preislich war es für die Menge und Qualität eher als teuer zu bezeichnen. Im MOC hingegen gab es auch z. B. Sandwiches unterschiedlicher Art zur Auswahl. Insgesamt war das Essensangebot für mein Empfinden im Zenith eher durchschnittlich und hätte besser sein müssen.

Miscellaneous

Jetzt hatten wir das Glück, dass der Samstag mit bestem Wetter daherkam. An einem Regentag ist das Außengelände kaum zu verwenden, was das Gedränge in der Halle erhöht hätte. Apropos: Wie voll war es denn jetzt wirklich da drin? Antwort: Es ging. Sicherlich schoben sich konstant zahlreiche BesucherInnen an den Ständen vorbei, aber es gab trotzdem immer wieder ein wenig Freiraum. Gehbehinderte Personen und Familien mit Kinderwagen waren jedoch deutlich benachteiligt und die Main Stage mit den Stufen hinauf nicht barrierefrei. Zudem war die Luft eher stickig und heiß, was im Laufe des Tages latent unangenehm wurde. Es gab draußen weder Sonnen- noch Regenschutz.

Hinzu kommen nur wenig Sitzgelegenheiten (innen wie außen; hier gab es im MOC dank mehr Platz mehr Möglichkeiten), was zu Grüppchenbildung auf dem Boden führte. An die Raucher war nicht gedacht worden, denn es gab weder Raucherbereiche, noch große Aschenbecher – die Kippen lagen am Boden, auf den man sich wohl zu setzen hatte, um die müden Beine mal kurz auszuruhen. Für das Außengelände könnte man sich ein Beispiel an der Roleplay Convention (rest in peace 😦 ) nehmen und einen kleinen Mittelaltermarkt aufziehen – das wäre erstklassig und im MOC beispielsweise nicht so einfach möglich. So schneidet im Vergleich zu letztem Jahr bei mir das MOC als Veranstaltungsort besser ab.

Die Auswahl der Stars war eine gute Mischung, wobei das für mich persönlich eine eher untergeordnete Rolle spielt. Gäste wie Chuck Norris werden erst mit viel Tamtam angekündigt, dann aber wieder abgesagt, weil zu wenig Autogrammtickets im Vorverkauf erworben wurden (für ca. 100 € ?! Kein Wunder …). Unabhängig davon, was ich von dieser Praxis (nur anreisen, wenn genug Autogrammverkäufe) halte (Spoiler: wenig), würde ich als Veranstalter diesen Umstand unbedingt offen legen. Auch der Wechsel zum Zenith hatte mit Sicherheit einen Hauptgrund: Kosten sparen. Sparen allerdings nur für den Veranstalter, nicht bei den Ticketpreisen … Fairerweise muss man sagen, dass es noch günstigere Nachmittagstickets gegeben hat. Das aber wiederum hat man natürlich vorher nicht erfahren, sondern nur online, als die Uhrzeit erreicht war. 😉 Insgesamt war die leicht verschleierte Kommunikation zwar unkritisch, aber unschön.

Comic Con Munich 2019
Hier konnte man Borderlands 3 anzocken – musste ich natürlich mal reinschauen 😉

Ich merke, der Bericht wird zu lang, ich muss aufhören. 🙂 Es gab schon die Terminankündigung für die GCC Munich 2020 – würde ich nochmal hingehen?

Fazit

Die GCC Munich hat für 2019 die Location vom MOC zum Zenith gewechselt. Auch das Zenith kann problemlos mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Die Haupthalle (Zenith) wurde bestmöglich vom Platz her für Aussteller, Catering und Main Stage ausgenutzt. Die Con-Atmosphäre war stets zu spüren und verdünnte sich nicht in einzelne Hallen wie im MOC. Es gab zusätzlich einen Außenbereich für Essen und Getränke, der jedoch weder Sonnen- noch Regenschutz bot. Sitzgelegenheiten für eine Pause waren insgesamt wenig vorhanden. Im Kohlebunker (zweite Veranstaltungshalle) waren ausschließlich die Stars für Autorgramme und Photo Shoots untergebracht. Wegen des spärlich genutzten Außenbereichs und diversen Aspekten wie Belüftung, Barrierefreiheit und Bewegungsfreiheit ist bei dieser Gestaltung das MOC im Vergleich der spürbar schönere Veranstaltungsort.

Einziges offizielles Programm fand auf der Main Stage statt, die räumlich begrenzt und auch abgeteilt war. Eine Teilnahme an einem Panel konnte nicht garantiert werden, und kostete im Fall von Game-of-Thrones-Star Lena Heady sogar extra. Die zahlreichen Cosplayer trugen durch ihr Erscheinen sehr zur Attraktivität der Veranstaltung bei, was programmlich meiner Meinung nach zu wenig gewürdigt wurde. Insgesamt hat sich die GCC Munich räumlich eher verschlechtert und ist in dieser Form zu klein, zu unspektakulär, um an zwei Tagen hinzugehen oder gar eine längere Anreise zu rechtfertigen. Ein zwar durchaus sehenswertes Staraufgebot ist zumindest für mein Empfinden kein einziges Kriterium für eine rundum gelungene Veranstaltung.

Es bleibt abzuwarten, ob die GCC Munich den „Sprung aus der Kreisklasse in die Bundesliga“ schafft. Für mich als Ansässiger aus der Region mit kurzer Anreise war der Tag durchaus schön und ich werde nächstes Jahr gerne wieder kommen. Da sollten sich allerdings bestimmte Punkte verbessert haben. 😉

Comic Con Munich 2019